30.09.2012 07:41 john cage zum 100. geburtstag

Koproduktion von UnterwegsTheater und „Heidelberger Frühling“ mit fünf Vorstellungen in der HebelHalle

Von: GFDK - Karsten Füllhaase

Am 5. September wäre John Cage 100 Jahre alt geworden. Anlass für Choreografin Jai Gonzales mit sechs TänzerInnen des UnterwegsTheaters eine Neuinterpretation der „Sixteen Dances“ (John Cage, 1951) – ursprünglich eine Auftragsarbeit von Merce Cunningham für vier Tänzer – mit dem neunköpfigen Stuttgarter Kammermusikensemble ascolta zu unternehmen. In der Arbeit des UnterwegsTheaters ist die Musik wie der Tanz ein eigenständiges Ereignis.

Die Choreographie erlaubt Gegensätze, ist körperlicher Kontrapunkt. Die Koproduktion mit dem Musikfestival Heidelberger Frühling wird am 1. November in Stuttgart uraufgeführt und kommt anschließend für fünf Vorstellungen in die Heidelberger HebelHalle (2.-4. und 8./9. November). Zusätzlich zu den „Sixteen Dances - for soloist and company of three“ kommt das Stück „Second Construction“ zur Aufführung, und am 3. November wird die Pianistin Irmela Roelcke das Klavierpartikel der „Sixteen Dances“ in einem Rahmenprogramm mit Vortrag und zwei Filmen zur Arbeit John Cages in der HebelHalle aufführen.

In der New York Public Library hatte der Komponist Walter Zimmermann vor einiger Zeit die Klavierfassung entdeckt, die als zentrales Werk des Übergangs die emotionale Direktheit von Tänzen mit der Abstraktheit des vom I Ging gesteuerten Zufalls verbindet. Das im Jahre 1950 vom Komponisten Christian Wolf an Cage verschenkte chinesische Buch der Wandlungen war zu einem wichtigen Hilfsinstrument für seine künstlerische Arbeit auf der Grundlage von Zufallsoperationen geworden.

Cage selbst begleitete aus dem Manuskript am Klavier die Einstudierung der von Merce Cunningham zur Ensemblefassung auf die Bühne gebrachten Choreographie. Seit den 40er-Jahren hatte John Cage für Tanz komponiert, dabei stets Zeitstrukturen und strukturelle Punkte vorab mit dem Choreographen besprochen, sodass ein jeder möglichst selbständig arbeiten konnte.

Karten für die Heidelberger Vorstellungen sind ab sofort erhältlich unter Telefon (06221) 584 00 44 und www.heidelberger-fruehling.de.

Termine:

02./ 03./ 04.11. und 08./ 09.11.2012, jeweils um 20.00 Uhr in der HebelHalle/ Künstlerhaus UnterwegsTheater Heidelberg (Hebelstraße 9)

Programm und Künstler:

John Cage (1912 - 1992)

Second Construction for percussion quartett (1940)

Martin Homann, Boris Müller, Hubert Steiner (Schlagzeug),Florian Hölscher (präpariertes Klavier)

Sixteen Dances for flute, trumpet, violin, cello, piano and percussion (1951)

Choreographie & Regie: Jai Gonzales

TänzerInnen: Muriel Romero (Barcelona), Begonia Quinones (Barcelona), Pim Boonbrakob (Rio de Janeiro), Stavros Apostolatos (Athen), Florian Bücking, (Berlin), Bernhard Fauser (Heidelberg)

MusikerInnen: Natasa Maric (Flöte), Markus Schwind (Trompete), Ulrike Storz (Violine), Erik Borgir (Cello), Florian Hölscher (Klavier), Martin Homann, Boris Müller, Hubert Steiner (Schlagzeug)

Dirigent: Michael Alber