17.02.2014 09:00 Schlagzeuger und Pianist vereint

Konzert: Manu Katché und Jacob Karlzon sind am 28.10. zu Gast bei den JazzNights in München

Manu Katche und Jacob Karlzon geben Konzert auf den JazzNights in Muenchen

Manu Katché widmete sich auf seinen eigenen Alben meist dem Jazz und mit großer Leidenschaft dessen ergebnisoffener Variante. Quelle: Veranstalter

Jacob Karlzon ist ein toller Pianist

Bild 2: Jacob Karlzon Quelle: Veranstalter

Von: GFDK - Tony Brehm - 2 Bilder

Schlagzeug und Piano in Perfektion: Der französische Schlagzeuger MANU KATCHÉ sowie der schwedische Pianist JACOB KARLZON kommen im Rahmen der JazzNights 2014 nach München!

Unter Musikern ist man sich uneinig, ob es nun tatsächlich die Bassisten oder doch eher die Schlagzeuger sind, denen die geringste Chance auf den großen Ruhm winkt. Wer jedoch hieraus eine Regel fabuliert, muss auch mit sprichwörtlichen Ausnahmen von derselben rechnen.

Eine davon ist der nahe Paris geborene Manu Katché. Als Knabe ging er zum Ballettunterricht, erlernte das Klavierspiel und ließ sich dann zum professionellen Percussionisten ausbilden. Das war wohl die klügste Idee seines Lebens, denn heute gilt Manu Katché als einer der besten Schlagzeuger des Erdballs – und vor allem als einer der vielseitigsten.

Konzert in Deutschland

Zum eigentlichen Star jedoch ist Katché bis heute nicht geworden, stattdessen hat er sich einen Namen als maßgeblicher Begleiter anderer Stars gemacht und dabei manchmal monatlich das Genre gewechselt. Spuren allerdings hinterließ er jedes Mal, ob nun als rhythmisches Rückgrat seines „Entdeckers“ Peter Gabriel oder am Schlagwerk von Sting, Joni Mitchell, Jeff Beck, Dire Straits, Joe Satriani, Al di Meola, Simple Minds, oder Tears for Fears.

Auf seinen eigenen Alben, sechs Stück seit 1991, hat Manu Katché sich hingegen meist dem Jazz und mit großer Leidenschaft dessen ergebnisoffener Variante gewidmet. Entsprechend fiel die Wahl seiner Begleiter aus:

Auf dem Debüt standen ihm neben Mentor Peter Gabriel auch Sting und Branford Marsalis zur Seite, später arbeitete Katché dann mit Jan Garbarek und Tomasz Stańko im Studio, sein letztes, 2012 beim Jazzlabel ECM veröffentlichtes Album erlebte eine Begleitband aus dem norwegischen Trompeter Nils Petter Molvær, dessen Landsmann, dem Saxophonisten Tore Brunborg und dem Briten Jim Watson an Piano und Hammond-Orgel.

Die beiden Letzteren werden auch dabei sein, wenn Manu Katché jetzt erneut auf Tour geht, Molvaer hingegen wird durch den Italiener Luca Aquino ersetzt.

Als notorisch gut gelaunter Entertainer dirigiert der Franzose seine Band durch eine bunte Weltreise aus fast allen bekannten Klangfarben. Es macht, mit Verlaub, einen Höllenspaß, dem Ereignis Manu Katché beizuwohnen.

Konzert in München

Zu seinem letzten Album „More“ veröffentlichte die Plattenfirma ACT einen Satz von Jacob Karlzon, der seine Fans und auch die Fachwelt erfreut, umgarnt, begeistert und auf den nächsten Schritt neugierig macht. „Ich habe als Kind und Jugendlicher schon viel Metal und Electro gehört“, sagt der schwedische Pianist da und grinste dabei vermutlich frech sein Gegenüber an, „auch wenn die Musik selbst eigentlich nichts für Pianisten ist.

Aber die transportierte Energie, die ist es schon! Musik zu hören, die man selber nicht spielt, eröffnet einem völlig neue Horizonte.“ Damit keine Missverständnisse aufkommen: Karlzon ist ein Mann des Jazz. Aber eben einer, der nicht ängstlich über nur sehr flache Tellerränder hinaus blickt.

Manche nennen ihn deshalb gern einen Extremisten. „Als ich merkte“, sagt Karlzon, „dass Improvisation vor allem eine direkte Kommunikation mit dem Publikum bedeutet, einen Austausch von Energie und Emotion, da hat es mich gepackt. Dieser Spaß hat mich süchtig gemacht nach immer mehr und mehr.“ Seiner stetig wachsenden Fangemeinde geht es offenbar ebenso, was niemanden wundern kann, der Jacob Karlzon auch nur einmal auf der Bühne erlebte.

Dort spielt und jongliert er mit Genres, Sounds, Elektronik, Atmosphären und Dynamik, atemberaubend und höchst virtuos, mal mit muskulöser Bravour, dann wieder in fast fragiler Zartheit. Weil Jacob Karlzon auftritt wie ein Rockmusiker, hängen ihm nun Vergleiche mit seinem leider viel zu früh verstorbenen Landsmann Esbjörn Svensson an.

Vermutlich wird das Erlebnis eines Konzertes von Karlzon dieses Jahr erneut ein ganz anderes sein als beim letzten Mal. Alles andere entspräche auch einfach nicht seinem Stil. Da ist dieser Jacob so komplett unbeirrbar wie Astrid Lindgrens Karlsson vom Dach, der Dampfmaschinen ja auch nur deshalb mochte, weil man sie zum Explodieren bringen und dann erforschen konnte, was danach passiert. Einziger Unterschied: Karlsson vom Dach ist irgendwie das, was die Kölner „ne fiese Möpp“, einen weitgehend unsympathischen Kerl nennen, Jacob Karlzon hingegen ist ein netter Kerl von bemerkenswerter Eigenart, ganz erstaunlichen Talenten und grenzenloser Neugier.

Tony Brehm
Projektmanager
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