22.04.2012 07:40 Pionier des musikalischen Crossover

Musik Jazz: "Soulful Brass" und "Happenings" von Oliver Nelson and Friends

(c) Universal

Von: Jazzecho

Mit “The Blues And The Abstract Truth” hatte Oliver Nelson 1961 nicht nur eines der ersten Alben des brandneuen Impulse-Labels vorgelegt, sondern zugleich auch einen absoluten Klassiker. In den Jahren bis 1968 sollten acht weitere Alben für Impulse Records folgen. Und auf zwei dieser Alben arbeitete Nelson mit Musikern zusammen, die bei dieser Gelegenheit ein exotisches Instrument spielten: ein elektrisches Cembalo. Auf “Happenings” (1966) war Nelsons Partner der großartige Pianist Hank Jones, auf dem musikalisch etwas leichtgewichtigeren “Soulful Brass” (1968) der Entertainer/Showmaster Steve Allen.

Wandel vom Saxophonisten zum Komponisten und Arrangeur

Seine professionelle Laufbahn hatte der 1942 in St. Louis geborene Oliver Nelson als 15-jähriger Saxophonist (er spielte Alt-, Tenor- und Sopransax) in diversen Orchestern seiner Heimatstadt begonnen. 1951 wurde er zweiter Altsaxophonist in Louis Jordans bekannter Bigband. Danach absolvierte er seinen Militärdienst und ein vierjähriges Studium (Musikwissenschaft und Komposition) in Washington und St. Louis. Im Anschluss daran zog er nach New York, wo er unter anderem mit Erskine Hawkins und Wild Bill Davis zusammenarbeitete, bevor er sich - dem Ruf Louie Bellsons folgend - auf den Weg an die amerikanische Westküste machte. Bei Bellson begann Nelson seine Arbeit als Arrangeur, die bald zu seiner Hauptprofession werden sollte.

Oliver Nelson als Pionier des musikalischen Crossover

“Ich glaube nicht, dass es den Begriff ‘crossover’ im damaligen Sprachgebrauch schon gab”, erinnerte sich später der legendäre Creed Taylor, der Nelsons erstes Impulse-Album und 1962 auch “Full Nelson” für Verve produziert hatte, “aber ich weiß noch, wie damals alle Jazz-Radiosender davon begeistert waren und gleichzeitig auch Popsender, die es heute nicht mehr gibt, volle Pulle darauf abfuhren. Oliver [der 1975 mit nur 43 Jahren einem Herzinfarkt erlag] war wirklich ein einzigartiges Talent, und es tat mir leid, ihn nach Hollywood ziehen zu sehen, wo er dann mehr oder weniger untergegangen ist.”

“Soulful Brass” als Eintrittskarte zu Hollywood

Weit aufgestoßen wurden die Tore zu Hollywood ganz sicher auch durch die Kollaboration mit dem populären Entertainer und Showmaster Steve Allen, der selbst 10.000 Songs komponiert haben soll und auch Pianist ist. Nelson nahm mit ihm Ende der 1960er Jahre zwei Alben auf: “Soulful Brass” und “Soulful Brass 2” (letzteres für Bob Thieles Label Flying Dutchman). Die Highlights auf dem eher Pop-orientierten Album “Soulful Brass” waren Interpretationen von Nelsons “125th Street & 7th Avenue” und Otis Reddings Hit “(Sittin’ On) The Dock Of The Bay”. In der Begleitband glänzten jazzerprobte Cracks wie Tenorsaxophonist Tom Scott, Trompeter Bobby Bryant, Pianist Roger Kellaway, Gitarrist Barney Kessel sowie die Schlagzeuger Larry Bunker und Jimmy Gordon.

Gelungene “Happenings” mit Pianist Hank Jones

Musikalisch anspruchsvoller und abwechslungsreicher, aber nicht weniger kurzweilig fiel Oliver Nelsons Zusammenarbeit mit dem Pianisten Hank Jones aus. Auch bei dieser Aufnahme beschränkte sich Nelson auf die Rolle als Arrangeur, Komponist dreier Stücke und Bandleader. Das Repertoire reichte von Johnny Hodges’ “Broadwalk Samba” und Jorge Bens “Mas que nada” über Filmkompositionen von Krzysztof Komeda (“Cul-De-Sac”) und Riz Ortolani (“Spy With A Cold Nose”) bis zu Manny Albams “Lullaby Of Jazzland”. Neben Hanks profilierte sich hier als Solist vor allem der Trompeter und Sänger Clark Terry.

Anlässlich des 50. Jubiläums des Impulse-Labels wurden die beiden exotischen Alben “Happenings” und “Soulful Brass” jetzt innerhalb der neuen IMPULSE 2-ON-1-Serie zusammen auf einer Midprice-CD veröffentlicht. Beide Alben wurden neu digital remastert, die kompletten LP-Artworks sind im farbigen Booklet reproduziert. Quelle: www.jazzecho.de

Label: Impulse

 

 

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