27.03.2012 07:57 er veröffentlicht erstes Album seit 20 Jahren

Der Synthesizer-Pionier Thomas Dolby kommt für zwei Deutschland-Konzerte im Mai nach Berlin und Frankfurt

Thomas Dolby (c)MLK

Von: GFDk - Marek Lieberberg Konzertagentur

Thomas Dolby war nie ein Mann großer Hits, aber er zählt zu den bedeutendsten Pionieren der Synthesizer-Musik. Seine Arbeit an der Hard- und Software von elektronisch erzeugter Musik hat ihm einen besonderen Stellenwert unter den zeitgenössischen Musikern eingebracht.

Nachdem er zu Beginn der 90er-Jahre der Musikbranche den Rücken kehrte, um sich ganz auf die Entwicklung neuer technischer Standards und Computerprogramme zu konzentrieren, reüssierte der 53-jährige Brite im vergangenen Oktober mit „A Map of the Floating City“, seinem ersten Studioalbum seit zwei Jahrzehnten.

Damit geht er in den kommenden Monaten einmalig auf Welttournee, die ihn im Mai auch für zwei Konzerte nach Deutschland führt. Am 18. Mai gastiert er in Berlin, am 20. Mai in Frankfurt.

Noch bevor Thomas Dolby, geboren als Thomas Morgan Robertson im britischen Hammersmith, seinen ersten Song komponierte, hatte er bereits zahlreiche Synthesizer selber gebaut oder bestehende Keyboards grundlegend modifiziert.

Bereits in der Schule verlieh man ihm deshalb den Spitznamen „Dolby“, benannt nach dem gleichnamigen Rauschunterdrückungssystem – ein Name, den er als Musiker beibehielt.

Die technische Arbeit an der Hardware seiner Instrumente blieb für ihn dabei immer ebenso bedeutsam wie die Kompositionen selber. Ähnlich wichtig war ihm eine futuristische Darstellung als Künstler; für die aufkommende Videoclip-Kunst zu Beginn der 80er gilt er als aufregender Pionier, der sich immer am Puls der Zeit bewegte.

Zwischen 1982 und 1992 erschienen vier Alben von ihm, die sich allesamt durch einen Klang-Perfektionismus auszeichnen, wie man ihn damals noch nicht kannte. Insbesondere sein zweites Album „The Flat Earth“ von 1984 zählt bis heute zu den Referenzwerken für die damaligen Möglichkeiten in Sachen Klangqualität.

Obwohl eine Karriere als Solomusiker für ihn nie im Fokus stand, gelangen ihm einige Hits, darunter das zeitlos wilde „Hyperactive!“, das in England in die Top 20 einstieg, sowie der Synthie-Klassiker „She Blinded Me With Science“ der vor allem in den USA zum Top Ten-Hit wurde und von der Baseball-Mannschaft der Los Angeles Giants bis heute als Erkennungsmelodie genutzt wird.

Nach seinem vierten Album „Astronauts & Heretics“ beendete Dolby bis auf Weiteres seine Solokarriere und arbeitete stattdessen als Session-Musiker für u.a. Stevie Wonder, Herbie Hancock, David Bowie und Peter Gabriel.

Er schrieb Film- und Computerspielmusik, produzierte andere Bands und gründete im Silicon Valley die Firma Beatnik Inc., die sich auf die Entwicklung von Audioformaten und Kompositions-Software verlegte. Mit seinem Programm ‚Virtual String Quartet’ gilt er als Pionier des polyphonen Handy-Klingeltons.

Ein Deal mit Nokia führte dazu, dass seine Melodien mittlerweile auf drei Milliarden Handys weltweit zum Einsatz kommen.

Nachdem Thomas Dolby bereits 2006 überraschend auf die Konzertbühnen zurück gekehrt war, begann er auch die Arbeit an einem neuen Album. Jenes erschien im Oktober 2011 unter dem Titel „A Map of the Floating City“ und präsentiert einen neuen Ansatz.

Nachdem seiner Aussage zufolge „perfekte synthetische Sounds heute überall und jederzeit verfügbar sind“, liegt der Schwerpunkunkt seiner aktuellen Arbeit weniger auf Klang-Evolution als vielmehr auf einem Gesamtkonzept aus Texten, Songwriting, einer übergeordneten Handlung und einer abgestimmten visuellen Darstellung.

Jene kann man als Hörer selber erleben und gestalten in dem parallel produzierten und zuvor veröffentlichten Online-Multiplayer-Game „Map of the Floating City“, das Dolby ebenfalls kreierte.

Entsprechend darf man für die anstehenden Konzerte dieses wahren Mulltimedia-Künstlers Spannendes erwarten – sie werden zweifellos weitaus mehr bieten als ein Zusammenschnitt einiger 80er-Jahre-Synthie-Klassiker.

Termine

18.05.2012 Fr. Berlin / Frannz
20.05.2012 So. Frankfurt / Zoom
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Links

thomasdolby.com