06.05.2012 07:49 Überzeugte Wiederholungstäter

Musik Jazz: Das Steve Kuhn Trio überzeugt mit brillanten Interpretationen

© John Rogers/ECM Records

Von: ECM Records

26 und 24 Jahre jung waren Steve Kuhn und Steve Swallow, als sie und Drummer Pete La Roca im März 1963 Art Farmer ins Studio begleiteten. Der Flügelhornist nahm damals mit dem Quartett für Atlantic Records das Album “Sing Me Softly Of The Blues” auf. Beinahe 50 Jahre sind seitdem verstrichen, doch aus den Augen bzw. Ohren verloren haben sich die beiden Steves in all diesen Dekaden nie. Mit dem Album “Wisteria” knüpfen sie nun in mehrerlei Hinsicht an ihre frühen Jahre an. Denn zum einen ist das Titelstück eine Komposition ihres Ex-Bandleaders Art Farmer. Zum anderen spielen Kuhn und Swallow hier im klassischen Trio-Format, so wie sie es damals parallel zu ihrem Engagement bei Farmer auch taten. Nur heißt der Schlagzeuger diesmal nicht Pete La Roca, sondern Joey Baron.

Steve Kuhn und Steve Swallow: Überzeugte Wiederholungstäter

Die Wege von Steve Kuhn und Steve Swallow kreuzten sich immer wieder. Sie spielten z.B. zusammen auf den Kuhn-Alben “Three Waves” (1965), “Childhood Is Forever” (1969) und “Trance” (1974), auf Pete La Rocas “Basra” (1965) sowie Swallows “Home” (1979) und “So There” (2006). 1995 nahmen sie für das französische Owl-Label außerdem das Duo-Album “Two by Two” auf. Schlagzeuger Joey Baron wiederum begleitete Kuhn auf dessen vorangegangenen ECM-Alben “Remembering Tomorrow” (1995) und “Mostly Coltrane” (2009).

Rundumerneuerungen auf höchstem Niveau

Für “Wisteria” knöpfte sich Kuhn noch einmal ein paar der Kompositionen vor, die er 2002 für das Album “Promises Kept” mit einem Streichorchester eingespielt hatte. In den Händen dieses dynamischen, improvisationsfreudigen Trios erfahren “Adagio”, “Morning Dew”, “Pastorale” und “Promises Kept” hier natürlich eine Rundumerneuerung auf höchstem Niveau. Doch das Trio beschränkt sich nicht auf die balladesken Vorlagen von Kuhn, sondern spielt ebenso treibenden Hard-Bop (Kuhns “A Likely Story”), zwei bemerkenswerte Swallow-Kompositionen (“Dark Glasses” und “Good Lookin’ Rookie”), eine gospelgetränkte Carla-Bley-Nummer (“Permanent Wave”) und Dori Caymmis brasilianischen Schmachtfetzen “Romance”, den u.a. schon Sarah Vaughan 1987 für ihr Album “Brazilian Romance” aufgenommen hatte.

Die Musik scheint sich ganz von selbst zu spielen

Das Trio segelt durch dieses bewegte, abwechslungsreiche Programm mit einer beeindruckenden Gelassenheit. Hier sind drei Meister am Werke, die weder sich selbst noch anderen irgendetwas beweisen müssen. Tatsächlich gewinnt man den Eindruck, diese anspruchsvolle Musik spiele sich ganz von selbst. Ein größeres Lob kann man Musikern wohl kaum machen. Quelle: www.jazzecho.de

 

 

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