10.10.2014 08:15 Kongeniale Interpretin

Musik von hypnotischer Wirkung: faszinierendes Debütalbum von Kate Moore und Pianistin Saskia Lankhoorn

Saskia Lankhoorn hat Kate Moore veroeffentlichen Album

In Saskia Lankhoorn hat Moore eine hingebungsvolle Vermittlerin für ihre technisch schwierigen Klavierkompositionen gefunden. © Dániel Vass / ECM Records

Von: GFDK - KlassikAkzente

Kate Moore kam 1979 in England zur Welt. Seit zehn Jahren lebt sie in den Niederlanden, wo sie unter anderem bei den Komponisten Louis Andriessen und Diderik Wagenaar studiert und ihren Master in Musik gemacht hat. Doch es ist das Australien, in dem sie ihre Kindheit und Jugend verbracht hat, das ihre schöpferische Phantasie am tiefsten beeinflusst – die einzigartige geografische Weite des Landes, die Plastizität seines Sternenhimmels und seine atemberaubende "dreidimensionale Klanglandschaft".

Tektonische Kräfte

"Betrachte ich eine Landschaft, so nehme ich sie zugleich als eine Klanglandschaft der Langsamkeit und Stille wahr", sagt Kate Moore. Und in der Tat eignen sich Begriffe aus der Geologie besonders gut zur Beschreibung ihrer Musik, geht es doch in beiden Sphären um die Auswirkungen kleiner Veränderungen über größere zeitliche Ausdehnungen. Um tektonische Kräfte, die anfangs kaum wahrnehmbar sind und in ihren Folgen unvorhersehbar erscheinen, die sich in ihrer Wechselwirkung allmählich aufschaukeln und Muster von "unaufhaltsamer elementarer Energie" hervorbringen, wie es George Millers Begleittext zum Album "Dances and Canons" (ECM New Series) mit sieben Klavierkompositionen von Moore heißt.

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

"In vielen meiner Stücke geht es um Melodielinien oder motivische Gestalten, die sich zusammenziehen und ausdehnen und anschließend übereinander schichten", erklärt Kate Moore. "Das geht in einer solchen Weise vor sich, dass man die ursprüngliche Form zwar weiterhin spürt. Doch alles innerhalb dieser Form verbiegt und dreht sich und prallt von sich selbst ab." Das Ergebnis sind wogende, strudelnde und vibrierende Klanglandschaften, die unablässiger Transformation unterworfen sind.

Kongeniale Interpretin

In Saskia Lankhoorn (ebenfalls 1979 geboren) hat Moore eine hingebungsvolle und inspirierte Vermittlerin für ihre technisch schwierigen Klavierkompositionen gefunden. Die niederländische Pianistin hat sich auf Neue Musik spezialisiert und besitzt Erfahrung als Interpretin anspruchsvoller Werke: Im Alter von 16 gab sie ihr Radio-Debüt mit Schönbergs "Sechs kleinen Klavierstücken". Die Künstlerinnen lernten sich 2003 am Konservatorium in Den Haag kennen. Dort hat Lankhoorn das Ensemble Klang mitgegründet und Moore in sein Programm als eine der ersten Komponistinnen aufgenommen. Beide haben viele Projekte gemeinsam realisiert, darunter Konzerte, Theater- und Tanzaufführungen und Installationen.

Werkschau auf ein Jahrzehnt

"Dances and Canons" beinhaltet sieben Kompositionen für Klavier solo, zwei Klaviere und mehrere Klaviere. Das Album reflektiert über ein Jahrzehnt in der Entwicklung Kate Moores als Komponistin, von "Stories for Ocean Shells" (2000), das von Mustern aus der thailändischen Webkunst inspiriert wurde, über das von einer Schrift des indischen Mystikers Hazrat Inayat Khan beeinflusste "The Body is an Ear" (2011) bis zur klangpsychologischen Studie "Canon" für vier Klaviere (2013), die erst kurz vor Beginn der von Manfred Eicher produzierten Aufnahmen im Auditorio Radiotelevisione svizzeria in Lugano vollendet wurde.

 

Quelle: KlassikAkzente

Weiterführende Links:
http://www.klassikakzente.de