27.09.2012 08:02 Lohengrin suchte das Weib, das an ihn glaubte

Nationaltheater Mannheim: Lohengrin - das Ende Wagners Schaffensperiode - am 28.09.2012

Copyright: Hans Jörg Michel

Von: GFDK-Sandra Strahonja - 3 Bilder

Der Graf von Telramund und seine Gattin Ortrud intrigieren gegen Elsa, die Schwester des angeblich ermordeten Herzogs Gottfried. „Aus fernem Land“ erscheint der unbekannte Ritter Lohengrin und errettet Elsa unter der Bedingung, niemals von ihr nach Herkunft und Namen gefragt zu werden. Doch am Hochzeitstag kann Elsa dem Verbot nicht mehr standhalten und bricht ihr Wort.

Lohengrin gibt sich zu erkennen und verkündet, dahin zurückkehren zu müssen, woher er gekommen sei. Die Intriganten scheinen den Sieg davonzutragen, doch dann kehrt der totgeglaubte Gottfried zurück.

„Lohengrin suchte das Weib, das an ihn glaubte: das nicht früge, wer er sei und woher er komme, sondern ihn liebte, wie er sei und weil er so sei, wie er ihm erschiene“, schrieb Wagner in der Mitteilung an seine Freunde.

Das Frageverbot ist für Lohengrin Voraussetzung dafür, dass seine höhere Natur unerkannt bleibt. Gerade damit verstärkt er jedoch seine Ausnahmestellung und zeigt das Wunderbare seiner Erscheinung. Aufgrund dieser tragischen Dialektik müsste das Verbot auch ohne das Wirken des Intrigantenpaares von Elsa verletzt werden, und so ist die Katastrophe unabwendbar und notwendig. Sie wird nicht zum Ziel der Handlung, sondern ist in einem hohen Maße von innen motiviert, so dass die Unentrinnbarkeit des Konflikts zur entscheidenden Gestaltungsidee Wagners wird.

Mit dem Abschluss des Lohengrin am 28. April 1848 endet Richard Wagners Schaffensperiode der romantischen Opern. Bis zur Wiederaufnahme kontinuierlicher Kompositionsarbeit vergehen mehr als fünf Jahre.

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