12.09.2012 07:45 folkiges und dennoch eklektisches Bluesalbum

Musik Jazz: “Queen of the Blues” - Shemekia Copeland mit dem neuen Album 33 1/3

© Sandrine Lee

Von: jazzecho

Auf ihrem neuen Album “33 1/3” versieht die junge Bluessängerin Shemekia Copeland u.a. Klassiker von Bob Dylan, Sam Cooke, Randy Weeks und ihrem Vater Johnny Copeland mit ganz eigenem Charme.

Sie eröffnete bereits Konzerte für die Rolling Stones, teilte die Bühne mit Musiklegenden wie Buddy Guy, B.B. King, Jeff Beck und Eric Clapton und gilt als legitime Erbin von souligen Blues-Ikonen wie Ruth Brown, Etta James und Koko Taylor. Und trotzdem ist die stimmgewaltige Shemekia Copeland, der das Talent einst von ihrem Vater Johnny Copeland in die Wiege gelegt wurde, erst 33 Jahre alt. Jetzt legt die Sängerin, die Robert Plant einmal als “die nächste Tina Turner” bezeichnete, mit “33 1/3” ihr neuestes Album vor. Es enthält Songs von Bob Dylan, Sam Cooke, Randy Weeks und Shemekias Vater. Als Gast steht ihr dabei u.a. der einmalige Buddy Guy zur Seite.

Erst Scham, dann plötzlich ein unstillbares Verlangen zu singen

Die 1979 in Harlem, New York City, geborene Shemekia Copeland begann ihre Gesangskarriere mit Vorbehalten. Ihr Vater, die 1997 gestorbene Texas-Blues-Gitarrenlegende Johnny Clyde Copeland, hatte das Talent seiner Tochter zwar schon früh erkannt und sie von klein auf zum Singen ermuntert. Als sie gerade einmal acht Jahre alt war, nahm er sie im berühmten Cotton Club in Harlem zum Singen mit auf die Bühne. Aber zunächst war ihre Scham noch größer als ihr Verlangen zu singen. Dies änderte sich erst, als sie fünfzehn Jahre alt war und es ihrem Vater gesundheitlich immer schlechter ging. “Es war, als hätte jemand in meinem Kopf einen Schalter umgelegt”, erinnert sie sich. “Plötzlich wollte ich singen. Mit einem Mal war es das, was ich wollte, ja, sogar brauchte. Ich musste es einfach tun.”

Mit 19 Jahren tritt sie aus dem Schatten ihres Vaters Johnny Copeland

Mit 19 Jahren trat Shemekia dann aus dem Schatten ihres Vaters und brachte ihr Solodebütalbum “Turn The Heat Up!” bei Alligator Records heraus. Die Kritiker überschlugen sich vor Begeisterung. Die Village Voice nannte das Album “schlichtweg unheimlich”, während die Boston Globe konstatierte, dass ihr mächtiges Organ “eine kochend heiße Intensität” besitzt. Ein Jahr danach gab sie in dem Kinostreifen “Ein Date zu dritt” ihr Filmdebüt, während ihr Song “I Always Get My Man” den Soundtrack der Komödie “Der Club der gebrochenen Herzen” schmückte.

Kooperationen mit den Legenden Dr. John und Steve Cropper sowie John Medeski und Marc Ribot

Ihr zweites Album, “Wicked”, erschien im Jahr 2000 und brachte Shemekia drei W.C. Handy Blues Awards ein: für den Song des Jahres, das Bluesalbum des Jahres und als beste zeitgenössische Künstlerin des Jahres. Darüber hinaus wurde “Wicked” für einen Grammy nominiert. Zwei Jahre später übernahm die New Orleanser Rhythm’n’Blues-Legende Dr. John die Produktion ihres dritten Albums “Talking To Strangers”. 2005 folgte mit “The Soul Truth” das nächste Meisterwerk. Unter der Regie des ehemaligen Stax-Gitarristen Steve Cropper (der auch selbst mitspielte) präsentierte Shemekia diesmal eine kraftvolle Mischung aus Blues, Funk und Memphis-Soul. Noch abenteuerlicher geriet 2009 ihr fünftes Album “Never Going Back”, auf dem sie u.a. mit Musikern der progressiven New Yorker Jazzszene zusammenarbeitete, namentlich Keyboarder John Medeski, Gitarrist Marc Ribot und Bassist Chris Wood.

Ein fast schon traditionelles, folkiges und dennoch eklektisches Bluesalbum

Mit “33 1/3” (dessen Titel natürlich eine Anspielung auf die Umdrehungszahl einer Langspielplatte ist und nicht etwa auf ihr Alter) legt Shemekia Copeland nun ein für ihre Verhältnisse fast schon traditionelles, folkiges und dennoch eklektisches Bluesalbum vor. Produziert wurde es wie der Vorgänger von Oliver Wood (von den Wood Brothers). Mit der Unterstützung von ihrem Gitarre spielenden Produzenten, dem Bassisten Ted Pecchio (Susan Tedeschi) und Drummer Gary Hansen sowie einigen Gastmusikern, darunter der unverwüstliche, 76-jährige Buddy Guy, gibt sie u.a. Songs von Bob Dylan (“I'll Be Your Baby Tonight”), Sam Cooke (“Ain't That Good News”), Randy Weeks (“Can’t Let Go”) und ihrem Vater (“One More Time”) ihren ganz speziellen, eigenen Touch. Vor gut einem Jahr wurde Shemekia Copeland von Koko Taylors Tochter Cookie beim Chicago Blues Festival offiziell zur neuen “Queen of the Blues” gekrönt. Mit “33 1/3” beweist sie nun, dass sie diese Ehre mehr als jede andere zeitgenössische Bluessängererin verdient hat. Quelle www.jazzecho.de

 

Concord Records