11.05.2012 07:18 15. Mai 2012, 20:00 Uhr Königslutter, Kaiserdom

SOLI DEO GLORIA Braunschweig Festival - Bach Collegium Japan gastiert zum deutschen Tourneeauftakt im Kaiserdom zu Königslutter

Bild 1 Bach Collegium Japan © Marco Borggreve

Bild 2 Masaaki Suzuki © Marco Borggreve

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Am Dienstag, 15. Mai 2012, 20:00 Uhr spielt innerhalb SOLI DEO GLORIA  Braunschweig Festival das Bach Collegium Japan im Kaiserdom zu Königslutter, Vor dem Kaiserdom das Magnificat BWV 243 und die Kantate Ich hatte viel Bekümmernis BWV 21 von Johann Sebastian Bach.

Ihre drei Konzerte umfassende Deutschland-Tournee, Königslutter  Baden-Baden Leipzig, startet das Bach Collegium Japan exklusiv bei Soli Deo Gloria Braunschweig Festival.

Das Bach Collegium Japan wurde 1990 von Masaaki Suzuki gegründet, der er sich zum Ziel gesetzt hatte, den japanischen Hörern die historische Aufführungspraxis barocker Werke näherzubringen.

Das Bach Collegium Japan umfasst sowohl Chor als auch Orchester und spielt unter anderem eine jährliche Konzertreihe mit Bach-Kantaten sowie rein instrumentale Programme.

Das Bach Collegium Japan und Masaaki Suzuki erreichen mit Auftritten unter anderem in Berlin, Hong Kong, London, Los Angeles, Melbourne, New York and Seoul sowie bei großen Festivals wie den BBC Proms, Musikfest Bremen und Edinburgh International Festival ein weltweites Publikum.

Seit 1995 liegen zahlreiche Aufnahmen vor, und die jüngste Einspielung mit Bach-Motetten erhielt den Preis der Deutschen Schallplattenkritik, den Diapason d?Or de l?Année 2010 und den BBC Music Magazine Award.

Aus Anlass seines 20jährigen Bestehens hat das Bach Collegium Japan eine Reihe von Festkonzerten in Tokio gespielt und ist beim Hong Kong Arts Festival, in der New Yorker Carnegie Hall und bei Festivals in Europa aufgetreten, darunter auch das Musikfest Bremen, wo es regelmäßig gastiert.

In dieser Saison steht eine weitere große Europatournee an, die das Bach Collegium u. a. nach Königslutter, Amsterdam, Brüssels, Madrid und Paris führt und seinen Höhepunkt in einer Aufführung der Matthäuspassion in Leipzig findet.

Masaaki Suzuki hat sich seit der Gründung des Bach Collegium Japan im Jahr 1990 zu einer der weltweit anerkannten Bach-Experten entwickelt. Zahlreiche Auftritte in aller Welt mit seinem Ensemble zeugen vom exzellenten Ruf seiner feinnervigen und werktreuen Interpretationen.

Neben seiner Arbeit mit renommierten Orchestern im Bereich der Alten Musik wie dem Collegium Vocale Gent und dem Philharmonia Baroque Orchestra leitet er auch regelmäßig Ensembles mit modernen Instrumenten und bringt dabei Repertoire von Britten, Haydn, Mahler, Mendelssohn, Mozart und Strawinsky zur Aufführung.

In der vergangenen Saison dirigierte er erstmalig das Boston Symphony Orchestra und das Tonhalle Orchester Zürich. Die Spielzeit 2011/12 beinhaltet unter anderem Mozarts Messe in c-Moll mit dem Deutschen Symphonie Orchester und dem Melbourne Symphony Orchestra sowie Gastspiele beim Rotterdam Philharmonic und dem St. Paul Chamber Orchestra.

Neben seiner Tätigkeit als Dirigent tritt Masaaki Suzuki als Organist und Cembalist auf. Geboren in Kobe, studierte er Komposition und Orgel in Tokio sowie Cembalo und Orgel in Amsterdam bei Ton Koopman und Piet Kee.

Masaaki Suzuki ist Gründer und Leiter des Instituts für Alte Musik an der Tokyo University of the Arts und unterrichtet derzeit Chordirigieren an der Yale School of Music. Im April 2001 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Zu den Werken

In der romanischen Stiftskirche zu Königslutter, heutzutage allgemein als Kaiserdom bekannt, kommt das Magnificat BWV 243 zur Aufführung. Johann Sebastian Bach komponierte es in seinem ersten Amtsjahr in Leipzig, Ende Mai 1723.

An einem Samstag nach dem Pfingstfest war er mit seiner achtköpfigen Familie zu seinem Dienstantritt in der sächsischen Messestadt eingetroffen und bezog in der Thomasschule seine Wohnung.

Wie Bach an seinen Ohrdrufer und Lüneburger Schulkameraden, den späteren kaiserlich-russischen Hofrat Georg Erdmann (1682?1732) schrieb, war ihm der Abschied aus seiner angesehenen Stellung in Köthen nicht leicht gefallen.

Es schien ihm zunächst nicht angemessen, aus einem Capellmeister ein Cantor zu werden. Aber das Interesse, seinen Söhnen gegebenenfalls in dieser Stadt ein Universitätsstudium ermöglichen zu können, mag neben seinen Erwartungen an eine ihm als dermaßen favorable beschriebene Stelle den Ausschlag gegeben haben.

Die Bachforschung ordnet überwiegend die Vertonung des Magnificat in der Fassung BWV 243a dem Weihnachtsfest 1723 zu. Es gibt aber ernst zu nehmende Stimmen, die, bestärkt durch die Worte des Textes, das Fest von Mariä Heimsuchung am 2. Juli 1723 als Anlass für die Entstehung des Magnificats BWV 243 benennen und die Fassung mit den für das Weihnachtsfest eingelegten Sätzen dann Aufführungen zum 25. Dezember 1723 oder den eines späteren Jahres zuweisen.

Vertonungen des Magnificat bildeten zu jener Zeit an den großen Festen auch in der lutherischen Kirche in Leipzig immer einen Teil des Vespergottesdienstes und wurden mit lateinischen oder deutschen Texten gesungen.

Von diesem einzigen überlieferten Magnificat Bachs ist kein Stimmensatz, sondern nur eine Kompositionspartitur aus dem Jahre 1723 erhalten. Der Text, der Lobgesang Mariä, stammt aus Lukas 1, 46-55, die lateinische Version aus der Vulgata. Bach fertigte etwa 10 Jahre später eine Reinschrift an, die das Werk nunmehr nach D-Dur transponiert und in der die eingelegten Lieder an dessen Schluss angefügt sind.

Das Magnificat beginnt und endet in D-Dur; es zeigt sich in festlichem Glanz, drei Trompeten, Pauken, zwei Flöten, zwei Oboen, Streicher und Continuo werden aufgeboten. Nach einer längeren instrumentalen Einleitung erklingt das Magnificat anima mea Dominum, dessen Bekenntnis durch den punktierten Rhythmus und die Wiederholungen eindringlich unterstrichen wird.

Bachs Komposition zeichnet sich durch ihre Vielgestaltigkeit in ihrer Gänze wie auch in den einzelnen Sätzen aus. Die Chöre sind abweichend von der in den Kantaten üblichen Vierstimmigkeit fünfstimmig komponiert, jede der Vokalstimmen erhält ein Solo; weitere Formen sind ein Duett, ein Trio, und das Sicut locutus gibt sich als fünfstimmiges Fugato im a-capella-Satz mit Continuo.

Auch die Instrumentalstimmen werden solistisch bedacht, eine konzertierende Oboe in der Sopran-Arie Quia respexit, ein Blockflöten-Duett in der Alt-Arie Esurientes und Trompete, Violinen und Viola unisono sowie Continuo in dem Trio für 2 Soprane und Alt Suscepit Israel.

Die Bass-Arie Quia fecit mihi magna begnügt sich mit einer Begleitung durch das Continuo. Ausdeutende charakterisierende Motive unterstreichen die Aussage und das Anliegen des Textes, wie überhaupt in Bachs Vokalmusik die musikalische Textausdeutung beabsichtigt und beachtenswert ist.

Das abschließende Gloria in D-Dur betont durch den fünfstimmigen Chor und das umfangreiche Instrumentarium noch einmal die Intention und die Zielrichtung des Werkes.

Die Kantate Ich hatte viel Bekümmernis BWV 21 wurde zum 3. Sonntag nach Trinitatis am 17. Juni 1714 in ihrer Erstfassung in Weimar aufgeführt, zwar noch nicht in der Fassung mit veränderter Besetzung der Arien und des Orchesters, wie sie dann am 13. Juni 1723 erklang. Wann sie entstanden ist, lässt sich nicht genau sagen, ebenso wenig ist ein Anlass für die Aufführung verbindlich bekannt.

Möglicherweise könnte ein solcher die Abreise des Musik liebenden, von Bachs Vetter, Schüler und Freund, dem Organisten Johann Gottfried Walther unterwiesenen Erbprinzen Johann Ernst von Sachsen-Weimar (1696?1715) gewesen sein, der unheilbar krank im Juli diesen Jahres zu einer Kur aufbrach.

Die zweiteilige Kantate nimmt allein schon wegen ihres ungewöhnlichen Umfanges eine gewisse Sonderstellung in Bachs Kantatenschaffen ein. Sie ist groß besetzt: 3 Solisten (Sopran, Tenor Bass), vierstimmiger Chor, Trompeten, Posaunen, Pauken, Oboe, Fagott, Violinen, Viola und Basso continuo.

Die Kantate beginnt mit einer Sinfonia, einem Wechselspiel von Oboe und Violine. Der Text der Chöre ist den Psalmen und der Offenbarung Johannis entnommen, eine Beteiligung des Weimarer Oberkonsistorialsekretärs und Hofpoeten Salomon Franck (1659-1715) an der Textgestaltung ist nicht ausgeschlossen.

Während der erste Teil durch Seufzermotive und den in Sekundschritten dahinfließenden Tränenstrom als Ausdruck des Leides und der Trauer der betrübten Seelen charakterisiert ist, wandelt sich im Zweiten die Haltung in freudige Hoffnung, dass Schmerzen und Kummer weichen, um zum Schluss das Lob und die Ehre Gottes zu singen.

DI 15. Mai 2012, 20.00 Uhr

Königslutter, Kaiserdom

Bach Collegium Japan

Masaaki Suzuki (Leitung)

Rachel Nicholls (Sopran)

Hana Blazikova (Sopran)

Robin Blaze (Countertenor)

James Gilchrist (Tenor)

Peter Kooij (Bass)

 

BACH Cantata BWV 21 Ich hatte viel Bekümmernis

BACH Magnificat BWV 243

Karten für Soli Deo Gloria-Konzerte 2012 können unter Konzertkasse +49 (0)531  1 66 06 oder Festival-Kartenservice +49 (0)1805  54 48 88 (14 Cent/Min. aus Festnetz T-Com, Mobilfunkhöchstpreis 42 Cent/Min.) und unter www.solideogloria.de und karten@remove-this.solideogloria.de gebucht werden.

Karten gibt es auch direkt an den Abendkassen, die eine Stunde vor Konzertbeginn öffnen.

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