28.04.2014 08:30 Mit Gastauftritten von Brian Eno

Damon Albarns erstes Soloalbum "Everyday Robots" voller Erfahrungen von aus frühster Kindheit bis zum heutigen Tag

Damon Albarn veroeffentlicht Album Everyday Robots

Es ist unbestreitbar, dass Albarns Stimme auf „Everyday Robots“ einen starken souligen und sogar einen ausgewachsenen Gospel-Touch hat. © Warner Music

Von: GFDK - Warner Music

Im April 2014 veröffentlicht Parlophone „Everyday Robots“, das erste Soloalbum von Damon Albarn. Das Album wurde vergangenes Jahr in Albarns Studio 13 in West London aufgenommen und von Richard Russell produziert, mit dem Albarn bereits Bobby Womacks großartiges „The Bravest Man In The Universe“ produziert hatte.

Angeführt vom Titeltrack „Everyday Robots“, laden die zwölf Tracks des Albums den Hörer zu einem intimen Besuch in Albarns Welt ein und erweisen sich als introspektivste und autobiografischste Songs, seit seine musikalische Reise ihren Anfang nahm. Eine Karriere, die mit Blur begann und im weiteren Verlauf Gorillaz, The Good, The Bad & The Queen, Mali Music, Monkey: Journey To The West, Dr Dee und Africa Express hervorbrachte.

Mit seinen Blur-Bandkollegen Graham Coxon, Alex James und Dave Rowntree veröffentlichte Albarn sieben Alben, die die Band an der vordersten Front des Britpops etablierten. Außerdem ist er das nicht-so-wirklich-böse Mastermind hinter der erfolgreichsten virtuellen Band aller Zeiten und die Stimme deren spitz- und blauhaarigen Frontmanns 2D – der Gorillaz, deren vier Millionen verkaufte Alben Elemente von Rock, Trip-Hop, Pop, Hip-Hop, Electronica und Soul enthalten.

2007 schrieb er den Score für einen modernen Ansatz einer alten chinesischen Geschichte, das von der Kritik gefeierte „Monkey: Journey To The West“, und tauchte 2011, beauftragt vom renommierten Manchester International Festival, mit dieser ziemlich „englischen Oper“ tief in die dunkle Psyche des elisabethanischen Superhirns Dr John Dee hinab.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Darüber hinaus hat Albarn auch eine feste Liebe für afrikanische Musik, die erstmals 2002 mit „Mali Music“ Früchte trug und zur Bildung der inspirierenden Vereinigung von Kulturen namens „Afrika Express“ führte.

Obendrein findet er noch Zeit für The Good, The Bad & The Queen, eine Formation, die vom Drumming des nigerianischen Afrobeat-Pioniers Tony Allen getragen und durch Paul Simonon (The Clash) und Simon Tong (The Verve) komplettiert wird.

Albarn gibt unumwunden zu, dass er in puncto Musik eine rastlose Seele ist. Versucht nicht, ihm ein Label aufzudrücken. Sicher ist nur, dass all seine vorangegangenen Projekte dabei halfen, seine einzigartige musikalische DNA als Künstler zu formen. Doch wenn man all die unzähligen Schichten abpellt, was lässt das Herz dahinter schlagen? Woher kommt er? Was treibt ihn an? Wer ist er?

Starke Erzählungen sind nicht neu in seiner Arbeit, doch dieses Album ist viel persönlicher und direkter als je zuvor und handelt eindeutig von seinen Erfahrungen – aus frühster Kindheit bis zum heutigen Tag. Geister von Albarns Jugend in Leytonstone und Colchester gehen hier Hand in Hand mit Reflexionen über das Leben und die Liebe. Er kehrt zurück zu jüngeren Lieblingsorten... unter Londons Westway oder im idyllischen Devon... und denkt über die Fallen unserer modernen Existenz nach – wie Videospiele, Mobiltelefone oder den Kampf zwischen Natur und Technologie.

Blurs wegweisendes zweites Album „Modern Life Is Rubbish“ – oder zumindest das Graffiti, das seinen Titel inspirierte – erhält eine deutliche Ehrerbietung auf dem nachdenklichen „Hollow Ponds“. Und bezüglich der Inspiration für einige Tracks erfahren wird, dass Mr Tembo tatsächlich ein Baby-Elefant und The Selfish Giant in Wahrheit ein Atom-U-Boot ist – so sehen sie aus, die reichen Erzählungen und Bilder dieses intimen, unwiderstehlichen Albums. Nie vorhersehbar, stets voller Fantasie. 

Das zentrale Instrument des Albums ist zwar das Piano, doch auch Streicher, Hörner, alle erdenklichen Effekte, feine Beats und Soundfetzen (unter anderem vom US-Comedian Lord Buckley und dem kontroversen Drogen-Fürsprecher Timothy Leary) sorgen für einen klanglichen Hintergrund zu Albarns wohlklingender Stimme.

Wie bei Albarn üblich, sind auf dem Album auch namhafte Gastauftritte wie der von Brian Eno zu finden, der Synthies zum immens atmosphärischen „You And Me“ sowie elegante Vocals zum Albumfinale „Heavy Seas Of Love“ beisteuert. Natasha Khan (Bat For Lashes) wiederum ist mit verträumten Backing-Vocals auf „The Selfish Giant“ zu hören.

Es ist unbestreitbar, dass Albarns Stimme auf „Everyday Robots“ einen starken souligen und sogar einen ausgewachsenen Gospel-Touch hat, wenn der Leytonstone’s Pentecostal City Mission Church Choir auf dem beschwingtesten Track des Albums, „Mr Tembo“, in Aktion tritt. Ein Song, der vermutlich von Albarns lebenslanger Passion für Soul inspiriert ist, die bis zu seinen Kindheitseinflüssen wie Marvin Gaye, Nina Simone, Ray Charles sowie Gospel-Künstlern wie Mahalia Jackson und seines Großvaters Paul-Robeson-Platten zurückreicht.

Da haben wir es also: „Everyday Robots“, das erste Soloalbum Damon Albarns, erzählt eine Geschichte, die von seiner Jugend inspiriert ist, aber auch unsere menschlichen Beziehungen, das Leben mit Technologie und die Unsicherheit dieses modernen Lebens um uns herum umfasst.