16.10.2012 07:15 Eine künstlerische Hommage

Musik Jazz: Was wäre der französische Chanson ohne Edith Piaf? Patricia Kaas interpretiert den einstigen Star - Kaas chante Piaf

Was wäre der französische Chanson ohne Edith Piaf? Patricia Kaas interpretiert den einstigen Star - Kaas chante Piaf

Fotocredit: Florent Schmidt

Von: Uwe Kerkau - 6 Bilder

Als ich vor Jahren nach Paris kam, hat man mich schnell mit Piaf verglichen. Aber meine Stimme ist viel runder und ich habe auch kein so tragisches Leben gehabt. Ich nähere mich auch meinen eigenen Erlebnissen, wenn ich die Lieder von Piaf singe. Und ich höre in diesen Liedern eine unglaubliche Stärke.“ Patricia Kaas

Was wäre der französische Chanson ohne Edith Piaf? Eine Frage, die sich einmal mehr stellen wird, wenn die Welt die legendäre Sängerin und ihr musikalisches Erbe anlässlich ihres 50. Todestags am 11. Oktober nächsten Jahres würdigt. Eine künstlerische Hommage an Edith Piaf, die Nationalheilige des französischen Chansons, ist eine enorme Herausforderung. Patricia Kaas, selbst ein weltweit gefeierter Star, hat diese Herausforderung angenommen. „Piaf zu interpretieren erfordert Lebenserfahrung, Mut und Selbstvertrauen“, bekennt Frankreichs international erfolgreichste Gesangskünstlerin unverblümt. Mit „Kaas chante Piaf“, ihrem neuen und nunmehr neunten Album, taucht Patricia Kaas ein in die musikalische Welt der Edith Piaf und gewinnt dem Werk der kleinen und zugleich übergroßen Gesangslegende neue, ungeahnte Facetten ab. Patricia Kaas wählte für die anstehende Bühnenshow „Kaas chante Piaf“ gut zwei Dutzend bekannte und weniger bekannte Chansons der Grande Dame aus, die sie mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter der Leitung des renommierten Filmmusikkomponisten Abel Korzeniowski aufgenommen hat. Das gleichnamige Album mit seinen 15 Chansons bildet das musikalische Kernstück für die kommende Welttournee, bei der in einer einmaligen Revue aus Gesang, Rezitation und Tanz, raren Filmdokumenten (von den Piaf-Erben zur Verfügung gestellt) und theatralischen Einlagen das Lebenswerk und die einmalige Künstlerpersönlichkeit von Edit Piaf zu einem klanglichen und bildlichen Gemälde verdichtet werden. Ein poetisch-musikalisches Universum mit Patricia Kaas als sonnengleichem Zentralgestirn.

Ein Jahr lang hat sich Patricia Kaas auf dieses Album intensiv vorbereitet. „Ich wusste gar nicht, dass Edith Piaf so viele Lieder gesungen hat“, staunt Patricia Kaas. Tatsächlich hat die Piaf in ihrem bewegten und von etlichen Schicksalschlägen geprägten Leben mehr als 400 Chansons interpretiert. Es sind oftmals Lieder, die die Unmöglichkeit der Liebe besingen, Lieder voller Schmerz und Emotionen, aber auch voller Leidenschaft für das Leben. Selbstverständlich hat sich Patricia Kaas für das Album auf Lieder konzentriert, die förmlich zum Weltkulturerbe des französischen Chansons gehören, aber für die anstehenden Bühnenshows auch einige eher unbekannte Titel wie „Ca fait drôle“, „Et moi“ und „Mon vieux Lucien“ ausgesucht. „L'etranger“, einer der ersten Chansons, die die Piaf jemals aufnahm, steht ebenso auf dem Programm wie „Les blouses blanches“, der leidenschaftliche Schrei nach Liebe aus der Perspektive einer Frau, die von ihrer großen Liebe verlassen worden ist und in einer Nervenheilanstalt landet.

Abel Korzeniowski ist ein großer Glücksfall für dieses ambitionierte Projekt. Der polnische Filmkomponist, der sonst in Los Angeles arbeitet und für seinen Soundtrack zu „A Single Man“ ebenso für einen Golden Globe nominiert wurde wie im letzten Jahr für Madonnas jüngste Regiearbeit „W.E.“, gilt als Hollywoods Wonderkid und war schnell für die hehre Aufgabe zu gewinnen, die Chansons der Piaf neu zu arrangieren und ihnen einen zeitgenössischen Flair zu verleihen. „Es sollte modern klingen und Abel hat dafür genau die richtige Ader“, so Patricia Kaas. Die melodischen Vorgaben der weltbekannten Chansons hat der Komponist, der für die Aufnahmen zu „Kaas chante Piaf“ im Sommer dieses Jahres in den Air Studios in London das Royal Philharmonic Orchestra leitete, zu dramaturgisch schlüssigen Klangdichtungen ausgestaltet, die Patricia Kaas auf emotional mitreißende Art und Weise mit Leben ausfüllt. „Das Schwierigste war, meinen Platz zu finden zwischen dem Respekt gegenüber den Interpretationen von Piaf und den neuen Arrangements von Abel“, gesteht Patricia Kaas.

Das Album startet mit einer cineastisch anmutenden Ouvertüre, die übergeht in „Mon dieu“, ein Lied von 1960, bei dem Edith Piaf schon längst auf dem Zenit ihrer Karriere angelangt war und die Versenkung in ihre Kunst nahezu blind beherrschte. Von Anbeginn fällt auf, wie hervorragend Abel Korzeniowskis lichte und viel Spielraum bietende Arrangements es Patricia Kaas ermöglichen, sich stimmlich voll auszuleben, sei es in dem musettenhaften „Milord“, zu den großartigen Walzerklängen von „La belle histoire“ oder in der markerschütternd schmerzhaft-schönen „Hymne a l'amour“. Die sanfte Melancholie von „C'est un gars“, das poesievolle Temperament von „Avec Ce Soleil“, die herbe Note von „La Foule“, bei der die geniale Brüchigkeit der Bluesstimme von Patricia Kaas ebenso frappant wird wie in dem zirzensischen „Mon manège a moi“, summieren sich zu einem erquickenden Wechselbad der Gefühle und Stimmungen. Auf höchst ungewöhnlichen Partituren moderner Dramaturgie sind auch zwei der wohl größten Chansonklassiker der Piaf aufgebaut: „La vie en rose“ und „Non, je ne regrette rien“ gehören in diesen Versionen zu den Überraschungsmomenten des Albums und führen zwangsläufig zu dem Verdikt, dass man diese Lieder so ungewöhnlich niemals zuvor gehört, erlebt, vielleicht gelitten hat. „Ich wollte auch den urbanen Charakter ihrer Chansons hervorheben und das Leben auf der Straße von damals auf die Straßen von heute übertragen“, merkt Patricia Kaas an. Klassische Chansons als Kopfkino für unsere Zeit.

Patricia Kaas, die in Deutschland mit hierzulande mehr als zwei Millionen verkauften Tonträgern zu den erfolgreichsten französischen Künstlerinnen unserer Zeit zählt, hat in ihrer Karriere so ziemlich alles erreicht, was man erreichen kann. Den größten französischen Musikpreis, den Victoire de la Musique, hat sie mehrfach gewonnen; den World Music Award ebenso wie die Goldene Europa; ihr ist ein Bambi verliehen worden und für ihre Verdienste um die deutsch-französischen Beziehungen wurde sie im Jahr 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Neben ihrem vielfältigen musikalischen Repertoire, das den Blues und Jazz ebenso umfasst wie das Cabaret, Popsongs unterschiedlichster Färbung und schlussendlich auch Chansons, hat Patricia Kaas, diese umjubelte Bühnenkünstlerin, auch schon als Schauspielerin vor der Kamera gestanden. So übernahm sie 2002 unter der Regie von Claude Lelouch die Hauptrolle einer Barpianistin in dem Film „And Now...Ladies And Gentlemen“ und war in diesem Jahr in dem französischen Fernsehfilm „Assassinée“ von Thierry Binisti in der Rolle einer Mutter, die ihre Tochter bei einem Anschlag verliert, zu erleben. Vor zwei Jahren hatte Kaas zudem ihre Autobiographie „Mademoiselle singt den Blues“ veröffentlicht, die, wie sie selbst sagt, ihren Blick auf sie selbst geschärft habe und wie eine Therapie für sie gewesen ist, aus der sie gestärkt hervorgegangen sei. Ihr letztes Studioalbum „Kabaret“ erschien übrigens im Jahr 2009 und enthielt dem Titel entsprechend Interpretationen von Liedern aus den 1930ern – und das gleich in vier Sprachen.

In den kommenden Wochen und Monaten steht nun alles im Zeichen des neuen Albums und der kongenialen Bühnenshow „Kaas chante Piaf“. Die Welttournee, deren Premiere am 5. November 2012 in der Royal Albert Hall in London stattfindet und die in diesem Jahr unter anderem noch in Berlin, Moskau, Montreal, New York und Seoul Station machen wird, ist auf lange Sicht angelegt. Wenn Patricia Kaas nach einer Winterpause ihre musikalische Weltreise im Februar 2013 fortsetzt, stehen mehr als drei Dutzend Länder auf dem Programm, in denen sie ihre spektakuläre Edith-Piaf-Show präsentieren wird. Allein neun Konzerte wird sie im März und April in Deutschland und Österreich geben. Gut möglich, dass ihre Fans diese Chansons dann bereits in die internationalen Hitlisten gehievt haben. Eine viel schönere Würdigung als „Kaas chante Piaf“ ist für den „Spatzen von Paris“, wie die Piaf auch immer genannt wurde, kaum denkbar. Patricia Kaas hat zu ihrem 25-jährigen Jubiläum als Studiokünstlerin, das sie ebenfalls im nächsten Jahr feiert, zur Form ihres Lebens gefunden und ein kolossales künstlerisches Bravourstück auf den Weg gebracht.

 

Live:

13-11-2012 BERLIN | Admiralspalast - Theater

 

08-03-2013 FRANKFURT/M | Alte Oper

09-03-2013 A-WIEN | Wiener Konzerthaus

15-03-2013 MANNHEIM | Rosengarten Mozartsaal

08-04-2013 HAMBURG | Laeiszhalle Hamburg, Großer Saal

09-04-2013 DÜSSELDORF | Mitsubishi Electric Halle

11-04-2013 MÜNCHEN | Philharmonie im Gasteig

13-04-2013 STUTTGART | Liederhalle Beethovensaal

14-04-2013 NÜRNBERG | Meistersingerhalle

16-04-2013 BADEN BADEN | Festspielhaus

 

Patricia Kaas - Kaas chante Piaf    

Veröffentlichung: 2. November 2012
Label: Richard Walter Entertainment RWE 002 / H'art Musik – Vertrieb

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