16.07.2012 07:01 Stationen in Hamburg, München und Berlin

Nasum: Schwedens Grindcore-Offenbarung Abschiedstournee zum 20-jährigen Band-Bestehen - drei finale Deutschland-Konzerte

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Von: GFDK - MLK

Zwischen 1992 und 2005 galten Nasum aus dem schwedischen Örebrö als Speerspitze des skandinavischen Grindcore mit deutlicher politischer Haltung. Der plötzliche Tod ihres Gitarristen und Frontmannes Mieszko Talarczyk im Dezember 2004 bedeutete jedoch das jähe Ende. Nun, sieben Jahre später, haben sich die ehemaligen Mitstreiter mit einem Gastsänger erneut zusammengefunden, um Nasum einen würdigen Abschied zu bereiten:

Im Herbst geht die Grindcore-Institution ein letztes Mal auf Welttournee, um das 20-jährige Band-Jubiläum angemessen zu begehen. Im Zuge dieser Konzertreihe wird das Quintett zwischen dem 23. September und 4. Oktober auch für drei Shows in Hamburg, München und Berlin in Deutschland Halt machen.

Anfangs diente Nasum nur der Nebenbeschäftigung. Die beiden Necrony-Mitglieder Anders Jacobson (Gitarre) und Rickard Alriksson (Drums, Vocals), sonst stilistisch im Death Metal beheimatet, wollten ein politisch ambitioniertes Projekt starten, das sich ganz dem klassischen Grindcore im Stile Napalm Deaths verschreiben sollte.

Sie arbeiteten zunächst als reines Studio-Duo, bis 1993 Gitarrist und Sänger Mieszko Talarczyk zu ihnen stieß. Von da an verfolgte die Band einen gewaltigen Live-Ethos, um die pure Energie des Grindcore möglichst direkt darzubieten. Und doch blieben Nasum lange ein typisches Seitenprojekt.

Dies änderte sich erst, als nach zahlreichen Demo- und Split-Single-Aufnahmen 1997 das Debütalbum Inhale/Exhale veröffentlicht wurde. Mittlerweile hatte Gründungsmitglied Alriksson die Band verlassen, Anders Jacobson hatte die Gitarre gegen die Drums eingetauscht, und mit Jesper Liveröd fand man einen Bassisten, der das Line-Up komplettierte. Vom Fleck weg waren Nasum in Skandinavien in aller Munde und galten als die große Entdeckung des traditionsverbundenen Grindcore, gepaart mit ambitionierten Texten über Gesellschaft und Politik.

Nun begann die kreativste Phase. Zwischen 2000 und 2004 erschienen mit Human 2.0 (2000), Helvete (2003) und Shift (2004) drei euphorisch aufgenommene Alben, allesamt im bandeigenen Soundlab-Studio eingespielt. Nachdem Human 2.0 noch in der gewohnten Trio-Besetzung entstand, arbeiteten Nasum an Helvete bereits als Quartett. Neu hinzu gekommen war der zweite Gitarrist Urban Skytt sowie Bassist Jon Lindqvist, der den 2003 ausgestiegenen Liveröd ersetzte. Die internationale Akzeptanz wuchs stetig und die Zeichen standen gut für Nasum.

Rund um seinen 30. Geburtstag verbrachte Frontmann Mieszko Talarczyk das Weihnachtsfest in Thailand ? ausgerechnet dort, wo am 26. Dezember 2004 ein vernichtender Tsunami das Land heimsuchte. Die Leiche des Sängers wurde erst im Februar 2005 gefunden und anschließend in Schweden beerdigt. Nasum lösten sich auf, ein Weitermachen schien vorerst unmöglich.

Seit einiger Zeit spielen die verbliebenen Mitglieder mit dem Gedanken einiger Abschiedskonzerte zum 20. Band-Jubiläum. Was zunächst nur als einmaliger Event in Schweden geplant war, hat sich mittlerweile zur finalen Welt-Tournee entwickelt, auf der man die massivsten Nasum aller Zeiten erleben kann.

Erstmals sind sie als Quintett unterwegs: Neben den drei Mitstreitern der letzten Inkarnation wird auch Bassist Jesper Liveröd noch einmal zur Formation stoßen. Den Leadgesang des verstorbenen Talarczyk übernimmt Rotten Sound-Sänger Keijo Niinimaa. Es ist die perfekte Gelegenheit, einer der wichtigsten Grindcore-Bands der Geschichte Lebewohl zu sagen.

Termine

Special Guest: Black Breath
23.09.2012 So. Hamburg / Logo
28.09.2012 Fr. München / Backstage Club
04.10.2012 Do. Berlin / Magnet
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Links

nasum.com