11.12.2013 09:00 Aufregend, knisternd, intensiv

Konzert: Herzzerreißende Melancholie mit Caged Animals und Teresa Rotschopf alias O am 24.01.2014 im Posthof Linz

Teresa Rotschopf ist O und gibt Konzert in Linz

Teresa Rotschopf ist O und mit ihren eigenen Songs erkundet sie elegisches Elektronik-Terrain. Bild 1+2: O Quelle: Patrick Pulsinger

Teresa Rotschopf ist O

Caged Animals geben Konzert im Posthof Linz 2014

Bild 3+4: Quelle: Ink Music

Caged Animals spielen Indiemusik auf ihren Konzerten
Von: GFDK - Karl Zabern - 4 Bilder

Das Lo-Fi Dreampop-Projekt aus Brooklyn und die Wiener Electro-Chanteuse Teresa Rotschopf (Ex-Bunny Lake) treten am 24.01.2014 im Posthof Linz auf.


Caged Animals / O

Freitag, 24. Jänner, 20:00 Uhr, Indie

Caged Animals | Mit "Teflon Heart" gelang dem in Brooklyn lebenden Sänger und Songwriter Vincent Cacchione 2011 ein selten schönes, herzerweichendes Lo-Fi-Pop-Meisterwerk. Das Stück fand sich auf dem zum FM4-Album der Woche gekürtem Debüt "Eat Their Own", einer charmanten Sammlung von Dream-Pop-Songs voller Vintage-Electronica und übersteuerter Gitarren, die der junge Marc-Bolan-Look-a-like mit italienischen Wurzeln großteils zuhause im Wohnzimmer eingespielt hat.

Mittlerweile ist aus den Caged Animals so etwas wie ein Familienunternehmen geworden und tritt auch live als Quartett in Erscheinung. Schwester Talya Rose Cacchione bedient den Bass, an den Keyboards hat Vincents Lebensgefährtin Magali Francoise Platz genommen und Patrick Curry, ein alter Freund, übernimmt nun die Rolle des Drummers. Wie gut diese familiäre Verbundenheit der Band tut, ist unschwer am neuen, zweiten Album "In The Land Of The Giants" zu hören.

Konzert in Österreich

Es ist ein intimes, gleichzeitig groß angelegtes Album, das förmlich überquillt vor anmutig-sentimentalen Melodien, "die das Leiden und Sehnen von Vorstadt-Teens auf brillante Weise wachrufen" (The Guardian). Es streift Art-Pop und Indie-Pop, offenbart klassisches Songwriting und schwelgt gleichzeitig in elektronischen Sphären, bietet aber auch Raum für Glockenspiel oder Akkordeon. Ein Album über die Familie, den Glauben und die Hoffnung, das Emotionen offenlegt, aber auch die Melodien nicht aus den Augen lässt. Dabei kommen einem John Lennons Soloalben ebenso in den Sinn wie Elvis Costello oder der melancholische R&B-Electro-Twist von James Blake oder Frank Ocean.

"Sentimentales Knistern und herzzerreißende Melancholie zwischen Lo-Fi-Elektronik, Dreampop, Surf-Gitarren, Doo Wop und Indiepop" (FM4)

"….has the bounce of OMD, the pop-funk of Prince, the silliness of Cyndi Lauper. Caged Animals are a band who want to be your friends" (The Sunday Times)

Besetzung: Vincent Cacchione: voice, Magali Francoise: keys, Talya Rose Cacchione: bass, Patrick Curry: drums | Aktuelle CD: "In the Land of Giants" (2013), Pias | cagedanimals.net

 

O | Teresa Rotschopf ist O. Ein neuer Künstlername, so schlicht wie simpel. Und das passt. Denn die Musikerin hat sich befreit: Mit ihren eigenen Songs erkundet sie elegisches Elektronik-Terrain.

Acht Jahre lang war Rotschopf neben Christian Fuchs die Frontfigur der wohl schillerndsten Electro-Pop-Band des Landes: Bunny Lake. Nach vier Alben, einem Amadeus-Award und Konzerten zwischen Mexico City, London und Tallin war aber im vergangenen Winter Schluss. "Künstlerische Differenzen", gibt Rotschopf als einen der Trennungsgründe an. Sowie die damit einhergehende Lust, das eigene Material zu vertiefen.

Seit 2011 arbeitet Rotschopf an ihrer eigenen Musik. Anfangs im stillen Kämmerlein, ohne klar definierte Richtung. Ihren Co-Piloten hatte sie aber damals schon auserkoren: Patrick Pulsinger. Im Studio des Cheap-Records-Gründers tüftelten die beiden an Rotschopfs frühen Skizzen. Verzögert wurde die Arbeit dann aber durch den vermutlich besten Verzögerungsgrund überhaupt: Rotschopf wurde Mutter. Patrick Pulsinger nutzte ihre Babypause um das aktuelle Album von Hercules & Love Affair zu produzieren.

Konzert in Linz

2012 dann das erste Konzert der beiden - in New York. Auf Einladung des Austrian Culture Forums spielten Pulsinger und Rotschopf im dortigen Club Santo’s Party House. Prominente Gäste der Nacht: Beyoncé und Jay-Z. Außerdem war die Regisseurin Mirjam Unger mit der Kamera dabei und dokumentierte den Ausflug für ihren Film "Oh Yeah, She Performs", in der Rotschopf neben Kolleginnen wie Gustav und Clara Luzia die Hauptrolle spielt.

Zurück in Wien gestalteten sich die Aufnahmen der O-Songs nicht immer als einfach. Als der Posaunist im Studio war fiel sein Instrument vom Stuhl und verstimmte sich – aufgenommen wurde es trotzdem. Der Harfenspieler aus Bratislava kämpfte sich – von Taxis wegen seinem überdimensionalen Gepäck ignoriert – durch einen halben Meter Neuschnee in Pulsingers Studio vor. Bei den Aufnahmen mit Mitgliedern der Wiener Symphoniker im Konzerthaus war Rotschopf dann selbst erst nicht ganz wohl. "Ich war so verlegen, dass ich Kuchen mitbrachte, weil ich keine Ahnung hatte, wie ich mit studierten Musikern kommunizieren sollte", erinnert sich Rotschopf. "Aber am Ende waren alle begeistert." Außerdem machte sie sich auf die Suche nach zwei passenden Background-Sängern. Eine Suche, die sich langwieriger gestaltete als erwartet. Iranische Popsternchen meldeten sich, genau wie Dancehall-Typen mit Dreadlocks. Am Ende entschied sich Rotschopf für zwei Musiker aus ihrem Freundeskreis. Einer war Sängerknabe, der andere heißt Amadeus. Passt.

Die Songs von O sind geheimnisvoll. So düster wie zerbrechlich. Rotschopf sucht das Lied. Und das Lied schläft bekanntermaßen in der Maschine. Allerdings sind die Synthesizer und Beats keine Erfüllungsgehilfen unter der Discokugel mehr, sie bilden das sanfte Fundament auf dem die Musikerin ihre sonore, tiefe Stimme bettet. "Love" klingt wie ein verlorener Nico-Song, produziert von John Carpenter. Die ersten Takte von "Thieves of the Sun" könnten mit ihrer schiefen Weichzeichner-Aura aus der Feder der The United States of America stammen. Und das zart naive "Messiah" würde jedem Horror-Film von Lucio Fluci gut stehen. Kurz: O steht für elektronische Psychedelia fürs neue Jahrtausend.

Zeit, das neue Material auf der Bühne zu testen, findet Rotschopf. Und das tut sie mit Keyboarder und ihren beiden Background-Sängern. Was man von O-Konzerten erwarten kann? "45 Minuten. Reduziert, düster und intensiv", sagt sie. Denn: "Disney-Fasching ist vorbei."

Der Release des Debütalbums "Messiah" ist für Anfang 2014 geplant.

www.this-is-o.net

 

 

Posthof - Zeitkultur am Hafen

Posthofstr. 43
A-4020 Linz
Tel.: ++43 / (0)732 / 77 05 48 - 0
Fax: ++43 / (0)732 / 78 26 52
office(at)posthof(dot)at
www.posthof.at