05.05.2012 17:46 Samstag, den 05.05.2012, 19.30 Uhr

10 seconds in Wiesbaden - Wie nehmen Menschen Zeit wahr, wie erinnern sie sich an die bedeutenden Augenblicke ihres Lebens?

10 seconds Am Staatstheater Wiesbaden(© Lena Obst)

Von: Lucia Zimmermann - 15 Bilder von Lena Obst

Kurze Statusmeldungen erscheinen auf unzähligen Plattformen im World Wide Web. Das Bild einer Torte findet über Skype seinen Weg zum Geburtstagskind. Wie die Torte schmeckt, bleibt der Fantasie überlassen.

In ‚10 seconds‘ widmen sich die Tänzerinnen und Tänzer abseits der allgegenwärtigen virtuellen Welt den Gefühlen, die nur von einer direkten Berührung ausgelöst werden können. Wie nehmen Menschen Zeit wahr und wie erinnern sie sich an die bedeutenden Augenblicke ihres Lebens?

Als Fremde und Vertraute treffen sie aufeinander und tauschen Träume und Vorstellungen, Geschichten und Bewegungsstile.

Dynamische Salti und Schrauben des Martial Arts Tricking stoßen auf die kraftvollen Rhythmen traditioneller slowakischer Tänze.
Junge Tanzstile der urbanen zeitgenössischen Szene wie House Dance und Breaking werden in einer einmaligen Bewegungscollage mit Artistik und Flamenco verwoben.

In einer furiosen Mischung der Choreographie des Düsseldorfers Takao Baba, der Videokunst des niederländischen Künstlerduos Urbi et Orbi und einem vielfältigen Soundtrack zwischen elektronischen Klängen und Klaviermusik feiern die Tänzerinnen und Tänzer die faszinierenden Momente der Anziehungskraft.

Tanz gibt der Zeit durch seine Bewegung und Pausen einen eigenen Takt. Manchmal machen Choreographen diese Wirkung des Tanzes selbst zum Thema. Das neue Werk des Düsseldorfers Takao Baba mit dem Ensemble E-Motion am Tanzhaus NRW heißt ‚10 seconds‘ und beginnt schmissig.

Während hinten eine projizierte Digitaluhr Millisekunden zählt, präsentiert jeder der sechs Tänzer eine Sequenz, die zehn Sekunden dauert. Das ist für einen Tänzer nicht wenig. Er kann zehnmal seine eigene Hand am Boden umrunden oder aus der Ruhe heraus zwei Salti springen (…)

Die unkonventionelle Musikzusammenstellung von Takao Baba, die von Klaviermusik über Rockgitarre bis zu Chill-out-Sounds reicht, ist unaufdringlich. Ein Video zeigt Autolichter und Reklameflimmern am New Yorker Times Square. Dieser Bilder-, Häuser- und Schriftflut stellt das Stück den Spaß an solider Körperlichkeit entgegen (…)

Besonders Andrea Böge glänzt. Wenn sie einfach nur da sitzt, füllt sie schon den Raum. Wenn sie tanzt, glasklar, scharfkantig, feinnervig, spielt sie wie eine Musikerin mit Geschwindigkeit und Verzögerung.

Melanie Suchy, Rheinische Post

Zeitgenössischer Tanz zwischen Martial Arts Tricking, B-Boying und HipHop

Premiere: 12. Mai 2011, tanzhaus nrw, Düsseldorf

Koproduktion mit Theater an der Parkaue (ETC-Mitglied) und tanzhaus nrw, Düsseldorf

Samstag, den 05.05.2012, 19.30 Uhr

Kleines Haus

Choreografie Takao Baba
Choreografische Assistenz Andrea Böge
Konzept Takao Baba, Toni Antoniou
Dramaturgie Amelie Mallmann
Videokunst Urbi et Orbi (Thomas Bouvy, Maaike Engels)
Lichtdesign Horst Mühlberger
Produktionsleitung / Management Annekathrin Ebert
Bühnenbild / Licht Roger Irman
Kostüme Farid Mohammad Pour Baroug (‚Joker‘)
Mit:
Tänzerinnen und Tänzer Andrea Böge, Barbora Brieková, Nicolaas Traa, Agron Selimaj, Besnik Selimaj, Fatmir Ziberi, Sefa Demirbas

Aufführungsdauer: 60 Minuten, keine Pause

Lucia Zimmermann
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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Martin Kaufhold
Theaterfotograf
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