28.07.2013 08:34 Werke von Tschaikowsky und Prokofjew

Musik Klassik: Die junge Pianistin Claire Huangci erzeugt magische Momente mit ihrem Debüt "The Sleeping Beauty"

Claire Huangci praesentiert ihr Debuetalbum bei Edel Kultur

Claire Huangci erschuf kleine Charakterstücke, die die Handlungen von "Dornröschen" und "Romeo und Julia" nacherzählen und somit märchenhafte Bilder und große Leidenschaften entfalten. Bild 1-3 © Maike Helbig

Claire Huangci ist eine junge Pianistin

Claire Huangci widmet sich TSCHAIKOWSKY

Debuetalbum The Sleeping Beaty von Claire Huangci

Bild 4: Album "The Sleeping Beaty" © Berlin Classics/Edel

Von: GFDK - Hasko Witte - 4 Bilder

Russisches Repertoire liege ihr zur Zeit besonders, da habe sie einen sehr persönlichen Zugang, so Claire Huangci. Und das nicht nur wegen des virtuosen Feuerwerks, das die zierliche Pianistin ebenso beherrscht, sondern vor allem wegen des Reichtums an Bildern und Gefühlen. Wer die junge Amerikanerin chinesischer Abstammung im Konzert erlebt hat, kann dies leicht nachvollziehen.

Bei ihr ist eine besondere Energie spürbar, kraftvoll und beweglich zugleich, mit der sie noch das kleinste Detail aufmerksam und wendig ausphrasiert oder wundervolle Bögen spannt. Kein Wunder also, dass sie sich für ihr CD-Debüt mit dem Titel "The Sleeping Beauty" für Musik von Tschaikowsky und Prokofjew entschieden hat: Die ausgewählten Ballettbearbeitungen von "Dornröschen" und "Romeo und Julia" kommen der jugendlichen Frische der Anfang Zwanzigjährigen sehr entgegen.

Kleine Charakterstücke erzählen die Handlungen beider Ballette nach, märchenhafte Bilder und große Leidenschaften entfalten sich auf engstem Raum. Dass es sich dabei um hochvirtuose Klavierliteratur handelt, ist für sie eher Nebensache. Claire Huangci liebt es vor allem, die Miniaturen mit ihrer Farbpalette zu kolorieren, immer mit dem ursprünglichen Klang des Orchesters im Ohr. Eben so, wie auch die meisten Hörer etliche der Melodien kennen, sie aber anhand von Claires Aufnahme nun wieder ganz neu entdecken.

Eine Entdeckung, das ist auch ist Claire Huangci selbst. Schon früh zeigt sich ihr Talent, schon mit neun Jahren startet sie mit Stipendien, Konzerten und Preisen bei Wettbewerben durch, spielt mit zehn in einem Privatkonzert vor Bill Clinton. Dennoch ist sie nie das typische Wunderkind, kann sich ohne äußeren Druck entfalten und fühlt sich erst im späteren Teenager-Alter nach und nach für ihr Instrument wirklich berufen. Nach ihrem Studium am Curtis Institute in Philadelphia entscheidet sie sich mit siebzehn, allein nach Deutschland zu gehen. Anlässlich eines Wettbewerbs hat sie zuvor Arie Vardi kennengelernt und war von seiner Art des Erarbeitens von Musik fasziniert.

Anders als zuvor liegt der Fokus weniger auf technischen Herausforderungen als auf übergreifenden Aspekten wie Phrasierung und Tonbildung. So ergreift sie die Gelegenheit, ihre Ausbildung bei ihm zu vertiefen. Seitdem lebt und studiert sie in Hannover und gibt zudem regelmäßig Konzerte im In- und Ausland. Die nun vorliegende CD ist mehr als ein Debüt, das – wie alle Debüts – ein Versprechen sein will. Sie ist ein erstes gültiges Statement, das Bestand haben wird.

PJOTR ILJITSCH TSCHAIKOWSKY (1840–1893)
[01]-[11] „Dornröschen“,  Ballett op. 66

Klaviertranskription: Mikhail Pletnev(* 1957)
„Der Nußknacker“, op. 71
[12] Tanz der Zuckerfee

SERGEJ PROKOFJEW (1891–1953)
[13]-[22] Zehn Klavierstücke aus „Romeo und Julia“ , op. 75

Wir lieben Musik... weil sie uns im Innersten berührt

Konzerte sind dafür da, magische Momente zu schaffen, die einen nachhaltigen Eindruck beim Publikum hinterlassen. Wenn ich auf die Bühne gehe, bewahre ich meinen Kopf klar und leer, ich höre mehr als ich denke; dann lasse ich meine Ideen fließen.

Dieses Statement wird bei Claire Huangci zum Versprechen: Die junge amerikanische Pianistin chinesischer Abstammung (geb. 1990) hat die Rolle des gefeierten Wunderkindes, das im Alter von zehn Jahren ein Privatkonzert für Präsident Bill Clinton gab, längst hinter sich gelassen und überzeugt durch ausgeprägte künstlerische Reife, mit der sie ihr Publikum in den Bann zu ziehen weiß. Sie vereint technische Brillanz mit musikalischer Ausdrucksstärke, spielerische Virtuosität mit künstlerischer Sensibilität. Und so versteht sie auch ihr ganzes Schaffen: Sie möchte „Musik machen, an die man sich erinnert, nicht weil ich so schnelle Finger hatte, sondern weil sie so schön war – so schön, dass sie zu Tränen rührte.“

Mit neun Jahren startete Claire Huangci eine internationale Karriere mit Stipendien, Konzertauftritten und Preisen – zuletzt erhielt sie als jüngste Teilnehmerin den 2. Preis beim Internationalen ARD Musikwettbewerb (2011). Sie selbst sagt allerdings, dass sie über ihren künstlerischen Werdegang lange unentschlossen blieb. Erst im späten Teenageralter fühlte sie sich mehr und mehr zu dem Instrument berufen. Einen exakten Augenblick für diese Wendung habe es nicht gegeben, sondern viele kleine Momente, die diese dauerhafte, heute fast symbiotische Bindung bewirkten. Wichtige Impulse erhielt sie dabei von ihren Lehrern Eleanor Sokoloff und Gary Graffman am Curtis Institute in Philadelphia, bevor sie 2007 zu Arie Vardi an die Musikhochschule Hannover wechselte.

Ein besonderer Wegbereiter für Claire Huangci war Frédéric Chopin, mit dem sie zunächst ambivalente Gefühle verband. Seinen halsbrecherischen Etüden stand sie anfangs skeptisch gegenüber, verliebte sich aber in seine Balladen und Sonaten. Genau dieser Musik verdankt Claire Huangci auch ihren künstlerischen Durchbruch: Im Oktober 2009 erhielt sie den 1. Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Darmstadt, im Februar 2010 den 1. Preis und alle Sonderpreise beim Chopin-Wettbewerb in Miami. So galt Claire Huangci 19-jährig bereits als ausdrucksstärkste Chopin-Interpretin ihrer Generation.

Längst sind reine Chopin-Programme passé und Claire Huangci hat sich zu einer vielseitigen und gefragten Musikerin entwickelt. Ihr ungewöhnlich breites Repertoire und ihre große Wandlungsfähigkeit beweist sie bei der Arbeit mit Orchestern wie den Essener Philharmonikern, dem Radio-Sinfonieorchester Stuttgart (unter Roger Norrington), Sinfonieorchester Berlin, Münchner Kammerorchester, China Philharmonic Orchestra, der Deutschen Radio Philharmonie Saarbrücken, Indianapolis Symphony, Santa Fe Symphony, Moscow Radio Symphony und Istanbul State Symphony. Ihre Konzerte führten sie bereits in internationalen Konzertsäle wie die Carnegie Hall, Tonhalle Zürich, Konzerthaus Berlin, Gasteig München, Gewandhaus Leipzig, Salle Cortot, Oji Hall Tokyo und Symphony Hall Osaka sowie zu Festivals wie dem Kissinger Sommer, Verbier Festival, Lodz Rubinstein Festival, Menuhin Festival Gstaad, Mozartfest Würzburg und den Schwetzinger Festspielen.

Album-Veröffentlichung: 09. September 2013

 

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