29.11.2013 07:46 Mit dem Quartetto di Cremona

Musik: Das Mandelring Quartett präsentiert eines der beglü- ckendsten Jugendwerke der Musikgeschichte von Mendelssohn

CD Felix Mendelssohn Bartholdy String Quartet in E flat major des Mandelring Quartetts

Neues Album "Felix Mendelssohn Bartholdy: String Quartet in E flat major" © audite

Von: GFDK - Sabine Wiedemann

Seine sechs reifen Streichquartette hat Felix Mendelssohn Bartholdy nicht kontinuierlich, sondern an bestimmten Wendepunkten seiner Biografie und - daraus resultierend - seines Komposi­tionsstils geschrieben.

War es in der Jugend die Auseinandersetzung mit Bach und Beethoven, so hat ihn später die Begegnung mit dem Ausnahmegeiger Ferdinand David inspiriert, zwischen 1837 und 1839 seine drei Quartette op. 44 zu komponieren (auf der vorliegenden SACD vertreten durch das Schlusstück in Es-Dur). Sie dokumentieren den reifen, formal sicheren Mendelssohn, der hier eine Summe seines Instrumentalwerks zieht: virtuos gesetzt (vor allem für Davids Geige), voller Farben und formaler Reize, romantisch in der Haltung.

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Nach der Vollendung seines Quartetts op. 80 (enthalten in Folge II der Gesamtaufnahme) blieb Mendelssohn in seinem letzten Jahr nur noch wenig Zeit, das Streichquartett zu überdenken und zu erneuern. Zwei einzeln überlieferte Sätze - ein sanft verklärtes, aber auch aufbrausendes Andante mit 5 Variationen und ein wispern­des Scherzo - hat man nach Mendelssohns Tod in das op. 81 integriert.

Dabei wirkt das Scherzo für alle Mendelssohn-Verehrer wie eine ferne Erinnerung an das Scherzo im Oktett op. 20, mit dem der 16-jährige Felix im Handstreich eine neue Gattung schuf: die „sinfonische" Streicher-Kammermusik, bei der alle „Pianos und Fortes sehr genau und deutlich gesondert und schärfer hervorgehoben werden müssen, als es sonst bei Stücken dieser Gattung geschieht." Der jubelnde Beginn des Oktetts, das romanzenhafte Andante, das elfenhaft federnde Scherzo und das rasante Fugenfinale - jeder Satz für sich ist ein Beweis für den Einfallsreichtum und die jugendliche Genialität dieses „schönen Zwischenfalls der deutschen Musik", wie Friedrich Nietzsche den Komponisten Mendelssohn einmal nannte.

 

 


Sabine Wiedemann

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