13.01.2013 08:25 eine Meisterin der gewissen Liebeslieder

Konzert Pop: Eleni Mandell kommt mit neuem Album "Miracle of Five" auf Tour

Konzert Pop: Eleni Mandell kommt mit neuem Album "Miracle of Five" auf Tour

Bild 1+2: Eleni Mandell Quelle: Make My Day Records

Von: GFDK - Starkult Promotion - 2 Bilder

Eleni hat sich vor allem mit ihrem letzten Album "Miracle of Five" (V2) sehr viele neue Freunde gemacht. Nicht, dass sie davon vorher zu wenige gehabt hätte. Die Presse überschlug sich mit Lob und das nicht nur in Europa. Auch die US Presse zeigte sich sehr begeistert.


Als Eleni Mandells letztes Album "Country For True Lovers" erschien, löste es tatsächlich zwiespältige Reaktionen aus. Sofern man 99 mal euphorisches Lob und eine einzelne ent-täuschte Fan-Stimme als "zwiespältig" bezeichnen kann. Und sofern man der Meinung ist, zweimal in der Endausscheidung zum "Songwriter & Composer des Jahres" gegen Beck den Kürzeren zu ziehen, bevor man die begehrte Auszeichnung der L.A. Weekly 2003 gewann (zusammen mit Elliott Smith, RIP), stempele einen doch wohl zum Loser. Der Großteil der Hörer und Kritiker jedoch feierte die junge Kalifornierin weiterhin unbeirrt als größtes unentdecktes US-Songwriter-Talent und pries Eleni´s selbstbewusste Verbeugung vor einigen ihrer musikalischen Vorbilder - Bob Dylan, Merle Haggard, Tammy Wynette, die Stones, wenn sie akustisch waren, Tom Waits. Ein einziger Fan bedauerte den Country-Seitensprung und hätte sich lieber eine Fortsetzung ihrer drei voran gegangenen schräg-alternativen "leftfield"-Alben gewünscht. "Wenn sie noch ein Country-Album macht", drohte er auf einer Fan-Website, "dann kaufe ich es nicht!"

Eine gute und eine schlechte Nachricht hat Eleni Mandell für den Mann. Die gute: "Mein nächstes Album wird voller Soul Music sein." Die schlechte: Er wird sein Taschengeld auch für "Afternoon" opfern müssen.

Er wird es gern tun. Denn Eleni´s fünftes US-Werk und ihr zweites in Deutschland veröffentlichtes, präsentiert dichte, runde, warme Songs, über die sich in den entscheidenden Momenten brüchige Stellen und psychotische Schatten legen.

Mithin: zeitlose Songs, die allerdings von einem burschikosen Titelstück "Afternoon" angeführt werden, das durchaus Country-Tugenden à la Tammy Wynette pflegt. "Ich möchte dein Nachmittag sein, wenn du eine Pause von deiner Arbeit einlegst", singt Eleni Mandell da, ganz patente Gefährtin im karierten Hemd, und warum auch nicht? Country als rechter Redneck-Soundtrack ist ihre Sache gewiss nicht. "Ich fühle mich gut, wenn ich diese Songs singe", sagt sie. "Ich bin überzeugt davon, dass die ur-amerikanischen Musikstile wie Country, Jazz, Rock'n'Roll und Soul tief im Innersten miteinander verwandt sind. Ray Charles hat vor über fünfzig Jahren eine Countryplatte aufgenommen. Die legendäre L.A.-Punkband X, einer meiner größten Einflüsse, gründete eigens eine Nebenband namens Knitters, um Country zu machen. Wer diese Verbindungen nicht sieht, hat's nicht kapiert. Übrigens habe ich von Anfang an eine Pedal Steel Guitar auf meinen Platten gespielt." So!

Zu Beginn ihrer Karriere, in den späten Neunzigern, hatte Eleni Mandell einen Mentor, einen wichtigen Strippenzieher: Chuck E. Weiss. Das ist eine der ganz großen Legenden der Rockgeschichte, Titelheld von Rickie Lee Jones' "Chuck E's In Love" und auf seinen eigenen raren Alben ein druidenhafter Zusammenrührer schwitziger, stickiger SwampBlues-, virtuoser Jazz- und deeper Soul-Zutaten. Weiss machte Eleni mit seinem Kumpel Tom Waits bekannt, und auch dieser Schrat ist ja bekanntlich musikalisch vor nix fies. Mit diesen beiden Vaterfiguren im Rücken war es Eleni Mandell ein Leichtes, ihre chamäleonhaften Rollenspiele auszuleben. Der liberale Geist von Berkeley, das Gurren einer Kindfrau, das politische Bekenntnis zum linken Flügel, brüchige Songs über brüchige Verhältnisse, das Schrammelige der Alternative Music und das Klare des Folk: Eleni kann das alles, lebt das alles. Ihre neuen Songs sind wohltuend unpathetisch, sie atmen im Rhythmus ihrer warmen Stimme, sind eingängig instrumentiert und in den schönsten Momenten ("Just A Dream") mit traumhaft schwellenden Orgelklängen unterlegt.

"Can't You See I'm Soulful", fragt sie tatsächlich in einem Song, und dann erzählt sie, wie der Opener "American Boy" entstand: "Ich war auf Solotour in Österreich und Ungarn, hatte seit Tagen kaum geschlafen, hatte schlimmes Heimweh. In dieser Stimmung fing ich was mit einem Jungen an. Was ich an dem Song mag ist, dass er wie ein Rad durch fremdes Land rollt, Altes und Neues verbindet. Wenn ich ihn spiele, weiß ich genau, wo ich damals war, was ich gegessen habe, mit wem ich zusammen war. Es ist zwar kein patriotischer Song, aber ich widme ihn John Kerry in der Hoffnung, dass er unser nächster Präsident wird."

Eleni Mandell ist eine Meisterin gewisser Liebeslieder, in denen es um enttäuschte Erwartungen und schale Abschiede geht. "Ich kann in ein und demselben Song derjenige sein, der es eilig hat aus einer Beziehung auszubrechen, und derjenige, der bleiben und es aussitzen will", sagt sie über "Say Goodbye". Und über das herzzerreißend gesungene "I've Been Fooled" mit seiner traurigen Kirchenorgel: "Ich häufe Enttäuschungen in meinem Kopf an wie einen Stapel Bücher - aber was soll's, ich lache, singe und tanze immer noch und hab einen schönen Song als Souvenir!"

Oh, sie kann auch noch ganz anders. "Easy On Your Way Out" etwa mit seinen zergelnden Gitarren könnte einer der rüden Stones-Songs der frühen Siebziger sein. Und wie sie in anderen Songs lockt und säuselt, sich lasziv rekelt, forsch fordert oder sentimental summt, das ist große Kunst. Der dunkelste Song ist sicherlich das quälende, zähflüssige "Dangerous", den man besser mit ihren eigenen Worten beschreibt: "Dangerous is your run of the mill give-it-to-me-now-or-I'll-have-to-kill-us-both song."

Und dann ist da noch "Maybe, Yes", die EP. Deutsche Hörer haben es gut, denn sie wird ihnen zusammen mit dem Album präsentiert. Ein lupenreines 5-Track-Barjazz-Kleinod mit einer eigenartigen Entstehungsgeschichte. Da fährt Eleni Mandell mit ihrer Tourband nachts durch New Jersey und sucht ein Hotelzimmer. Es ist aber nirgendwo eins frei, im Autoradio läuft ein Jazzsender und spielt den schönsten blauen Nachtjazz der Welt, und auf einmal ist es für die Musiker wirklich wichtig, diesen Sender zu hören und nichts sonst, pfeif auf das Hotelzimmer. Die EP wurde dann binnen weniger Tage aufgenommen, "alle im selben Raum außer mir. I was in the bathroom. Ich wär lieber in dem Raum mit den Jungs gewesen, aber man kann nicht alles haben." Alles vielleicht nicht - aber jazzy Songs, sehnsüchtig, verführerisch, kunstliedhaft, mit Basstupfern, Besenschlagzeug, perlendem Piano und einer unglaublich präsenten und prägenden Hammondorgel, das kann man hier schon bekommen. Definitely Maybe!

 

Tourdaten:

17.01.2013: Leipzig - Nato
18.01.2013: Dresden - Beatpol
20.01.2013: Berlin - Grüner Salon
21.01.2013: Hamburg - Knust
23.01.2013: A - Wien - WUK
24.01.2013: München - Milla
25.01.2012: Frankfurt - Das Bett
27.01.2013: CH - St. Gallen - Palace
28.01.2013: CH - Zürich - El Lokal

 

 

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