29.12.2014 08:45 Die Reise zu einem eigenen kreativen Sound

Album "Fernweh" zeigt, dass die musikalische Reise des Jazz-Gitarrist Max Frankl erst begonnen hat

Max Frankl veroeffentlicht neues Album

„Fernweh steht für eine tiefe Zäsur und ein neues Kapitel in meiner noch jungen Karriere“, erläutert Frankl, der kürzlich mit dem europäischen Musikautoren-Stipendium der GEMA ausgezeichnet wurde. © Rebekka Kühnis

Max Frankl ist Jazzgitarrist

Album "Fernweh" © UNIT Records

Von: GFDK - Kerkau Promotion

Seine Möglichkeiten, einen eigenen, individuellen Sound zu kreieren, sind nahezu unbegrenzt.

Verzerrte Gitarrensounds, Hall-Effekte, bandmaschinenartige Delays und Loops – das alles gehört zu Frankls neuer Klangwelt, mit der er die Zuhörenden auf eine musikalische Reise nimmt.

Mit gerade einmal 32 Jahren ist Max Frankl auf dem besten Weg, sich in die oberste Liga der europäischen Jazz-Gitarristen zu katapultieren. Für sein kammermusikalisch-angelegtes Trio-Album „Francis Drake Stories“ (2011) erhielt er den „ECHO Jazz“ als bester Gitarrist national, der Nachfolger „Home“ (2012) wurde von der Presse begeistert gefeiert und war für den Deutschen Musikautorenpreis 2014 nominiert. Jetzt legt Frankl mit „Fernweh“ sein fünftes Album als Bandleader vor. Es ist ein Album, auf dem sich der gebürtige Weilheimer als persönlich und musikalisch gereifter Künstler präsentiert.

„Fernweh steht für eine tiefe Zäsur und ein neues Kapitel in meiner noch jungen Karriere“, erläutert Frankl, der kürzlich mit dem europäischen Musikautoren-Stipendium der GEMA ausgezeichnet wurde.

Wurde „Home“ noch in Sextett-Besetzung mit hochkarätigen Kollegen wie Nils Wogram eingespielt, steht Frankl auf dem neuen Album als Komponist und Gitarrist deutlicher im Vordergrund. Die Quartett-Besetzung mit Reto Suhner (Saxofon und Klarinette), Dominique Girod (Bass) und Claudio Strüby (Schlagzeug) verschafft ihm größeren kreativen Spielraum. In den zurückliegenden Monaten hat der Gitarrist seinen Sound weiter veredelt und noch konsequenter mit Effektgeräten gearbeitet. Auf den sieben Kompositionen pendeln Max Frankl und seine Mitspieler mühelos zwischen Jazz und Rock, garniert mit einer Prise Bossa Nova (wie in „Copy Paste“) und bisweilen psychedelisch wirkenden Sounds („80’s“).

Wir lieben Musik... weil sie uns glücklich macht

Eine Reise, die in Frankls Wahlheimat Zürich beginnt und im Fort Greene Park endet – einer grünen Oase mitten in Brooklyn/New York. Frankl macht keinen Hehl daraus, dass er sich in den Big Apple verliebt hat. Nach einer Tournee durch fünf afrikanische Länder hatte er 2013 Gelegenheit, die Jazz-Metropole fast ein halbes Jahr lang hautnah zu erleben. „Ich bin dort hingegangen, um viel zu spielen und mich inspirieren zu lassen. Das waren wichtige Erfahrungen, die mir neuen Drive gegeben haben: meiner Musik aber auch meinem Selbstverständnis als Musiker“, bilanziert der ECHO Jazz-Preisträger die Reise über den Großen Teich.

Musikalischen Input holte er sich unter anderem bei Aaron Parks, Ben Monder und Chris Cheek. Allesamt Ausnahme-Künstler, die ihn darin bestärkten, seinen eigenen Weg zu gehen und musikalische Berührungsängste abzulegen. „Die strikte Trennung der musikalischen Stile existiert in New York zum Glück nicht. So kann die Inspiration frei fließen“, sagt Frankl, der im Big Apple seine musikalische Zukunft sieht. „Daher steht der Albumtitel ‘Fernweh‘ vor allem für das Gefühl, das ich seit meiner Reise dorthin in mir trage.“

Auch das hoch energetische Stück „Aufbrechen“ erhält vor diesem Hintergrund eine doppelte Bedeutung. Der leicht verzerrte Sound seiner E-Gitarre, der musikalische Dialog, den er mit dem Saxofonisten Reto Suhner führt und die an Weltall-Sphären erinnernden Klänge, die er mit Nylon-Saiten auf seiner Akustik- Gitarre erzeugt, stehen für das Aufbrechen bekannter Musikformen und –Stile. Die wechselnden Stimmungen erzeugen beim Hörenden eine Mischung aus Nervosität und gespannter Ruhe. Typische Gefühle, wie sie sich vor dem Beginn einer langen Reise ins Ungewisse einstellen.

Und so ist „Fernweh“ nicht nur die musikalische, sondern auch die geografische Weiterführung von Frankls Vorgängeralbum „Home“. Mit seinem neuen Album beweist er eindrucksvoll, dass seine Möglichkeiten, einen eigenen, individuellen Sound zu kreieren, nahezu unbegrenzt sind – und dass seine Reise zu neuen, musikalischen Abenteuern gerade erst begonnen hat. Nicht nur in Europa, auch in den USA nimmt man Notiz vom jungen deutschen Sound-Tüftler, der auszog, die vielfältigen musikalischen Welten, die im Big Apple nebeneinander existieren, miteinander zu verbinden.

Album-Veröffentlichung: 13.03.2015

 

 

 

Weiterführende Links:
www.maxfrankl.com