02.10.2013 09:45 „Kraftwerk“ und ein neuer Star an der Trompete

Kraftwerk, die Tüftler aus Düsseldorf beim 44. Deutschen Jazzfestival 2013

Der Trompeter Ibrahim Maalouf

Der Trompeter Ibrahim MaaloufmFoto: Denis Rouvre Foto: Denis Rouvre

Von: GFDK - Isabel Schad

Gegensätze ziehen sich an, könnte man denken, wenn man sich das diesjährige Programm der hr-Bigband beim 44. Deutschen Jazzfestival in Frankfurt anschaut. Am Donnerstag, 24. Oktober, steht der Abend im Zeichen einer Hommage an die deutschen Elektro-Pioniere „Kraftwerk“. Helge Sunde wird deren Musik für die hr-Bigband und den Keyboarder und Soundtüftler Vladyslav Sendecki arrangieren.

Am Samstag, 26. Oktober, hingegen tritt die Band erstmalig mit Ibrahim Maalouf auf. In der Musik des Trompeters begegnen sich Orient und Okzident, arabische Musik und Jazz. Jim McNeely bringt sie exklusiv für dieses Festivalprojekt auf Bigband-Format.

„Kraftwerk“ und ein neuer Star an der Trompete

Donnerstag, 24. Oktober, 19 Uhr:

1970 gegründet, ist „Kraftwerk“ eine der einflussreichsten, langlebigsten und erfolgreichsten Bands der Popgeschichte überhaupt. Nach wie vor werden die vier roboterhaft an Stehpulten agierenden Musiker für ihre faszinierenden Live-Shows weltweit gefeiert. Elektropop, Techno und sogar Hip-Hop verdanken den Tüftlern aus Düsseldorf entscheidende Impulse. Aber eignen sich Songs wie „Autobahn“, „Mensch Maschine“ oder „Das Model“ auch für eine Jazz-Bigband?

Diese Frage beantwortet Helge Sunde mit einem entschiedenen „Ja“. Der norwegische Posaunist wird spätestens seit dem Gewinn des Echo Jazz 2010 als eigenwilliger Bigband-Schreiber gelobt, dem es gelingt, neue Klänge aus dem vertrauten Instrumentarium herauszuholen. Sundes musikalischer Horizont reicht deutlich über den Jazz hinaus, hin zu zeitgenössischer Klassik, Weltmusik und eben auch zum minimalistischen Elektropop von „Kraftwerk“.

Samstag, 26. Oktober, 19 Uhr:


„Miles Davis trifft auf die arabische Seite des Jazz“, könnte man die Kunst von Ibrahim Maalouf auf eine Formel bringen. Tatsächlich ist der musikalische Horizont des 1980 in Beirut geborenen und bei Paris aufgewachsenen Trompeters damit noch lange nicht beschrieben. Bereits als Jugendlicher wird er von seinem Vater, einem Schüler von Maurice André, gleichermaßen im klassischen Repertoire wie in der arabischen Musik geschult.

Für Letztere hat Maalouf senior eine Vierteltontrompete entwickelt, die der Sohn nun mit großem Erfolg auf seinen Jazz-Exkursionen nutzt. Mehrfach preisgekrönt in Klassik und Jazz, gesuchter Sideman von Popgrößen wie Sting und aktuell der verkaufsstärkste französische Jazzkünstler: Das sind nur einige der vielen Facetten von Ibrahim Maalouf. Weitere wird Jim McNeely bei der Begegnung des Virtuosen mit der hr-Bigband herauskitzeln.

Hommage an „Kraftwerk“


Vladyslav Sendecki, Keyboards; Helge Sunde, Leitung
Datum: Donnerstag, 24. Oktober 2013, 19 Uhr
Ort: hr-Sendesaal, Bertramstraße 8, 60320 Frankfurt

Ibrahim Maalouf und hr-Bigband
Ibrahim Maalouf, Trompete, Jim McNeely, Leitung
Datum: Samstag, 26. Oktober 2013, 19 Uhr
Ort: hr-Sendesaal, Bertramstraße 8, 60320 Frankfurt

Achtung, Restkarten!
Preis: je 37,50 Euro unter Telefon: (069) 155-2000 oder www.hr-ticketcenter.de

Weitere Infos auf hr-bigband.de, facebook.com/hrbigband sowie auf youtube.com/hrbigband, das Gesamtprogramm ist auf www.jazzfestival.hr-online.de zu finden.

isabel.schad@remove-this.hr.de