10.03.2012 07:54 Leipziger EDITION VOSS

LEIPZIG LIEST: Neueste Deutsche Literatur und Kulturwissenschaften - Literatur mit Profil und von Format bis 18.3.2012

Quelle: Lofft

Von: LOFFT - 4 Bilder

 

Die Leipziger EDITION VOSS im Horlemann Verlag setzt Schwerpunkte: Neueste Deutsche Literatur und Kulturwissenschaften - Literatur mit Profil und von Format. Und mit Gefühl: Im Frühjahrsprogramm geht es ganz und gar um Liebe. Im Rahmen der „Buchmesse Leipzig“ und „Leipzig liest“ schlägt die Edition Voss ihre Zelte für vier Tage im LOFFT auf. Alle Lesungen sind von - teilweise eigens dafür komponierter - Live-Musik begleitet. Literarisch, musikalisch, theatral - und durchaus berührend. Alle Buchpremieren finden unter Anwesenheit der Autoren statt und werden musikalisch begleitet. Zudem können die Bücher von Edition Voss/ Horlemann Verlag exklusiv erworben werden.

ÜBERLEBEN IN UMBRUCHZEITEN

Biographische Essays zu Herbert Ihering

Göschel, Kirschstein, Lingnau

„Herbert Ihering war kein homo politicus. Politisches Gespür ging ihm ab – einzig wichtig war Theater, und das war entweder gute oder schlechte Kunst.“
Der Kritiker Herbert Ihering (1888-1977) hat in den 1920er Jahren ein Theatertalent etabliert: Bertolt Brecht. Doch seine Biographie hat mehr zu erzählen. Schon ein Blick auf die Lebensdaten des einst einflussreichsten Kritikers Deutschlands, zeigt, dass sich Leben und Geschichte eng verbinden. In Iherings Biographie bedingen sich Kritik und Umbruchzeiten, sein Schreiben ist immer Reaktion auf Veränderungen und Wunsch nach Veränderung. Daher ist auch der Duktus der Essays dynamisch gehalten: dem vorgefundenen Material angemessen, ohne ein abschließendes Urteil zu fällen. Mal erscheint Ihering als prägende Gestalt, mal zeigt sich, dass er von historischen Ereignissen überrollt wird. Iherings Umfeld ist bislang unbeleuchtet, sogar unbenannt. Dabei lassen gerade diese Umstände die  Umbrüche deutlicher hervortreten. „Für Ihering wird es höchste Zeit.“, meint Altkritiker Günther Rühle, „Herbert Ihering hat wohl eine der deutschesten Biographien des 20. Jahrhunderts. Durch sein ambivalentes, ganz dem Theater verpflichtetes Leben geriet er immer wieder in merkwürdige, aber typische Situationen, sodass sich der mäandernde Verlauf der deutschen Geschichte in seiner Biographie niederschlägt.“ Die Lesung der drei Autoren, wird von Klaviermusik der 1920er Jahre begleitet.

 

SEBASTIAN GÖSCHEL, CORINNA KIRSCHSTEIN, FEE ISABELLE LINGNAU Überleben in Umbruchzeiten. Biographische Essays zu Herbert Ihering. Edition Voss.  18,90 Euro. ISBN: 978-3-8950-232-0

 

LOFFT, Saal - 18.03.2012 , 12:00 Uhr - Preiskategorie B

LEIPZIG LIEST - DIE LIEBESLEKTION Ewart Reder

Eine Lehrerin wird von ihrem Schüler gekidnappt. Die Bedingung für ihre Freilassung scheint absurd: Sie soll aufschreiben, was sie von diesem Schüler hält, der sich von ihr missverstanden fühlt. Während er auf Erklärungen hofft, schreibt sie heimlich ihre ganz eigene Geschichte. Der Roman ist geschickt konstruiert: Zweckmäßig eingesetzte Sprechsprache wechselt mit breiter Epik samt ironischen Zwischentönen sowie lyrischen Bausteinen, die ihre Wurzel zum Teil im Mittelhochdeutschen haben. Dabei wird der Leser schnell ein Suchender; die Verwirrung erlebt er somit nicht nur in thematischer, sondern auch in sprachlicher Hinsicht. Reder entwickelt die menschlichen Abgründe langsam, entschleunigt die Zeit und wirft den Leser zurück auf grundsätzliche Fragen: Wie sollen wir handeln? Wo lauern die Gefahren in uns selbst und in der Interaktion zwischen uns und den anderen? Was ist der Mensch?

Ewart Reder wurde 1957 in Westberlin geboren. Seit 1998 veröffentlicht er vor allem Lyrik und Kurzprosa. Reder ist freier Mitarbeiter des Literat (Berlin) und des Kritischen Lexikons der Gegenwartsliteratur (Hrsg. Heinz Ludwig Arnold), Kolumnist der Zeitschrift eXperimenta und Redakteur der Literatursendung "WortWellen" des radio x Frankfurt.

 

EWART REEDER Die Liebeslektion. Roman. Edition Voss. 17,90 Euro. ISBN: 978-3-89502-327-9

LOFFT, Saal - 16.03.2012 , 17:00 Uhr - Preiskategorie B

GEORG BÜCHNER. DAS HERZ SO ROT - Udo Weinbörner

Der Mediziner, Naturwissenschaftler, Schriftsteller und Revolutionär Georg Büchner ist bekannt für sein unermüdliches Aufbegehren gegen Gewalt und Schikanen der Obrigkeit. Bis zu seinem Tod hat er, der nicht einmal 24 Jahre alt wurde, für soziale Gerechtigkeit gekämpft. Seiner Geliebten, der Pfarrerstochter Minna Jaeglé, vertraute er an, er habe „… Angst. Mit der Welt, wie sie ist, will ich mich nicht abfinden. Das kann gefährlich sein.“ Rechtzeitig zum 175. Todestag (2012) und zum 200. Geburtstag (2013) Büchners legt Weinbörner einen Roman vor, in dem er anhand der Liebe zwischen Georg und Minna Einblicke in die Lebensgeschichte des Schriftstellers gibt. Minna ist gleichwertige Diskussionspartnerin, der er aufgrund ihrer intellektuellen Fähigkeiten vertrauen kann und die ihm in Sachen Aufrichtigkeit in nichts nachsteht. Nach seinem Tod wird sie Schulleiterin und führt ein selbstbestimmtes Leben. Sie überlebte ihren Georg um knapp 44 Jahre.
Liebeslieder des 19. Jahrhunderts bilden den stimmungsvollen Rahmen der Lesung.


Udo Weinbörner, Jahrgang 1959, lebt in Meckenheim und arbeitet als Referatsleiter für Internationale Zivilrechtshilfe und Forschung im Bundesamt für Justiz. 1988 erschien sein erster Roman „Der Froschkönig“. Weitere Bücher folgten, z.B. „Schiller. Der Roman“ (2005). Neben belletristischen Arbeiten veröffentlichte er zahlreiche Sachbücher und Kurzhörspiele.

UDO WEINBÖRNER Georg Büchner. Das Herz so rot. Edition Voss. Biographischer Roman. 19,90 Euro. ISBN: 978-3-89502-324-8

LOFFT, Saal - 17.03.2012 , 20:00 Uhr - 8 € / 5 €

NACHBARSCHAFTSKUNDE - Rainer W. Campmann

„Muss erzählen, was ich nicht weiß. Ein Autor sollte nicht aufschreiben, was er schon weiß.“ Mit dieser Einstellung gelingt es Campmann, das Wesentliche zu ergründen: Wenn man die Augen aufmacht und seine Nachbarn wie sich selbst beobachtet, dann kann man versuchen, die Ereignisse der Zeit begreifbar zu machen. In knapp einhundert kurzen Geschichten, deren roter Faden sich in einer Biographie findet, entwirft Campmann ein facettenreiches Bild der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die lauten und leisen Ereignisse in der Familie und in der Welt sind es, die seinen Protagonisten beschäftigen, die dessen Phantasien über das, was war und ist oder gar sein könnte, anregen. Die Geschichten rühren, regen auf, unterhalten und setzen sich mit dem Suchen und Finden in der Welt auseinander.

Special Guest ist Ulrich Straeter. Campmann ist Straeters Lektor und daher ganz entspannt, wenn er aus seinem neuen Buch „Sizilianische Zitronen“ liest. Das kommt daher als konventioneller Reisebericht, entpuppt sich aber als intime Reise ins Herz der Insel, ganz nah an den Menschen und deren Gewohnheiten.

Rainer W. Campmann, 1944 geboren, ist seit den 70er Jahren als freier Schriftsteller tätig und lebt in Bochum. Er ist Verfasser zahlreicher Erzählungen, Gedichte und Drehbücher für Fernsehreportagen und -serien. Außerdem hat er sich als Herausgeber von Anthologien einen Namen gemacht.

RAINER W. CAMPMANN Nachbarschaftskunde. Edition Voss. Roman. 18,90 Euro. ISBN: 978-3-89502-328-6

 

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04177 Leipzig

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Öffentlichkeitsarbeit
Sebastian Göschel
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