25.03.2015 08:30 Austausch mit Freunden und Weggefährten

100% Fossum, 100% Vielseitigkeit - "Bass Detector" überzeugt mit Funk-Rhythmen, Soul-Blaasern und coolen Licks

Jens Fossum veroeffentlicht Album Bass Detector

Für „Bass Detector“ trat Fossum mit einer Vielzahl verschiedener Bässen an – Kontrabass, Electric Bass, Piccolo-Bass sowie ein Piccolino-Bass mit eingebautem Midi-System, Foto: Album "Bass Detector" © ACT

Album Bass Detector des Jazzmusikers Jens Fossum

Jens Fossum © Bud Smith

Von: GFDK - Ozella Music

Jens Fossum ist ein Team-Player. Egal, ob als Mitglied des tragisch zu Ende gegangen Sigurd Køhn Quartets, Teil der Backingband für die offenherzige Songwriterin Randi Tytingvåg oder als Begleiter der sinnlichen Jazz-Chanteuse Hilde Louise Asbjørnsen gibt er mit seinen ebenso eleganten wie markanten Bassläufen seit nunmehr über einem Jahrzehnt den Beat an. Für sein erstes Solo-Album jedoch sollte alles genau so klingen, wie er es wollte, ohne Kompromisse oder Einschränkungen.

Damit verkehren sich die üblichen Vorzeichen: Der Begleiter wird zum Leader, Fossums Bass rückt in den Vordergrund und die als Gäste eingeladenen Größen des norwegischen Jazz spielen diesmal für ihn.

100 Prozent Fossum, das bedeutet in diesem Fall 100 Prozent Vielseitigkeit. Schon auf vorangegangenen Alben war der gebürtige Trondheimer durch seine Fertigkeiten auf den unterschiedlichsten Instrumenten aufgefallen, darunter die chinesischen Er-hu und Pipa sowie Cello, Mandoline und Gitarre. Alle kommen auch auf „Bass Detector“ zum Einsatz. Denn im Gegensatz zu dem tieftonlastigen Titel ist die Scheibe ganz von dem Wunsch getrieben, Synergien zwischen verschiedenen Saiteninstrumenten zu erkunden und dabei die Schnittstellen globaler Musiktraditionen aufzudecken - von West nach Ost, Europa nach Lateinamerika, von Afrika bis nach Indien.

Die volle Tragweite von Fossums Forschungsdrang wurde spätestens vor zwei Jahren auf den „Let Go Instrumentals“ klar. Für das mit dem Tytingvåg Ensemble eingespielte Werk ließen die Musiker kühn die Stimme der Sängerin weg und behielten nur noch die Backing-Tracks. Auch „Bass Detector“ steht ganz im Zeichen des Experiments. Für das Album trat Fossum mit einer Vielzahl verschiedener Bässen an – Kontrabass, Electric Bass, Piccolo-Bass sowie ein Piccolino-Bass mit eingebautem Midi-System - und stellte sich vor die Herausforderung, eine organische Verbindung zwischen akustischen Mitteln und elektronischen Schnittstellen herzustellem.

Wir lieben Musik… weil sie uns glücklich macht

Stilistisch schlägt die Scheibe einen schillernden Bogen von druckvollen Funk-Rhythmen und Soul-Bläsern bis hin zu dichten Ensemble-Sätzen und coolen Licks – und präsentiert damit einen veritablen Rundumschlag seiner Einflüsse und Leidenschaften.

Letztendlich ist es aber stets der Austausch mit Freunden und Weggefährten, der den Ausschlag gibt. Und so gesellen sich auf dem Album verschiedene Musiker dazu, darunter sein Bruder Håvard (Saxophon, Querflöte, Klarinette), verschiedene Drummer und Keyboarder, der Saxophonist Børge Are Halvorsen sowie Mel und Bud Smith auf Trompete und Posaune. Es ist das Zusammenspiel innerhalb dieser Gruppe, nicht die zweifelsfrei atemberaubende Virtuosität des Leaders, die „Bass Detector“ so spannend macht. Für die vollen 100% Fossum braucht es immer noch ein Team – sogar auf einem Solo-Album.

 

 

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