29.06.2013 07:46 Neues Kapitel der jungen Musikerin

Musik Pop: LENKAs Songs ihres neuen Albums "Shadows" laden zum Träumen ein

Lenka kreierte ein mit Shadows ein Album voll hochemotionaler Wiegenlieder

„Es ist ein sehr nachdenkliches Album“, sagt Lenka. „Leben und Tod und Geburt und Heirat und die nie endende Suche nach Glück." Bild 1-4: Lenka © Sony Music

Lenka nach Mutterschaft zurueck

Lenka bezeichnet ihr drittes Album als Lullaby-Album

Lenka war auf Sinnsuche waehrend einer ganz besonderen Phase in ihrem Leben

Neues Album Shadows von Lenka erscheint bei Sony Music

Bild 5: Album "Shadows" © Sony Music

Von: GFDK - Sony Music - 5 Bilder

Mutterschaft verändert einen Menschen – und hat in der Folge auch einen nicht unerheblichen Einfluss auf alles, was eine Künstlerin hervorbringt. Dies trifft natürlich auch auf die australische Sängerin und Songwriterin Lenka zu, die sich zum Arbeitsstart an ihrem dritten Album „Shadows“ mit der Situation konfrontiert sah, ihr Leben aus einer völlig neuen Perspektive neu überdenken zu müssen.

Herausgekommen ist ein Album voll hochemotionaler „Wiegenlieder”. Bereits kurz nach der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Two“ im Jahr 2011 hatte Lenka damit begonnen, Songs für ein neues Album zusammen zu stellen, darunter Kompositionen aus Sessions, die während ihrer Schwangerschaft und den ersten Monaten als Mutter stattgefunden hatten. Die Entstehung neuen Lebens hatte dabei profunde Auswirkungen auf ihre Musik und ihre Texte, wenn auch nicht immer auf unmittelbare Art und Weise.

„Dieses Album ist ein ‚träumendes Album‘“, erklärt die Songwriterin und Multi-Instrumentalistin, die seit Jahren zwischen Australien und New York pendelt. „Das kam allerdings nicht nur durch das Baby. Es war etwas, das ich schon lange machen wollte. Bereits als ich das erste und das zweite Album aufnahm, wusste ich, dass ich irgendwann ein ruhiges ‚Lullaby-Album‘ machen würde. Als ich jünger war, habe ich mir nachts Musik angehört und bin dazu eingeschlafen. Das habe ich mir immer bewahrt. Man ist dann in einem sehr schutzlosen Zustand. Und bei diesem Prozess möchte ich als Musiker mitwirken, ich möchte Songs für jene erwartungsvollen Ohren machen, die gerade am Einschlafen sind. Dann ist es fast so, als wenn die Lieder direkt in deine Träume einwirken und im Unterbewusstsein weiterklingen.“

Nach der Tour im Anschluss an die Veröffentlichung von „Two“ kehrte Lenka mit dem Vorsatz nach Australien zurück, eine neue Platte aufzunehmen, die ihr gefiel, völlig frei von Termindruck. Der Plan war, den Prozess möglichst organisch zu belassen und sich nur einem Song zu widmen, wenn man das Gefühl hatte, es war der richtige. Der Musikerin nahm Ende 2011 einige Stücke mit Kevin Salem in Woodstock auf, einige weitere entstanden im Juni 2012 in Zusammenarbeit mit Tom Schutzinger in Sydney. Die Vorabsingle „Nothing Here But Love“ stammt aus einer Session mit Pierre Marchand, die 2008 in Montreal stattfand. Doch obgleich die Songs aus völlig verschiedenen Sessions stammen, die z.T. nur Songfragmente hervorbrachten, offenbart das Album sowohl in punkto Soundästhetik als auch Inhalt (beeinflusst von der Sinnsuche der Musikerin während einer ganz besonderen Phase in ihrem Leben) eine beeindruckende Geschlossenheit.

„Es ist ein sehr nachdenkliches Album“, sagt Lenka. „Leben und Tod und Geburt und Heirat und die nie endende Suche nach Glück. Ich hatte tatsächlich die Chance, einen Schritt zurück zu treten, einen Blick auf mein Leben zu werfen und darüber nachzudenken. Der Hauptunterschied zu den Themen, über die ich normalerweise schreibe, ist, dass ich das Songwriting oft dazu benutzt habe, meine Probleme zu verarbeiten und sie als Mittel verwendet habe, um glücklich zu werden. Auf diesem Album sind nur sehr wenige solcher Songs. Es reflektiert viel mehr mein Leben als Ganzes, die Schönheiten, die es bereit hält und die Dinge, die einen traurig machen und wo mich mein Leben hingeführt hat.“

„Two Heartbeats“, eines der schönsten Stücke des Albums, wurde aus der Perspektive des Babies geschrieben (und enthält sogar Herzton-Geräusche von Lenkas Sohn aus dem Mutterleib). „Heart To The Party“ ist eine vergnügte Mitklatsch-Nummer, die die lebhafte Seite des Albums repräsentiert, „After The Winter“ (mit Tracy Bonham an der Violine) ist ein wunderbar optimistischer und tröstlicher Moment. Doch die Songs auf „Shadows“ spiegeln nicht nur Lenkas Erfahrungen als frischgebackene Mutter wider – ihr Ringen um einen Platz in der Welt ist universell und kündet von einer weit größeren Signifikanz als die bloße Schilderung ihren eigenen Anstrengungen und daraus resultierenden Erkenntnisse.    

„Ich habe mir das Augenoffenhalten zur Weltanschauung gemacht, denn durch meine Karriere habe ich in kurzer Zeit sehr viele Kulturen und verschieden Lebensweisen kennen lernen dürfen“, erklärt sie. „Ich war schon immer eine eher wenig sesshafte Natur und habe das Umherreisen sehr geliebt, doch heutzutage vermisse ich mein Zuhause sehr. Ich bin z. Zt. eher im Nestbau-Modus.“

Nachdem ihre Musik in den vergangenen Jahren auf der ganzen Welt immer populärer wurde (u.a. der Song „Everything At Once“, der für die globale „Windows 8“-Werbekampagne verwendet wurde), hat die Weiterentwicklung ihre Live-Shows für Lenka derzeit oberste Priorität. Dieso soll nicht nur musikalisch, sondern auch optisch den klanglich-stilistischen Unterschied zu ihren beiden bisherigen Alben „Two“ und ihrem selbst betitelten Debütalbum aus dem Jahr 2008 widerspiegeln. Geplant ist überdies, für einige Songs des neuen Albums (das bei ihrem eigenen Label Skipalong Records erscheint) Musikvideos zu drehen, um die visuelle Ästhetik heraus zu arbeiten. Die Kurzfilme entstehen in Zusammenarbeit mit ihrem Mann, dem Künstler James Gulliver Hancock. Lenka selbst besuchte eine Kunstschule und betrieb in den vergangenen Jahren einen Online-Handarbeitsworkshop für ihre Fans.  

Mit „Shadows“ schlägt Lenka ein neues Kapitel in ihrer Karriere als Musikerin auf. Die wunderbaren Songs sind eine bezaubernde Kollektion von friedvollen, besinnlichen Stücken, gleichsam beruhigend und wohlüberlegt. Lenkas gelingt mit ihrer Musik der Kunstgriff, sehr persönliche Inhalte zu verarbeiten und dabei dennoch für jedermann zugänglich zu bleiben – selbst für all jene, die die Erfahrung einer Elternschaft (noch) nicht gemacht zu haben.

„Eines der schönsten Dinge am Musikmachen ist für mich die Möglichkeit, einen bestimmten Zeitpunkt in deinem Leben festzuhalten“, erklärt Lenka. „Ich schreibe über die Dinge, die ich erlebe. Das Album zeigt, wo ich mich befinde.“