17.04.2014 08:20 "00 Schneider" auf DVD

Musik: Helge Schneider trumpft auf seinem Album "Sommer, Sonne, Kaktus" mit maßgeschneidertem Jazz auf

Helge Schneider veroeffentlicht Album Sommer, Sonne, Kaktus

Helge Schneider musiziert mit zwei wirklichen Größen des internationalen Jazz: dem Schlagzeuger Pete York und dem Bassisten Jimmy Woode. Quelle: JazzEcho

Von: GFDK - JazzEcho

Das Chamäleon aus Mülheim an der Ruhr hat wieder zugeschlagen. Auf seinem jüngsten Album "Sommer, Sonne, Kaktus", das tatsächlich schon seit einer Weile auf dem Markt ist, zeigt sich Tausendsassa Helge Schneider gleich mehrfach von seiner anarchisch-jazzigen Seite. Den Judy-Garland-Hit "Somewhere Over The Rainbow" etwa funktioniert Helge zu einer spartanischen Bossa Nova um.

João Gilberto dürfte da vor Neid erblassen. Schneiders Version des Cole-Porter-Klassikers "Love For Sale", einst wegen seines Textes über Prostitution in verschiedenen Ländern auf dem Index gelandet, klingt obszöner denn je. Aber Helge staubt nicht nur Songs aus fremder Feder ab. Er selbst steuert auch eine Reihe "instant classics" aus eigener Produktion bei. Nicht umsonst nennt man ihn wegen seiner Doppelbegabung als kleverer Komponist und philosophischer Poet auch Deutschlands verspätete (aber nicht zu späte) Antwort auf das Gershwin-Bruderpaar.

In seinem "Drinking Blues" posiert Helge als Ruhrpott-Tom-Waits, während er in der Scat-Nummer "Scrubble Di Bubble" Jon Hendricks Tribut zollt und in "Catwalk-Melodie" wiederum Ben Websters hauchiges Tenorsax heraufbeschwört. Eingespielt hat er das schräge Meisterwerk, wie es sich gehört, mit einer veritablen All-Star-Band: mit dem einzigartigen Helge Schneider am Tenorsax, dem unnachahmlichen Helge Schneider an Klavier und Orgel, einem unglaublich agilen Helge Schneider am Bass, dem genialen Rhythmiker Helge Schneider am Drums und Perkussion und so weiter und so fort.

Helge Schneiders Kult-Filme als DVD-Neuauflage

Wem all das noch nicht genug Helge ist, der kann sich ab dem 11. April 2014 Schneiders letzten absurden Kriminalfilm "00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse" und/oder die Neuauflage des 2004 erschienene Klassikers "Jazzclub - Der frühe Vogel fängt den Wurm" zulegen. Denn dann erscheinen diese beiden Meilensteine der deutschen Filmgeschichte auf DVD und "00 Schneider - Im Wendekreis der Eidechse" auch im Blu-Ray-Format. Beinahe zwanzig Jahre nach dem ersten "00 Schneider"-Film "Jagd auf Nihil Baxter" zeigt Helge seinem berühmten britischen Kollegen 007 wieder einmal, wie man abscheuliche Verbrechen (etwa den Diebstahl eines Huhns) ganz ohne technische Mätzchen, PS-starke Superschlitten und Wunderwaffen löst.

Den Part des Übeltäters übernahm hier der große Rocko Schamoni. In eine ganz andere Welt, die der leeren Jazzclubs, entführt einen Helge Schneider im zweiten Film, der bereits 2004 in den Kinos lief. "Wie gewohnt erweist sich auch das jüngste Œuvre des schillernden Multitalents als abseitige und originelle, ketzerische und populäre, schwer verdauliche und trotzdem leicht zu goutierende Musikkomödie", meinte VideoWoche nach der Erstveröffentlichung. "Schneiders treue Fans, aber auch experimentierfreudige Jazzfreunde, werden begeistert mitswingen."

Musikalische Einlagen von internationalen Jazz-Größen

Letzteres garantieren die musikalischen Einlagen, die Schneider im Trio mit zwei wirklichen Größen des internationalen Jazz zeigen: dem Schlagzeuger Pete York und dem Bassisten Jimmy Woode. Letzterer begleitete früher unbedeutendere Künstler wie Louis Armstrong, Charlie Parker, Ella Fitzgerald, Miles Davis, Dizzy Gillespie und Sarah Vaughan, schaffte es aber trotzdem irgendwie, sich für höhere Aufgaben bei Helge Schneider zu empfehlen.

Quelle: JazzEcho