16.04.2012 07:31 singt über das Meer und dessen Mythen

Weltmusik: Vinicio Capossela - In seinen Songs erschafft er ganze Welten, voll mit Metaphern

(c) Edel/ Ponderosa (Q-rious)

Von: Hasko Witte

Dass Vinicio Capossela das Spiel mit Worten liebt und kunstvoll beherrscht – er ist selbst ein anerkannter Autor –, ist in jeder Textzeile von „Marinai, Profeti e Balene“ („Seeleute, Propheten und Wale“) offensichtlich. In seinen Songs erschafft er ganze Welten, voll mit Metaphern, und bevölkert sie mit Dämonen, verlorenen Seelen und Versagern. Anregungen für das aktuelle Doppelalbum fand Vinicio in Romanklassikern über das Meer und dessen Mythen. Vielleicht verstehen viele Vinicio Caposselas Songlyrik nicht, aber je nach Textinhalt hält der 46-jährige die passende Musik bereit, und begeistert damit auch den Sprachunkundigen. Das Spektrum des Albums erstreckt sich von der Folklore bis zum Schieflagen-Sound eines Tom Waits. Dazwischen erklingen Stücke mit Jazz-, Cabaret-, Schlager-, Rock- und Klassikelementen, denen allesamt ein unwiderstehlicher Zauber innewohnt. Bis dato hat „Italiens faszinierendster Musikreisender“ (Mojo, GB) insgesamt 13 Alben veröffentlicht. Auf „Il ballo di San Vito“ begann 1996 Vinicio Caposselas fruchtbare Zusammenarbeit mit dem New Yorker Gitarristen Marc Ribot. Erwähnenswert wären darüber hinaus auch noch das auf Platz 1 der italienischen Charts eingestiegene Album „Ovunque proteggi“, sowie das mit Platin veredelte „Da solo“. Mit „Marinai, Profeti e Balene“ legt Capossela jetzt eines der ambitioniertesten Werke seiner Karriere vor. Bleibt nur zu hoffen, dass „Italiens größtes Geheimnis“ endlich auch bei uns gelüftet wird.

 

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