29.07.2013 08:13 wunderschöne Harmoniegerüste

The Grand Opening, Meister tiefer Melancholie, präsentiert neues Werk "Don't Look Back Into the Darkness" im Oktober

The Grand Opening sind Melancholie pur

The Grand Opening bringen das einsam-romantische Bild von der schwedischen Natur zum Klingen und paaren es mit zweifelnden Texten über den Platz des Menschen in der Welt und über Erinnerungen an die persönliche Vergangenheit. Bild 1+2: The Grand Opening © Johan Mansson

The Grand Opening beruehren mit ihren Liedern

Neues Album Dont look back into the darkness von The Grand Opening

Bild 3: Album "Don't Look Back Into the Darkness" © Tapete Records

Von: GFDK - Finn Lösekann - 3 Bilder

Muss man eigentlich Schwede sein, um eine so tiefe Melancholie so treffend, so wunderschön in Musik zu gießen? Das Ein-Mann-Projekt The Grand Opening des Stockholmer Multiinstrumentalisten John Roger Olsson beweist auf seinem vierten Album jedenfalls eindrucksvoll, dass es zu Recht zu den feinsten Vertretern dieser Kunst gezählt wird. 

Wenn man in einem Atemzug mit dem American Music Club, Talk Talk, den Red House Painters und The Blue Nile genannt wird, wie es die britische Musikpresse tut, dann ist das natürlich schmeichelhaft, und sicherlich sind diese Referenzen als grobe Orientierung auch hilfreich. Aber die Ähnlichkeit zu The Grand Opening erstreckt sich bestenfalls auf die durch die Musik erzeugte Stimmung. Wer die vorigen drei Alben kennt, erkennt die typischen monotonen Gitarrenstrukturen wieder, die spärlichen, aber immer wunderschönen Harmoniegerüste und natürlich Olssons einzigartige schwermütig-warme Stimme – das alles perfekt arrangiert und mithilfe diverser Gastmusiker (s.u.) auf höchstem technischem Niveau eingespielt. 

Wir lieben Musik... weil sie uns aus der Seele spricht

Was den genannten Referenzen fehlt – und da kommen wir zurück zur Ausgangsfrage –, ist die, nennen wir es mal: schwedische Komponente. The Grand Opening bringen das einsam-romantische Bild von der schwedischen Natur zum Klingen und paaren es mit zweifelnden Texten über den Platz des Menschen in der Welt und über Erinnerungen an die persönliche Vergangenheit. Da passte es natürlich hervorragend, dass Olsson kurze Zeit bevor er das neue Album aufnahm, alte Fotos bei seiner Großmutter fand, die auf magische Weise die Stimmung wiedergeben, die Olsson erzeugen möchte, und die er deshalb auch für das Artwork des Albums auswählte. Besonders das Covermotiv hatte es ihm angetan; es zeigt seine Familie bei einem Bootsausflug, merkwürdig innehaltend, und auf sehr gespenstische Weise ist eine Figur in der Mitte des Bildes zu einem geisterhaften Schemen verblasst. 

Die Aufnahmen zum Album begannen 2012 in Sessions mit wechselnder Besetzung, aber die Suche nach der richtigen Richtung gestaltete sich schwierig. Schlussendlich war es John Roger Olsson selbst, der eingeschlossen in seinem neuen Studio in Stockholm und inspiriert von Ideen und Akkorden, die ihn seit langer Zeit beschäftigten, innerhalb von vier Tagen das Album aufnahm. Die entstandenen Songs wurden dann von Jens Pettersson (Drums), Patric Thorman (Bass) und Leo Svensson Sander (Cello) sowie von Johan Krantz und Anna Ödlund im Chor ergänzt.

Album-Veröffentlichung: 11. Oktober 2013

 

Tapete Records

Finn Lösekann
finn@tapeterecords.de