23.05.2015 08:15 improvisationsfreudig

Musik Jazz: Das italienisch-schweizerische Trio Third Reel stellt sein zweites Album "Many More Days" vor

Third Reel sind Nicolas Masson, Roberto Pianca, Emanuele Maniscalco

Third Reel sind Nicolas Masson, Roberto Pianca, Emanuele Maniscalco © NenieritmicheAudio/VideoAtelier 2015 / ECM

Von: GFDK - JazzEcho

Seit nunmehr fünf Jahren spielt der Italo-Schweizer Nicholas Masson mit den beiden Italienern Roberto Pianca und Emanuele Maniscalco im Trio Third Reel zusammen. Als gleichberechtigte Partner steuern alle drei Musiker Kompositionen zum Repertoire bei, die eine eigene Handschrift tragen. Allerdings sind diese Stücke gleich so offen konzipiert, dass sie von dem Kollektiv ad hoc in multiple und unvorhersehbare Richtungen gesteuert werden können.

Für sein ECM-Debütalbum erhielt das Trio 2013 hervorragende Kritiken. Jetzt zeigt es auf "Many More Days", dass es sich seitdem enorm entwickelt hat. Die kompositorischen Richtlinien dienen lediglich als Ausgangspunkt für Improvisationen. Im Fokus steht dabei oft Massons elegante Klarinette oder sein schlankes Tenorsaxophon. Maniscalco wechselt fließend zwischen Schlagzeug und Klavier und erweist sich auf beiden Instrumenten als ausgesprochener Lyriker. Pianca schließlich agiert als subtiles Bindeglied zwischen Masson und Maniscalco.

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Die erste Hälfte des Albums besteht zum Großteil aus Kompositionen von Emanuele Maniscalco. Ihr kammermusikalischer Charakter erinnert entfernt an die nachdenklichen Aufnahmen, die Jimmy Giuffre Anfang der 1960er Jahre im Trio mit Paul Bley und Steve Swallow machte. Besonders evident ist dies in dem Stück "Afterwards", in dem sich Massons Klarinette zu Maniscalcos Rubato-Spiel auf dem Klavier gesellt. Die zweite Programmhälfte wiederum besteht überwiegend aus Kompositionen von Nicholas Masson, darunter das dem japanischen Jazzpianisten Masabumi Kikuchi gewidmete "White" und das Titelstück des Albums. Roberto Pianca steuerte schließlich die versonnene Ballade "Lara’s Song" und "Happy People" bei, ein Stück, das nicht so fröhlich ist, wie es sein Titel vermuten läßt. Wie hochkonzentriert das improvisationsfreudige Ensemble agiert, zeigt sich wieder in der Kürze der Nummern: keines der dreizehn Stücke von "Many More Days" erreicht die Fünf-Minuten-Grenze.

Quelle: JazzeEcho.de

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