20.12.2012 07:40 Musik als universelle Sprache

Musik Klassik: El Encuentro - Ein dokumentarisches Porträt einer ungewöhnlichen musikalischen Partnerschaft

Musik Klassik: El Encuentro - Ein dokumentarisches Porträt einer ungewöhnlichen musikalischen Partnerschaft

Bild 1: Anja Lechner und Dino Saluzzi © Juan Hitters

Bild 2: DVD "El Encuentro - A Film For Bandonéon And Cello" © ECM Records

Von: GFDK - ECM Records- 2 Bilder

Musik wird oft als eine universelle Sprache bezeichnet, doch die Herausforderung, soziale, kulturelle und stilistische Grenzen wirklich zu überschreiten, erfordert nach wie vor ein gutes Maß an Unerschrockenheit. Der nun auf DVD erscheinende Film "El Encuentro - A Film For Bandonéon And Cello" ist das dokumentarische Porträt einer ungewöhnlichen musikalischen Partnerschaft, deren Protagonisten tatsächlich zu einer universellen Sprache gefunden haben.

Die Filmemacher Norbert Wiedmer (der auch schon bei der gefeierten ECM-Dokumentation “Sounds and Silence” Regie geführt hatte) und Enrique Ros folgten dem Bandoneonisten Dino Saluzzi und der Cellistin Anja Lechner mit ihrer Kamera nach Argentinien, Deutschland, Armenien, Italien, die Niederlande und die Schweiz. “Die Wahrnehmung von Musik und die Art, wie man Musik spielt, ändert sich, wenn man reist”, sagt Anja Lechner. Die Kamera hat das Duo auf seinen Reisen begleitet und unterstreicht Lechners Aussage, indem sie den Prozess des Musikmachens in sehr verschiedenen Kontexten beleuchtet.

Die kulturellen Hintergründe der beiden Protagonisten könnten unterschiedlicher kaum sein: Der Argentinier Dino Saluzzi hat seine Wurzeln im Tango und der andinischen Volksmusik, während die Kasselerin Anja Lechner in der europäischen Klassik zu Hause ist. Auf der anderen Seite verbindet sie auch einiges: u.a. dass beide mit Leidenschaft stilistische Grenzen überschreiten und über außergewöhnliche Improvisationsfähigkeiten verfügen.

Seit sich ihre Wege auf dem Album “Kultrum” 1998 erstmals kreuzten, arbeiten sie eng miteinander. “El Encuentro” gewährt nun Einblicke in das Leben dieser reisenden Musiker. Man sieht sie in Konzerten, bei Proben und im Aufnahmestudio, aber auch in privater Atmosphäre. Dabei trifft man zudem auf Kooperationspartner wie den Komponisten Tigran Mansurian, den Arranger Levon Eskenian, den Jazzkomponisten und Pianisten George Gruntz oder Dinos Bruder, den Saxophonisten/Klarinettisten Felix Saluzzi, mit dem das Gespann zuletzt die Alben “El Encuentro” und “Navidad de los Andes” einspielte.

Kulminationspunkt der Reise ist ein Konzert im Amsterdamer Muziekgebouw, bei dem das renommierte Metropole Orkest Werke von Dino mit den Saluzzis und Lechner aufführt.

Nachgezeichnet wird aber auch Dino Saluzzis Werdegang: von seinen bescheidenen Anfängen im argentinischen Salta über seine ersten Begegnungen mit europäischen Jazzmusikern bis zu dem Zeitpunkt, als er es schließlich schaffte, sein eigenes (vom Tango inspiriertes, aber dadurch keineswegs limitiertes) eigenes Idiom zu kreieren.

 

 

Quelle: JazzEcho.de