16.04.2012 07:30 was Kunst im besten Falle leisten sollte

Exklusive Show am 10. Juni in Berlin - Liars: Art-Punk für Kopf und Beine - Das New Yorker Kunst-Trio in Deutschland

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Von: GFDK - MLK

Die Musik der Liars aus New York kann man kaum kategorisieren. Ob Neo-, Dance- oder Art-Punk, experimenteller Rock, LoFi-Elektronik oder Noise-Rock, aus diesen Stilen leiht sich das Trio Elemente und mischt sie zu einem ureigenen Sound. Ihr moderner Punk lässt zwar ihre gedankliche Verbindung zur New Yorker Avantgarde Rock-Szene der 70er und 80er erkennen, bleibt jedoch immer unverwechselbar.

Vor allem live muss der Zuschauer stets auf alles gefasst sein. Die Liars wollen überraschen, fordern, eine Reaktion erzeugen – all das, was Kunst im besten Falle leisten sollte. Am 10. Juni haben die deutschen Fans Gelegenheit, die Liars bei ihrem Gastspiel in Berlin zu erleben.

Wenn man sich die Liars anhört, so verwundert es nicht, dass sich die Gründungsmitglieder Angus Andrew (Gesang, Bass) und Aaron Hemphill (Gitarre) während ihres Kunststudiums in Kalifornien kennenlernten. Von Anfang an verfügte ihre Musik über eine kräftige künstlerische Komponente – man hört sie nicht nur, man erlebt sie auf zahlreichen Ebenen.

Damit passten sie hervorragend in die New Yorker Künstlerszene, wohin sie umsiedelten. Das erste Album, mit zwei Freunden innerhalb von zwei Tagen aufgenommen, orientierte sich dementsprechend an der damaligen Neo Wave-Szene New Yorks, mit peitschenden Beats und knackigen Songs. Schnell waren die Liars als neue Post-Punk-Sensation in aller Munde.

Mit diesem Missverständnis räumte das durch Drummer Julian Gross vervollständigte Trio zügig auf: Auf ihrer ersten EP in der finalen Besetzung fand sich unter anderem eine Soundcollage aus Haushaltsgeräten und Wortfetzen, die demonstrierte, dass es den Liars um echte Kunst ging.

Diese Haltung wurde noch deutlicher durch ihr zweites Album „They Were Wrong, So We Drowned“ von 2004, einem Konzeptalbum über Hexen und die Walpurgisnacht. Presse und Fans zeigten sich zunächst verwirrt, die Größe des Werks erkannten sie erst später.

Für ihr drittes Album mit dem programmatischen Titel „Drum’s Not Dead“ zogen die Liars vorübergehend nach Berlin, wo sie in einem alten Funkhaus künstlerische Ausflüge in die Welt der Schlagzeug-Sounds und dessen Modifikation unternahmen.

Auch die anschließende Tour war von dieser zentralen Ryhthmus-Arbeit geprägt. Das Komponieren nachvollziehbarer Songs schien vorübergehend in den Hintergrund zu treten.

Solche Arbeiten fanden sich erst auf dem Nachfolger „Liars“ (2007) wieder, mit dem sich das Trio endgültig als eine der spannendsten und unkalkulierbarsten Formationen der New Yorker Musikszene etablieren konnte.

Ihr letztes Album „Sisterworld“ erwies sich erneut als ein Konzeptwerk, diesmal über die Veränderung der menschlichen Psyche durch Megastädte wie Los Angeles. Es bleibt also spannend zu beobachten, mit welcher Idee die Liars als nächstes reüssieren werden.

Termine

10.06.2012 So. Berlin / Roter Salon
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Exklusive Show am 10. Juni in Berlin

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