20.05.2015 08:45 Destillat diverser Einflüsse

Drang nach musikalischem Storytelling - Das Album "Press Enter" ist das atmosphärische Werk von Romain Collin

Romain Collin ist Pianist

Romain Collin: Seine Stücke bestechen durch ihre kompositorische Klarheit, große stilistische Bandbreite, ein enorm weites dynamisches Spektrum und so eingängige wie raffinierte Themen. © Emra Islek

Romain Collin veroeffentlicht sein Album Press Enter

Album "Press Enter" © ACT

Von: GFDK - ACT

„Ich verbinde immer Visuelles mit Musik – und Musik mit Visuellem.“ sagt Romain Collin, 35, Pianist, Jazz- und Filmkomponist, aufgewachsen in Paris, heute Wahl-New Yorker. Von der ersten Note seines ACT Debüts „Press Enter“ hört und spürt man, was das bedeutet: Mit ihrer großen atmosphärischen Kraft lässt Collins Musik unweigerlich schillernde, bewegte Bilder entstehen, zieht einen unmittelbar in ihren Bann.

Was Romain Collin mehr als alles andere antreibt ist der Drang nach musikalischem Storytelling. Seine Stücke bestechen durch ihre kompositorische Klarheit, große stilistische Bandbreite, ein enorm weites dynamisches Spektrum und so eingängige wie raffinierte Themen. Zusammen mit Drummer Kendrick Scott und Bassist Luques Curtis schafft Collin einen „großen“, an vielen Stellen fast schon dramatischen, dann wieder intimen und reduzierten Ensemblesound, der seine musikalischen Geschichten eindrucksvoll auf die innere Leinwand des Hörers überträgt.

Dem Piano nähert sich Romain Collin schon im jungen Alter über die klassische Musik. Doch schon bald entdeckt er seine Faszination für Oscar Peterson, Erroll Garner und Herbie Hancock, die ihn zum Jazz bringt. Mit 15 besucht er zum ersten Mal New York, ist tief beeindruckt und verspricht sich selbst: hier werde ich irgendwann leben! Und tatsächlich - der Traum wird, Stück für Stück, wahr. Im Jahr 2001, kurz nach seinem 20. Geburtstag, zieht er für ein Studium am Berklee College of Music nach Boston, danach nach Los Angeles für ein weiteres Studium am Thelonious Monk Institute of Jazz. Derart gerüstet macht er schließlich seinen Jugendtraum wahr, zieht nach New York und bleibt. Über das Leben als Musiker dort sagt er: “Was New York besonders macht, ist nicht nur Jazz, sondern die schiere Intensität der Stadt. Sie ist ein unglaublich dynamischer Ort, der einen ständig herausfordert und inspiriert - als Künstler wie als Mensch. Nichts bleibt wirklich so wie es ist in New York – es ist ein ständiges Wachsen und Entwickeln.“

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Über die Aufnahmeprüfungen und das Studium am Thelonious Monk Institute lernt er auch Herbie Hancock und Wayne Shorter, seine größten Mentoren kennen. Mit beiden tour er wenig später durch Indien und Vietnam. Er erinnert sich: „Es war eine einzigartige Gelegenheit, beide nicht nur als Musiker, sondern auch als Menschen kennenzulernen. Wir verbrachten eine Menge Zeit miteinander, machten tagsüber Sightseeing und spielten abends große Konzerte. Herbie Hancock war einer der Hauptgründe, warum ich Pianist werden wollte und nun mit ihm zu spielen war ein unvergessliches Erlebnis.“

Romain Collin macht sich so schnell einen Namen in der US-Szene, spielt mit Künstlern wie Mike Stern, John McLaughlin sowie Christian McBride und veröffentlicht mit „The Rise and Fall of Pipokuhn“ (2009) und „The Calling“ (2012) zwei Alben als Leader, die begeisterte Kritiken erhalten. NPR (National Public Radio) nennt ihn „einen visionären Komponisten, einen herausragenden Jazzpianisten und einen hellen aufstrebenden Stern in der Welt des Jazz“, The Boston Globe „eine der führenden Figuren einer neuen Generation von Jazzmusikern”. Darüber hinaus nutzt Collin seine Fähigkeit, visuelle und musikalische Elemente zu verbinden und arbeitet regelmäßig als Komponist für Dokumentar- und Spielfilme.

„Press Enter“ ist das Destillat all dieser Einflüsse: amerikanische Jazz-Tradition und -Moderne, europäische Klassik, Filmmusik, Komposition und Improvisation. Der Titel ist bezeichnend für Romain Collins Art, konsequent seinen eigenen Weg zu verfolgen und geht auf Wayne Shorter zurück. Collin erinnert sich: „Als ich mit Wayne in Indien war, sprachen wir darüber, wie man manchmal große Pläne im Leben oder in der Musik hat – aber oft nicht nach ihnen handelt. Plötzlich machte er eine Pause und sagte dann „Press Enter!“. Danach ging er…aber das blieb bei mir hängen.“

 

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