17.12.2012 07:45 Ein Musiker, der nicht in die üblichen Schubladen passt

Musik Jazz: Der Trompeter Christian Scott ist auf Erfolgskurs - Gewinner des Edison Jazz Awards & sein Meisterwerk "Christian a Tunde Adjua" wurde in den "All Music Guide" aufgenommen

Musik Jazz: Der Trompeter Christian Scott ist auf Erfolgskurs - Gewinner des Edison Jazz Awards & sein Meisterwerk "Christian a Tunde Adjua" wurde in den "All Music Guide" aufgenommen

Bild 1-3: Christian Scott © Adrian Kiel

Bild 4: Album "Christian A Tunde Adjuah" © Universal Music

Von: GFDK - Universal Music - 4 Bilder

Mit seinen gerade einmal 29 Jahren befindet sich der Trompeter Christian Scott auf bestem Wege, zu einem der internationalen Musiker mit den meisten Edison Awards zu werden. Spitzenreiter ist in dieser Hinsicht Quincy Jones mit fünf Trophäen, während Scotts großes musikalisches Vorbild Miles Davis dreimal mit dem seit 1960 vergebenenen holländischen Musikpreis ausgezeichnet wurde. Christian Scott konnte mit seinem jüngsten Album “Christian aTunde Adjuah” gerade seinen zweiten Edison Jazz Award gewinnen und setzte sich dabei gegen die starke Konkurrenz von Trombone Shorty (“For True”) und dem James Carter Organ Trio (”At the Crossroads”) durch.

Was haben The Walkmen, The Smashing Pumpkins, Grizzly Bear, Santigold, Jack White, Fun. und noch einige andere Indie-Rock- und -Pop-Bands miteinander gemein? Sie alle haben es mit ihren letzten Alben geschafft, in die “Best of 2012”-Liste des einflussreichen All Music Guide aufgenommen zu werden.

Doch viel interessanter ist: sie alle haben sich in dieser exquisiten Liste nur hinter Christian Scott und seinem Meisterwerk “Christian aTunde Adjuah” platzieren können. Denn Scott ist in diesen genreübergreifenden Top 50 auf Rang 25 gelandet. Hauchdünn geschlagen wurde der Trompeter von einem anderen Jazzmusiker: dem Schlagzeuger Karriem Riggins, der es mit seinem Album “Alone Together” sogar auf Rang 24 der Liste schaffte. Da bisher erst die Plätze 50 bis 21 bekanntgegeben wurden, kann man im Jazzlager noch auf einige andere positive Überraschungen hoffen. Esperanza Spalding etwa ist mit “Radio Music Society” durchaus der Sprung in die Top 20 zuzutrauen.

Seit er 2006 sein erstes Album bei Concord Music vorlegte und gleich für einen Grammy nominiert wurde, ragt Christian Scott weit aus der Schar talentierter junger Jazzmusiker hervor. Mit jedem weiteren Album setzte der Trompeter und Komponist neue Maßstäbe.

Die Kritik überschlug sich vor Begeisterung, obwohl sie seine Musik nicht den üblichen Schubladen zuordnen konnte. Jetzt offeriert Scott eine eigene Stilbezeichnung: "stretch music". Was man darunter genau zu verstehen hat, zeigt er auf dem atemberaubenden Doppelalbum "Christian aTunde Adjuah". Es bietet nachdenkliche Balladen und Exkurse durch schwerelos-träumerische Soundscapes, aber auch betont rockige, Funk-infizierte und absolut ekstatische Nummern.

Seine Trompete ist dabei fast immer das pulsierende Herz der Musik. Zu seiner regulären Band mit Gitarrist Matthew Stevens, Schlagzeuger Jamire Williams, Bassist Kristopher Keith Funn und dem neuen Pianisten Lawrence Fields gesellen sich als Gäste u.a. Tenorsaxophonist Kenneth Whalum III (bekannt durch Aufnahmen mit Joss Stone und Jay-Z), Altsaxophonist Louis Fouche III und Posaunist Corey King.

 

Hörproben:

http://www.jazzecho.de/christian-scott/diskografie/album/product:181768/christian-a-tunde-adjuah

 

Quelle: JazzEcho.de