31.08.2014 08:45 Ab Herbst mit neuer CD

Belgiens Indie-Ikonen dEUS geben exklusive Clubshow am 9. Dezember im Berliner Postbahnhof

dEUS geben Konzert in Berlin

Jeder der bislang 15 Musiker, der einmal zur festen Besetzung von dEUS gehörte, hinterließ seinen stilistischen Stempel. Quelle: MLK

Von: GFDK - MLK

Über die letzten zwei Jahrzehnte haben sich dEUS als einer der progressivsten, spannendsten und außergewöhnlichsten Acts der Indie-Szene fest auf der europäischen Landkarte verortet. Ihre  sieben Studioalben könnten in Ausgestaltung, Ästhetik und Grundstimmung kaum weiter auseinander liegen, und doch klingt die Band stets voll und ganz nach dEUS. Ihr eklektischer Sound zwischen Indie und Noise, Pop und Jazz, zauberhaften Balladen und konfrontativ Avantgardistischem erfuhr durch zahllose Besetzungswechsel immer wieder eine Neujustierung.

Jeder der bislang 15 Musiker, der einmal zur festen Besetzung gehörte, hinterließ seinen  stilistischen Stempel. Gegenwärtig hat die Band in ihrem eigenen Studio in Antwerpen behutsam die Arbeit zu ihrem achten Album aufgenommen. Zuvor erscheint im Herbst mit einem neuen Best Of-Album ein atemberaubender Querschnitt durch ihre Karriere, den sie mit einer exklusiven Clubshow am 9. Dezember im Berliner Postbahnhof feiern werden.

Vom ihrer Gründung im Jahr 1989 an zeichnete die Antwerpener Band dEUS eine stilistische Offenheit aus, die ihresgleichen sucht. Ihre Einflüsse reichten von Charles Mingus bis Captain Beefheart, von The Velvet Underground bis Tom Waits; im einen Moment schrieben sie berührende Piano-Balladen, im nächsten nahmen sie eine herausfordernde Klangcollage zwischen Noise und Avantgarde auf. Stets im Mittelpunkt ihres Schaffens standen Sänger und Gitarrist Tom Barman und Violinist/Keyboarder Klaas Janzoons, bis heute die einzig verbliebenen Gründungsmitglieder. Überdies umgab sich Barman stets mit einem kongenialen Gegenpart, mit dem er gemeinsam neue Songs erarbeitete. Diese Arbeit entpuppte sich häufig als so aufreibend, dass einige seiner kreativen Gegenpole nur für ein Album blieben, bevor sie weiterzogen.

Konzert in Deutschland

Unter diesen Counterparts befanden sich aufregende Zeitgenossen wie Rudy Trouvé, ein anerkannter belgischer Maler und bildender Künstler, Stef Kamil Carlens, der nach dEUS mit seiner eigenen Formation Zita Swoon durchstartete, Tim Vanhamel, inzwischen erfolgreich mit seiner Band Millionaire, und der Schotte Craig Ward. Seit nunmehr drei Alben und neun Jahren ist das Line-Up erstmals über einen längeren Zeitraum konstant und besteht neben Barman und Janzoons aus Bassist Alan Gevaert, Drummer Stephane Misseghers (ex-Soulwax) und dem überragend kreativen Gitarristen Mauro Pawlowski, der neben dEUS in rund einem halben Dutzend weiterer Projekte aktiv ist. Auch Barman formuliert seine Kreativität immer wieder neu, etwa als Elektronik-DJ, Filmregisseur oder als eine Hälfte des Elektronik-Duos Magnus, das im September mit „Where Neon Goes To Die“ sein zweites Album veröffentlichen wird.

Bereits mit Veröffentlichung ihres 1994er-Debütalbums „Worst Case Scenario“ und begleitet von den beiden zu Klassikern des Indierock avancierten Singles „Suds & Soda“ und „Via“ wurden dEUS europaweit gefeiert als aufregend aneckende Alternative zum 'glatteren' Britpop. Wo das Debüt mit einer wütenden Mischung aus Noiserock, dunklem Blues und geschmackvollen Folksongs begeisterte, lieferte das zweite Album „In A Bar, Under The Sea“ 1996 eine einzigartige Melange aus Jazz, Pop, Krach, Sample-Loops und unbegrenztem stilistischem Mut. Das dritte Album „The Ideal Crash“ von 1999 hingegen geht in die dEUS-Geschichte ein als ihr wärmstes und zutraulichstes Werk, das nur vereinzelt den Wahnsinn der Frühzeit erkennen lässt.

Konzert in Berlin

Nach einer langen Auszeit und dem von der Band als „Übergangsalbum“ umschriebenen „Pocket Revolution“ (2005) trat mit „Vantage Point“ 2008 eine von Tom Barman stets herbei gesehnte Konsolidierung im Bandgefüge ein. Seither ist das Line-up stabil, was der Dichte und Vielschichtigkeit der letzten beiden Alben „Keep You Close“ (2011) und „Following Sea“ (2012) nachhaltig zugutekam. Es war deshalb mehr als überfällig, mit einem großen Best Of-Rückblick die verschlungene Karriere dieser einzigartigen Band zu ehren.

 

Marek Lieberberg presents

dEUS

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