21.01.2012 08:13 Erstaufführung am Staatstheater Wiesbaden

Der erste Medienstar der Geschichte - Der eiserne Gustav, Zucht und Ordnung lehrt er seine Söhne und Töchter

Der Eiserne Gustav (© Martin Kaufhold

Von: Sandra Ihrig - 13 Bilder

Gustav Hackendahl, genannt der Eiserne, trägt seinen Namen zu Recht. Preußische Disziplin wurde ihm eingebleut in der Armee des Kaisers, Zucht und Ordnung lehrt er seine Söhne und Töchter. Vorerst scheint das Lebenskonzept aufzugehen.

Der Droschkenbetrieb mit dreißig Pferden floriert, die Familie lebt im relativen Wohlstand. Doch dann kommt der erste Weltkrieg, und nichts ist mehr sicher. Die Pferde werden eingezogen und mit ihnen Hackendahls Lebensgrundlage, die Nahrung wird knapp und, was das Schlimmste ist, die Kinder machen, was sie wollen.

Nach dem Krieg erobert das Automobil die Straßen, nach Droschken fragt jetzt keiner mehr. Aber weil der Gustav eben eisern ist, mag er den Schritt in die Moderne nicht mitvollziehen. Dafür gönnt er sich einen letzten Triumph: Mit der Kutsche fährt er von Berlin nach Paris und wird auf diese Weise zu einem der ersten Medienstars.

Hans Falladas Romane erleben zur Zeit eine überraschende Renaissance, und auch das Theater entdeckt seine kraftvollen Figuren und humorvollen Stoffe wieder aufs Neue. Sein ‚Eiserner Gustav‘ nimmt sich die reale Figur des Berliner Droschkenkutschers Gustav Hartmann zum Vorbild, der mit seiner Droschkenfahrt nach Paris im Jahr 1928 zum Symbol der Völkerfreundschaft wurde.

Fallada schlägt in seinem Roman den Bogen vom ausgehenden Kaiserreich bis in die Weimarer Republik und erzählt über eine Zeit der Wandlung, in der jegliche Werte ihre Bedeutung verlieren und das Weltgefüge sich grundlegend verändert.

Er kritisiert den blinden Autoritätsglauben und Hurrapatriotismus der wilhelminischen Zeit und beschreibt anrührend das Leid der Kriegsjahre und die darauffolgenden politischen Wirren. Vor allem aber schreibt er die bewegende Geschichte eines Menschen, über den die Zeit hinwegrollt, der allen Boden unter den Füßen verliert und sich zuletzt doch noch zu fassen weiß.

Erstaufführung

Nach dem Roman von Hans Fallada

Fassung von Barbara Wendland

Premiere

Samstag, den 21.01.2012, 19.30 Uhr

Kleines Haus

Donnerstag, den 26.01.2012, 19.30 Uhr
Mittwoch, den 01.02.2012, 19.30 Uhr

Mittwoch, den 22.02.2012, 19.30 Uhr
Freitag, den 24.02.2012, 19.30 Uhr

InszenierungTilman Gersch
Bühne und KostümeMiriam Grimm
MusikFrank Rosenberger
DramaturgieBarbara Wendland
Mit:
GustavRainer Kühn
MutterMonika Kroll
OttoMichael von Bennigsen
ErichMichael Birnbaum
HeinzNils Kreutinger
SophieFranziska Beyer
EvaSybille Weiser
Tutti / TinetteViola Pobitschka
EugenStefan Schießleder
IrmaMagdalena Höfner
KlavierFrank Rosenberger

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