07.04.2012 07:28 eine Revision seiner besten Kompositionen

Musik Jazz: Talentiert, erfolgreich und zornig - Charles Mingus - einer der zwei großen Jazzkomponisten

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Von: Universal Music

Unter den großen Jazzkomponisten gibt es zwei, die sich von allen anderen - egal wie gut diese auch waren oder sind - um Längen durch ihre einzigartige Genialität abhoben: Duke Ellington und Charles Mingus. Letzterer nahm für das von Bob Thiele geleitete Impulse-Label 1963 die Alben “The Black Saint And The Sinner Lady” und “Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus” auf. Beide gehören zu den wichtigsten Einspielungen des Jazz und wurden im All Music Guide mit der Bestnote von fünf Sternen bewertet.

Talentiert, erfolgreich und zornig

In seinem Buch “Impulse! Das Label, das Coltrane erschuf” schrieb Ashley Kahn: “... als in den frühen Sechzigern der Stern des innovativen Bassisten und Bandleaders aufging und die Presse Notiz von ihm zu nehmen begann, wurde sein temperamentvolles Wesen zu einem Teil seiner Geschichte. So beschrieb ihn Time 1962 als ‘talentiert, erfolgreich und zornig’. ‘Impulsiv auf der Bühne und abseits davon’, schrieb John S. Wilson 1963 in der New York Times über ihn, und die Schlagzeile eines 1964 veröffentlichten Porträts in der Zeitschrift HiFi/Stereo lautete: ‘Ein Vulkan namens Mingus’.”

Als impulsives Genie zu Impulse Records

Ein Vulkan war Mingus in zweifacher Hinsicht: Einmal, weil er sein aufbrausendes Temperament im Umgang mit seinen Musikern (Posaunist Jimmy Knepper schlug er einmal im Streit einen Zahn aus), Veranstaltern, Mitarbeitern von Plattenfirmen und dem Publikum nicht immer zu zügeln verstand. Und zum anderen, weil die genialen Ideen nur so aus ihm herausschossen. Für einen solch impulsiven Musiker gab es Anfang der 1960er Jahre einfach kein passenderes Label als Impulse Records.

“The Black Saint And The Sinner Lady”: ein musikalisches Selbstbildnis

“Kein Wunder also, dass Mingus sich dafür entschied, seine Verbindung zu Impulse mit einem ehrgeizigen Plattenprojekt zu beginnen, das ihn auf seine bevorzugte Weise erklärte: durch ein musikalisches Selbstbildnis”, heißt es bei Kahn. “Nachdem ihm ihm zunächst eine ausgedehnte Nonstop-Aufführung mit Tanzbegleitung vorgeschwebt hatte, entschied er sich für eine fließende, suitenartige Struktur, die vom Sentimentalen und Eleganten über das Kühne bis zum, jawohl, Zornigen das ganze Gefühlsspektrum durchlief, untermalt von starken Anspielungen auf Ellington und gelegentlichen Klängen einer Flamencogitarre.” Aufgenommen wurde das absolute Meisterwerk im Januar 1963 mit den Hölzbläsern Charlie Mariano, Jerome Richardson und Dick Hafer, den Trompetern Rolf Ericson und Richard Williams, Posaunist Quentin Jackson, Tubaspieler Don Butterfield, Pianist Jaki Byard, Gitarrist Jay Berliner und Schlagzeuger Dannie Richmond.

“Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus”: eine Revision seiner besten Kompositionen

Teils mit demselben Ensemble, teils mit einer etwas veränderten Besetzung (u.a. ersetzten Eric Dolphy und Ervin Booker Mariano und Hafer) spielte der Bassist im Januar und September 1963 das Material für “Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus” ein, eine Art “Best of”-Album, auf dem er einige seiner besten Kompositionen (manchmal unter neuem Namen) einer Revision unterzog. Mit dem Album erfüllte Mingus ein Versprechen, das er in den Linernotes zu “The Black Saint And The Sinner Lady” abgegeben hatte: “Schmeißt alle anderen Platten von mir weg, außer einer vielleicht”, hieß es da provozierend. “Ich beabsichtige, auf diesem Label alles noch einmal neu aufzunehmen, und zwar so, wie es eigentlich hätte klingen sollen.” Es bleibt zu hoffen, dass nicht allzu viele Fans seiner Aufforderung nachgekommen sind, denn bei Impulse sollte auf die brillanten ersten Alben nur noch das ausgefallene Piano-Soloalbum “Mingus Plays Piano” folgen.

Anlässlich des 50. Jubiläums des Impulse-Labels wurden die beiden Klassiker “The Black Saint And The Sinner Lady” und “Mingus Mingus Mingus Mingus Mingus” jetzt innerhalb der neuen IMPULSE 2-ON-1-Serie zusammen auf einer Midprice-CD veröffentlicht. Beide Alben wurden neu digital remastert, die kompletten LP-Artworks sind im farbigen Booklet reproduziert.

Quelle: www.jazzecho.de

 

 

 

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