21.05.2014 09:00 Klassik gegen das Vergessen

Konzert: Saison-Finale des hr-Sinfonieorchesters am 12. und 13. Juni in der Alten Oper Frankfurt

Saison-Finale des hr-Sinfonieorchesters mit Ehrendirigent Eliahu Inbal

Am Pult des hr-Sinfonieorchesters der Ehrendirigent Eliahu Inbal. © hr/Z. Chrapek

Von: GFDK - Ulrike Schmid

Gustav Mahlers Totenfeier und die 3. Sinfonie von Leonard Bernstein stehen beim Saison-Finale des hr-Sinfonieorchesters unter der Leitung von Eliahu Inbal am Donnerstag, 12., und Freitag, 13. Juni, jeweils um 20 Uhr auf dem Programm. Zudem steht ein außergewöhnlicher Mann auf der Bühne der Alten Oper Frankfurt: Samuel Pisar.

Der amerikanisch-jüdische Autor und Holocaust-Überlebende trägt im Rahmen der Bernstein-Sinfonie das von ihm verfasste Kaddisch, ein jüdisches Totengebet, persönlich vor. Solistin ist die Sopranistin Pavla Vykopalová, es singen der Tschechische Philharmonische Chor Brno und die Limburger Domsingknaben. Bei beiden hr-Sinfoniekonzerten wird um 19 Uhr bei „Musik im Gespräch“ in die Werke eingeführt.

Konzert in Deutschland

Majdanek, Blizyn, Auschwitz, Sachsenhausen, Oranienburg, Leonberg, Kaufering – Samuel Pisar hat Lager und Todesmärsche überlebt. Auf dem Weg nach Dachau ist es ihm und zwei Freunden schließlich gelungen, sich abzusetzen. Da war er 16 Jahre alt. 1963 übte er mit dem US-amerikanischen Präsidenten John F. Kennedy den berühmten Satz „Ich bin ein Berliner“. Zentrales Motiv seines Denkens und Handelns war und ist es, Brücken zu bauen, zwischen Menschen, Parteien und Nationen, über jegliche ideologische Kluft hinweg.

1989 lernte er Leonard Bernstein kennen, der ihn bat, einen Kaddisch für seine 3. Sinfonie, eine beeindruckende Chorsinfonie, zu schreiben. 26 Jahre nach der Uraufführung war Bernstein mit dem ursprünglichen Text noch immer unzufrieden. Pisar zögerte. „Ich hatte meine eigene Beziehung zu Gott noch nicht in Ordnung gebracht“, sagte er einem Journalisten. „Er war nicht da gewesen, während der Holocaust geschah.“ Erst 2003, drei Jahre nach Bernsteins Tod, wurde die 3. Sinfonie mit Pisars neuem Text, einem „Dialog mit Gott“, uraufgeführt.

Konzert in Frankfurt

Mit der Sinfonischen Dichtung „Totenfeier“ greifen das hr-Sinfonieorchester und ihr langjähriger Chefdirigent und Ehrendirigent, Eliahu Inbal, ihre erfolgreiche gemeinsame Mahler-Arbeit wieder auf und präsentieren ein gewaltiges Klanggemälde voller archaischer Bilder, in dem der junge Gustav Mahler über die Sinnfrage von Leben und Tod reflektiert.

Karten zum Preis von 17 bis 52 Euro (halber Preis für Schüler, Studenten und Azubis) sind unter anderem erhältlich beim hr-Ticketcenter, Telefon 069/155-2000 oder beim hr-Ticketcender.
Das Konzert wird live am Freitag, 13. Juni, in hr2-Kultur übertragen (Wiederholung am Dienstag, 24. Juni, 20.05 Uhr).

Das Orchester hat im Social Web das Hashtag #hrSO.

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Ulrike Schmid
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