23.04.2012 07:53 ein fettes Paket geschnürt

Musik Rock/Pop: Interview mit Pan Pot zum neuen Werk MOBILEE BACK TO BACK VOL. 6

Quelle: PR

Von: Dieter Schienhammer

Pan-Pot Interview - mobilee back to back vol. 6 CD-Compilation / DVD-Documentary

 

Was dachtet Ihr voneinander, als Ihr Euch zum ersten Mal begegnet seid?

 

Tassilo: Wir haben uns 2003 an der SAE - School of Audio Engineering in Berlin kennen gelernt. Uns war schnell klar, dass wir die beiden sind, die schon musikalisch am besten zusammen passen: Wir waren die einzigen, die auf Techno und House standen. Wir waren uns auch gleich sympathisch. Als Klassenclown war Thomas auch damals schon – auf eine witzige Art und Weise – der Lustige, Alberne, Freakige. Er hat mich auch in die Minimal-Scheine reinmanövriert.

Thomas: Ich hatte einen ziemlich guten Eindruck von Tassilo: er war höfflicher, hilfsbereiter und offener für Neues als ich es von vielen Leuten aus Berlin gewohnt war. Von daher hatte ich von Anfang an ein gutes Gefühl.

 

Die meisten Techno-Musiker sind Autodidakten. Was für einen Unterschied macht Euer Studium?

 

Tassilo: Einen großen. Am Anfang haben wir punk-mässig gearbeitet. Im Studium hat man gelernt, wie bestimmte Effekte „richtig“ einsetzt werden. Davon entfernen wir uns immer mehr: Natürlich soll man es so machen, wie man es geil findet.

Thomas: Ich arbeite auch heute noch punkig. Tassilo schiebt mich dann aber immer zu Recht und erklärt: „Man, so geht das nicht. Da muss ein EQ drauf.“

 

Sam & Dave, Simon & Garfunkel, Elton John/Bernie Taupin, Outkast – die Liste der legendären Pop-Duos ist lang. Wie sieht bei Euch die Rollenverteilung aus? Wie ergänzt Ihr Euch?

 

Tassilo: Wenn wir im Studio Musik machen, ist es eine 50:50-Verteilung. Jeder bringt seine Ideen mit. Während der eine seine Idee umsetzt, sitzt der andere daneben und sagt, was er cool findet und was ihm weniger gefällt. Diese Konstellation tauscht sich konstant aus. Ich mache oft den Feinschliff, das Mixing am Ende. Die grundsätzliche Verteilung ist die, dass ich mich um das Business kümmere, die Kontakte pflege und alles erledige und Thomas eher der Clown ist – das ergänzt sich gut.

Thomas: Das stimmt. Kontakte pflege ich im Club und nicht über Email und Telefon. Ich bin eher der Typ, der was an der Bar aus macht und nicht im Vertrag.

 

Seid ihr immer zusammen im Studio?

 

Tassilo: In 80% bis 90% der Zeit sitzen wir nebeneinander. Manchmal kommt auch einer mit einer Idee, etwa einer Hookline. Das Finishing machen wir aber immer gemeinsam.

 

Viele elektronische Musiker schicken sich Files hin und her. Ihr arbeitet eher wie eine Band.

 

Tassilo: Die Auseinandersetzung ist so viel intensiver. Natürlich dauert es auch länger. Wir müssen immer einen Kompromiss finden. Der Entstehungsweg ist lang, er funktioniert aber gut für uns.

Thomas: Manchmal zu lang. Daran ist aber auch die PS3 schuld, die im Studio steht!

 

Wie lange arbeitet ihr an einem Stück?

 

Tassilo: Wenn es flutscht, kann es an einem Tag fertig sein, so dass man danach nur noch den Feinschliff machen muss. Sonst kann es sich auch über ein oder zwei Wochen hinziehen.

Thomas: Das Komische daran ist, dass die Tracks, die an einem Tag fertig geworden sind, fast immer die besseren sind.

 

Was sind die tollsten, schönsten, erfüllendsten und witzigsten Momente in Eurer Karriere bisher?

 

Tassilo: Wir haben extrem viele gute, witzige Momente unterwegs. Das hält uns am Leben, weil das Touren bei allem Vergnügen natürlich auch sehr anstrengend ist. Es gibt Geschichten, die  sich einbrennen: Beim „Ten Days Off“ in Gent haben die Mädels angefangen ihre BHs und Tangas auf die Bühne zu schmeißen, so dass Thomas dann mit einem Slip auf dem Kopf auflegte. Ein Highlight für uns persönlich ist das Sonarfestival, das ist eine Woche Spaß und Vollgas. Eine spektakuläre Anekdote: Einmal haben wir in Honolulu gespielt. Die Afterparty sollte auf einem Schiff stattfinden. Als wir dort ankamen, standen wir vor einem kleinem Segelboot, das sich aber als ein für gerade Mal acht Personen zugelassenenes Boot entpuppte. Zeitweilig feierten wir dort mit fünfzig Leuten: Der totale Wahnsinn! Dann ging auch noch das Shuttle-Boot kaputt, das uns zurück ans Land bringen sollte. Thomas und seine Bruder musste mit fünfunddreißig Verstrahlten über das offene Meer nach Honolulu schippern – durch vier Meter hohe Wellen. Legendär ist auch „Awakenings“: Auf das Video mit dem Feuerwerk werden wir immer wieder angesprochen. Vor dem Konzert sagte der Veranstalter, die Leute vor der Bühne müssten weg. Wenig später begriffen wir, warum: Während des Intros ging der Flammenwerfer los. Der Schweiß lief uns über das Gesicht.

Thomas: Wir spielen unterwegs immer Mau Mau. Da ist Tassilo meist der bessere. Dann gibt es noch die Schlaf-Foto-Challange: Wem gelingt es, dass bessere Foto zu machen, während andere schläft? Da gewinne ich meistens.

 

Sven Väth hat Euch zu einem Live-Set auf seine Party auf Ibiza eingeladen. Das ist einer der Höhepunkte auf der DVD.

 

Tassilo: Wir haben uns darauf zwei Monate vorbereitet und überlegt, ob und wie wir live spielen können. Die Konzentration war dann so extrem, dass ich überhaupt nichts mitbekommen habe. In der Konstellation war das natürlich ein toller Abend. Mal schauen, ob wir es wieder live spielen.

Thomas: Das war toll.  Ich sehe uns aber trotzdem als DJs.

 

Eure Fans sollen legendär sein. Was macht sie so besonders und wie sieht Eure Beziehung zu ihnen aus?

 

Tassilo: Wir freuen uns wahnsinnig über das Feedback, das wir bekommen. Man sagt uns auch nach, dass wir ständig am smilen sind, wenn wir auflegen. Das liegt einfach daran, dass uns das extrem viel Spaß macht. Wir mögen es am liebsten, wenn die DJ-Booth face-to-face vor den Leuten steht. Gerade der Blickkontakt ist uns sehr wichtig. Und auch mal mit einer Flasche Jägermeister rum zu gehen, und die Leute reihenweise abzufüllen.

Thomas: Am Feedback ist auch wichtig, dass es ehrlich ist. Ich weiß es total zu schätzen, wenn uns jemand auch mal sagt, dass wir scheiße waren.

 

Auf der CD2 präsentiert ihr ein „Best-Of“-Pan-Pot-Set. Wie habt ihr die Tracks ausgewählt? Was ist die Dramaturgie des Albums? Wie habt ihr sie bearbeitet?

 

Tassilo: Die Idee war, einen Pan-Pot Mastermix zu machen. Aus den Originalstücken haben wir einzelne Parts raus genommen, um eine andere Bassline und neue Elemente einzufügen. So ist es zugleich DJ-Mix und Live-Set. Cari Golden singt das Intro. Es gibt drei neue Tracks, „Gravity“ erscheint auch als Single. Ganz besonders stolz sind für auf den Remix von Slams „Lifetimes“, das ist einer unserer absoluten Lieblingstracks. Wir hatten mehrere Versionen des Sets, und haben sie immer wieder mit Ralf und Anja gegen gehört. Jedes Kapitel trägt den Namen einer Stadt. Sie stellt eine Verbindung zu den Emotionen her, die wir mit diesen Orten verbinden. 

 

Die DVD verlangt Euch ganz neue, darstellerische Qualitäten ab. Wie war es für Euch vor der Kamera zu stehen?

 

Tassilo: Wir haben damit grundsätzlich kein Problem, in den letzten Jahren haben wir uns ganz gut dran gewöhnt. Als sich das Projekt DVD konkretisierte und auch klar wurde, dass Sebastian mitkommt, und wir uns äußern müssen, war es dann doch wieder aufregend. Freunde und Kollegen haben super Statements abgegeben. Wenn ich das Intro sehe, bekomme ich Gänsehaut. Bei Fotos aus alten Tagen denke ich natürlich: Alter Schwede, ganz schön peinlich.  Aber das gehört natürlich dazu.

Thomas: Am Anfang fand ich es ganz schön nervig, dass mich jemand nach dem Gig fragt: "Und sag mal: wie war´s denn?" In einem solchen Moment habe ich einfach keine Lust Statements zu liefern. Jetzt, wo ich sehe, was daraus geworden ist, war es jeden Stress wert.

 

Und was plant ihr für 2012?

 

Tassilo: Die Tour zu „Back to Back“ dauert zwei bis drei Monate. Bis Juni wollen wir das Album fertig machen, es gibt schon viele Ideen. Dazu gibt es dann wieder eine Tour: Dieses Jahr ist Rock N´ Roll angesagt.

Thomas: Und danach Urlaub!

Albuminfo:

 

Die sechste Folge der erfolgreichen „back to back“ Compilation-Serie des Berliner Club-Labels mobilee steht voll und ganz im Zeichen von Pan-Pot. Mit zwei CDs und einer DVD wurde ein fettes Paket geschnürt:

Auf CD1 lassen Pan-Pot ihre liebsten mobilee-Releases von 2011 Revue passieren, auf CD2 verdichten sie ihr eigenes Schaffen zu einem mitreißenden Mastermix. Auf einer eigens für diesen Release produzierten DVD-Doku sind Pan-Pots sensationelle Festivalauftritte zu erleben. Gleichzeitig werden zum ersten Mal die Persönlichkeiten hinter der Musik spürbar.

 

Pan-Pot

Das unermüdliche, ultrakreative Produzenten-Duo hat sich mit Ohrwürmern wie „Captain My Captain“ oder „Confronted“ in die Herzen der Party People gespielt. Zahllose glühende Fans machen ihre Auftritte zu einem einzigartigen Ereignis. Der Charme und die Virtuosität, mit der sie immer größere Bühnen bespielen, lässt sie aus dem Tagesgeschehen der Clubmusik herausstechen.  Mit ihren verführerischen Grooves und unvergesslichen Melodien zeigen sie wie kaum ein anderer Act, welche Wirkung die Musik auch jenseits des Dancefloors entfalten kann. Auf diesem Release geben sie in Ton und Bild auf die denkbar kompakteste Form Einblick in ihr Schaffen.

 

DVD – Pan-Pot „The Documentary!“

Um dem Phänomen Pan-Pot zwischen Klangforschung und Feiertaumel in seinem gesamten Facettenreichtum gerecht zu werden, wird dieser Release von einer aufwendig produzierten DVD ergänzt.  Der für MTV tätige Regisseur Sebastian Radlmeier hat das Duo zwölf Monate lang durch die entscheidenden Clubs und Festivals Europas begleitet. So wird die Magie, mit der Pan-Pot das Feierpublikum verzaubern, erfahrbar. Diese Tourdoku, die zugleich Künstlerportrait ist, bringt uns ganz nah an die beiden Techno-Helden. Der Rausch der Festivals mit spektakulären Lightshows und Feuerwerk wird von persönlichen Begegnungen mit den beiden so entgegengesetzten Persönlichkeiten kontrastiert. Auf der einen Seite ist da der quirlige, aus Brandenburg stammenden Thomas Benedix, der keine Gelegenheit zu einem Scherz verstreichen lässt; auf der anderen der überlegtere, distanziertere Tassilo Ippenberger aus Bayern. Behutsam ausgewählte, sorgfältig montierte Bilder erzählen von der Kindheit und Jugend der beiden am Chiemsee und in Templin, von ihrem Studium und von der schicksalshaften Begegnung mit den Mobilee-Machern Anja Schneider und Ralf Kollmann auf einer ins Wasser gefallenen Party.

Kongenial nehmen Bilder und Schnitt die Energie und Lebendigkeit der beiden auf, Musik und Sprache verschmelzen zu einer Einheit. Szenegrößen wie Markus Kavka oder Dubfire und Mitstreiter wie Sebo K oder ihr Booker Diego Moreno Gibbs kommen gleichermaßen zu Wort. Mit Material von so unterschiedlichen Orten wie San Francisco, Detroit, Warschau, Barcelona und Buenos Aires gerät doch nie die Bedeutung ihrer Wahlheimat Berlin aus dem Blickfeld – und mobilee als Homebase und Familie. Tassilo erklärt: „In der Familie steht man nie alleine da. Jeder wird mitgezogen. Wir sind das beste Beispiel. Am Anfang kannte uns niemand. Heute können wir schon andere mitziehen.“ Der Höhepunkt des Films ist ihr erster Live-Auftritt mit Sven Väth auf Ibiza. Da spürt man die Anspannung der beiden deutlich. Der kluge Schlusssatz kommt von Anja Schneider: „Der Erfolg von Pan-Pot liegt in der Chemie zwischen den beiden.“

 

Audio CD 1 & CD 2

Im Film ist Pan-Pots Musik nur in kurzen Schnipseln zu hören, auf der CD2 feuern die beiden aus allen Rohren. Es ist ein Medley, in dem die beiden Musiker fünfzehn Stücke von ihren bisherigen Veröffentlichungen auseinander nehmen und mit exklusiven Tracks, Loops und Soundsplittern zu einem Monsterset verarbeiten. Ihre großen Erfolge und persönliche Lieblinge erklingen an der Seite drei neuer, exklusiver Stücke und Raritäten wie der faszinierende Remix von Slams Technoklassiker „Lifetimes“. 

Die CD1 zelebriert „Best of mobilee 2011“. In jedem der elf Clubtracks wird die Handschrift einzigartiger Produzentenpersönlichkeiten spürbar. „Beat Faster“ des Londoner Shooting-Star Maya Jane Coles treibt die Clubber mit hypnotischen Sounds auf den Dancefloor wie die irisierende Melodie eines Schlangenbeschwörers. Das bezaubernd zarte „Hello Boy!“ von Anja Schneider trägt einen wie den Surfer die Welle. Für klassischere House-Momente sorgt Martin Lansky mit der hochemotionalen Garage-Nummer „Morning Caffeine“. So verbinden die mobilee-Artists ein unerschütterliches Gespür für die Dynamik des Dancefloor mit einer Sensibilität für emotional elektronischer Klänge.

„Mobilee Back To Back Vol. 6“ zeichnet ein Portrait von Pan-Pot und situiert sie in ihrem Umfeld.  So ist das liebevoll gestaltete Package Fanartikel und Einstiegsdroge zugleich. Das Preview online haben bereits mehr als 13.000 Menschen gesehen: So heißt es „Vorhang auf!“ für das nächste Techno-Großereignis nach „Drei Tage Wach“ und „Berlin Calling“.

 

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Dieter Schienhammer

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Weiterführende Links:
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