25.01.2015 08:30 Die Verschmelzung von Cello und Piano

Musik: Cellistin Sol Gabetta und Pianist Bertrand Chamayou vereint auf "The Chopin Album"

Sol Gabetta und Bertrand Chamayou veroeffentlichen Album The Chopin Album

Sol Gabetta und Bernard Chamayou haben unter anderem Werke aufgenommen, welche die Freundschaft Chopins mit dem seinerzeit hochangesehenen Cellisten und Komponisten Auguste-Joseph Franchomme dokumentieren. Foto: "The Chopin Album" © Sony Classical

Von: GFDK - Sony Classical

Seit vielen Jahren geben die Star-Cellistin Sol Gabetta und der junge französische Pianist Bertrand Chamayou weltweit gemeinsame Kammerkonzerte. Nun haben die auch persönlich seit langer Zeit befreundeten Musiker im Aufnahmestudio ihre erste gemeinsame CD aufgenommen.

Sie trägt den Titel „The Chopin Album“ und enthält zwei Originalwerke, die Frédéric Chopin für Violoncello und Klavier geschrieben hat, die berühmte Cello-Sonate und die „Polonaise brillante“. Darüber hinaus haben Gabetta und Chamayou Werke aufgenommen, welche die Freundschaft Chopins mit dem seinerzeit hochangesehenen Cellisten und Komponisten Auguste-Joseph Franchomme (1808–1884) dokumentieren, dem Chopin auch seine Cello-Sonate widmete: von Franchomme stammt die Duo-Bearbeitung von Chopins berühmter Nocturne op. 15 Nr. 1 und Franchomme komponierte gemeinsam mit Chopin das „Grand Duo Concertant“ über Themen aus Meyerbeers Oper „Robert le Diable“.  Von Franchomme selbst stammt das Nocturne für Cello und Klavier in e-Moll op. 14, Nr.1 auf dem Album.

Als besondere Rarität haben Gabetta und Chamayou Chopins bekannte Klavieretüde op. 25 Nr. 7 in einer Duo-Fassung des russischen Komponisten Alexander Glasunov aufgenommen. „Ich mag diese Transkriptionen ebenfalls sehr gern“, so Sol Gabetta, „für mich war das eine Gelegenheit, in diese so stark vom Klavier geprägte Welt einzutauchen, die für eine Cellistin sehr ungewohnt ist.

Der polnische Romantiker Chopin ist tatsächlich zuallererst für sein Klavierschaffen berühmt. Doch Chopin hat eben nicht nur bereits im Alter von 19 Jahren mit der „Polonaise brillante“ ein effektvolles Jugendstück für Cello und Klavier geschrieben. 1845 begann er mit seiner Sonate g-Moll op. 65, die zu den Gipfelstücken der romantischen Cello-Literatur zählt. Komponiert hat Chopin das viersätzige Werk für Franchomme, den er Anfang der 1830er Jahre in Paris über Franz Liszt kennengelernt hatte. Beide verband sofort eine tiefe Freundschaft miteinander. Franchomme wurde zudem für Chopin in spieltechnischen Fragen ein wichtiger Ratgeber.

Sol Gabetta hat sich dieser Sonate, der „Polonaise brillante“ sowie dem „Grand Duo Concertant“, das zwischen 1832 und 1833 in Paris in Zusammenarbeit mit Franchomme entstand, über die gesanglichen Momente genähert. Sehnsuchtsvoll kantabel sind aber auch die beiden eingespielten Nocturnes. Von dem Komponisten Franchomme hat man das Nocturne für Cello und Klavier op. 14 Nr. 1 ausgewählt – „eine sehr berührende Melodie mit Begleitung“, findet Gabetta.

Das Nocturne in F-Dur op. 15 Nr. 1 ist hingegen ein Franchomme-Arrangement eines für Klavier solo geschriebenen Stückes von Chopin. Mit der von Alexander Glasunov eingerichteten Duo-Fassung einer Chopinschen Klavieretüde runden Sol Gabetta und Bertrand Chamayou ihr Chopin-Programm ab, dem die beiden Musiker einen ganz individuellen Charakter verleihen wollten – „fernab von den Klischees, die so oft mit Chopin verbunden werden“, so Chamayou.