18.04.2013 10:13 Kultserie „Rote Erde”

Das Ensemble des Schauspiel Essen ist mit „Rote Erde“ zum NRW-Theatertreffen in Bielefeld eingeladen

Das Ensemble des Schauspiel Essen ist mit „Rote Erde“ zum NRW-Theatertreffen in Bielefeld eingeladen

Zum ersten Mal in der Geschichte des NRW-Theatertreffens steht auch der Tanz im Fokus. Rote Erde, Fotos: Birgit Hupfeld

Von: GFDK - Martin Siebold - 6 Bilder

Essen. Die Uraufführungsinszenierung „Rote Erde“ von Volker Lösch, die zu Beginn dieser Spielzeit am Schauspiel Essen entstanden ist, zählt zu den neun besten Stücken in Nordrhein-Westfalen.

Davon war die Vorauswahl-Jury für das diesjährige NRW-Theatertreffen (26. – 30. Juni) in Bielefeld überzeugt und hat jetzt die Essener Theatermacher eingeladen, dieses Stück, das von Dramaturgin Beate Seidel und Regisseur Volker Lösch nach dem Roman von Peter Stripp und mit Texten von jungen arbeitslosen Männern und Bürgerinnen und Bürgern aus Essen entwickelt wurde, am Freitag, dem 28. Juni im Rahmen des Festivals im Bielefelder Stadttheater zu präsentieren. Die Vorstellung beginnt um 20:30 Uhr.

Neben dem Schauspiel Essen, dessen „Rote Erde“ übrigens auch für das Berliner Theatertreffen in der Diskussion stand (http://www.berlinerfestspiele.de/de/aktuell/festivals/theatertreffen/tt13_programm/tt13_diskutiert/tt13_diskutiert_1.php ), sind das Düsseldorfer Schauspielhaus, die Wuppertaler Bühnen, das Schauspielhaus Bochum, das Schlosstheater Moers, das Theater Aachen, das Rheinisches Landestheater Neuss, das Schauspiel Dortmund sowie das Theater an der Ruhr Mülheim mit Inszenierungen vertreten.


Zum ersten Mal in der Geschichte des NRW-Theatertreffens steht auch der Tanz im Fokus. Außerhalb des Wettbewerbs wird im Festivalprogramm eine Auswahl choreographischer Uraufführungen von Tanzensembles aus Nordrhein-Westfalen gezeigt: vom Theater Krefeld / Mönchengladbach, vom Ballett im Revier / Gelsenkirchen und vom Theater Hagen.

Karten sind an der Bielefelder Theater- und Konzertkasse, Tel.: 0521/515454, erhältlich.
Weitere Informationen unter: www.nrw-theatertreffen.de

Im Essener Grillo-Theater ist „Rote Erde“ vor dem Bielefeld-Gastspiel noch an folgenden Terminen zu erleben: 19./25. April, 4./9. Mai, 8. Juni.
Karten hierfür gibt’s im TicketCenter der TUP, Tel.: 0201/81 22-200.

 

 

 

Nähere Informationen zur Uraufführung „Rote Erde“

Die Kultserie „Rote Erde”, verfilmt von Klaus Emmerich nach dem gleichnamigen Roman von Peter Stripp, ist den Gründungsmythen des Ruhrpotts gewidmet. Im Mittelpunkt steht der pommersche Bauernjunge Bruno Kruska, der ins „Land der roten Erde” kommt, um hier sein Glück zu machen. Erzählt wird die Aufbruchsgeschichte eines Landstrichs und seiner jungen Menschen, denen es im täglichen Kampf um bessere Arbeits- und Lebensbedingungen für einen kurzen historischen Moment sogar gelingt, ihre Daseinsverhältnisse neu zu gestalten. Wie der Start junger Leute „ins Leben” dagegen heutzutage aussieht, untersucht diese Inszenierung und beschreibt eine unübersehbare Differenz: Der Bauer Bruno Kruska von heute (ohne große Schul- und Berufausbildung) wäre wohl Hartz IV-Empfänger, ein Bearbeitungsfall fürs Jobcenter.

Auf der Bühne stehen neben den Mitgliedern des Ensembles zwölf junge Männer, die nicht nur als Akteure der Theatererzählung zu sehen sind, sondern die auch ihre eigenen Themen, ihre Ängste, ihre Wünsche, ihre Zukunftsträume zum Bühnenstoff gemacht haben. Aus Befragungen einiger Mitspieler und Interviews, die mit Menschen aus dem „Pott” geführt wurden, entstand ein aktueller Kommentar zur Arbeitersaga „Rote Erde”.

 

Regie führt Volker Lösch, dessen Theaterarbeit oftmals von der Einbindung chorischer Sprechformen und der Kombination von professionellen Schauspielern und Laiendarstellern geprägt ist. Seine Bühnenprojekte, für die er im Januar mit dem Lessing-Preis ausgezeichnet wurde, leben immer auch von der engen Rückbindung an gesellschaftliche Konflikte. „Kunst ohne Anbindung an das Draußen, an die Zeit, in der ich lebe, finde ich sinnlos“, sagte er 2009 in einem Zeitungsinterview.

 

Die Inszenierung „Rote Erde“ wird gefördert von der Sparkasse Essen.

 

Peter Stripps Roman ist im Verlag Henselowsky Boschmann erschienen, ISBN 978-3-922750-88-8.

 

MartinSiebold
Leitung Presse-
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martin.siebold@tup-online.de

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