20.12.2012 07:55 1. Vokalensemble, welches mit der Nachtigall geehrt wird

Konzert Klassik: Verleihung der Nachtigall 2012 zum Neujahrskonzert des RIAS Kammerchores in Berlin

Konzert Klassik: Verleihung der Nachtigall 2012 zum Neujahrskonzert des RIAS Kammerchores in Berlin

Bild 1: Nachtigall © Boris Streubel

Bild 2+3: RIAS Kammerchor © Matthias Heide

Bild 4: Christoph Rademann © Matthias Heide

Von: GFDK - Victoria Gieseking - 4 Bilder

Im Rahmen seines traditionellen Neujahrskonzertes erhält der RIAS Kammerchor die Nachtigall, den Ehrenpreis des Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. (PdSK e.V.). Überreicht wird die von dem in Berlin ansässigen Künstler Daniel Richter gestaltete Skulptur am 01.01.2013 um 20 Uhr von der Ersten Vorsitzenden des PdSK e.V., Dr. Eleonore Büning.

Dirigent und langjähriger Weggefährte des Chores, René Jacobs hält per Videobeitrag die Laudatio auf das Ensemble. Im Anschluss an die Preisverleihung werden Klänge von Johann Sebastian und Carl Philipp Emanuel Bach den Großen Saal der Philharmonie erfüllen. Der RIAS Kammerchor ist das erste Vokalensemble, welches mit der Nachtigall geehrt wird.
 
Die Nachtigall wird seit 2010 vom Preis der deutschen Schallplattenkritik e.V. verliehen. Bisherige Preisträger sind die Deutsche Kammerphilharmonie Bremen sowie der Dirigent und Pianist Murray Perahia. Der PdSK wurde 1963 von Musikkritikern gegründet, die sich das Ziel gesetzt hatten „eine Qualitätskontrolle zu installieren, klare Empfehlungen zu geben und so die Interpretationskunst zu fördern“, erklärt Dr. Eleonore Büning. Jurymitglied Wolfram Goertz begründet die diesjährige Wahl der Jury: „Als ein echter Kammerchor ist [der RIAS Kammerchor], fern der chorsymphonischen Expansion, für Artistik auf kleinem Raum zuständig, ein Vorzeige-Ensemble für Musik von Monteverdi bis Janáček, von Händel bis Rossini, von Bach bis Henze“.

 

Der RIAS Kammerchor


Das künstlerische Profil des RIAS Kammerchores ist in seinem Facettenreichtum unverwechselbar und begeistert weltweit. Unter den Berufschören ist der RIAS Kammerchor der Pionier in historischer Aufführungspraxis. Seit seiner Gründung setzt er sich außerdem beispielhaft für die Musik der Gegenwart und der Moderne ein. In diesem Spannungsfeld gewinnen auch die Werke des klassischen und romantischen Repertoires in den Interpretationen des Chores intensive Klangrede mit Tiefenschärfe.

Unter der Leitung von Hans-Christoph Rademann, seit 2007 Chefdirigent, hat der Chor vor allem in der Breite seiner stilistischen Ausdrucksmöglichkeiten entscheidend hinzugewonnen. Er konnte dabei auf den Leistungen seiner Vorgänger aufbauen. Bereits in Karl Ristenparts leider unvollendetem Projekt, alle Bach-Kantaten aufzunehmen, zeichnete sich eine klare Abkehr vom Monumentalstil in der Bach-Interpretation ab. Kammermusikalische Transparenz war Ristenparts Leitbild. Als Uwe Gronostay den Chor 1972 übernahm, formte er den Klang weiter nach einem Kammerchorideal um, gestaltete ihn homogen, sicher in der Intonation und flexibel im Stil. Für diese Neuausrichtung suchte er Partner in Europa wie Eric Ericson und seinen Kammerchor. Er führte Grundsätze historischer Aufführungspraxis in die Arbeit ein, die Marcus Creed systematisch weiterentwickelte. Er gewann Spezialorchester wie Concerto Köln, das Freiburger Barockorchester, die Akademie für Alte Musik und das Orchestre des Champs-Élysées als ständige Partner und konnte den Chor 1995 exklusiv mit dem Label Harmonia Mundi France verbinden.

Dem RIAS Kammerchor verdanken zahlreiche Werke neuer Musik nicht nur ihre Ur- und Erstaufführung, sondern auch ihre sukzessive Verankerung im Repertoire und maßgebliche Einspielungen. Diese Seite des Repertoires zieht sich wie ein Leitfaden durch die Geschichte des Chores. Dass heute wieder Chormusik in großer stilistischer Vielfalt neu entsteht, ist auch ein Verdienst des RIAS Kammerchores und seines stetigen Engagements für das Neue in der Musik. Der RIAS Kammerchor wurde am 15. Oktober 1948 vom Rundfunk im amerikanischen Sektor Berlins (RIAS) gegründet. In den ersten 25 Jahren unter Karl Ristenpart, Herbert Froitzheim und Günther Arndt bestimmten Aufnahmen für den Senderbedarf die Arbeit. Mit zunehmender Verfügbarkeit von Tonträgern gewannen öffentliche Konzerte und Gastspiele an Bedeutung.

Uwe Gronostay (1972 – 1986), den der Chor 2007 zu seinem Ehrendirigenten wählte, leistete diese Neuorientierung, er richtete eine eigene Konzertreihe des Chores ein. Sein Nachfolger Marcus Creed (1987 – 2001) schärfte das Chorprofil in der Spannung und Begegnung von alter und neuer Musik. Unter seiner Leitung verstärkten sich die internationale Resonanz und Anfragen an den Chor. Daniel Reuss (2003 – 2006) rückte die klassische Moderne ins Zentrum und stärkte die Bindungen zu Kooperationspartnern im In- und Ausland. Seit 2007 setzt Hans-Christoph Rademann neue Akzente in der Entwicklung des Chorklanges und des Repertoires. Im Dezember 2010 wählte die britische Zeitschrift Gramophone den RIAS Kammerchor unter die zehn besten Chöre der Welt. Der RIAS Kammerchor ist ein Ensemble der Rundfunk Orchester und Chöre GmbH (roc berlin). Gesellschafter sind Deutschlandradio, die Bundesrepublik Deutschland, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg.



Dienstag, 1. Januar 2013 20:00 Uhr Philharmonie Berlin
Verleihung der Nachtigall 2012, im Anschluss folgt das traditionelle Neujahrskonzert

 
Johann Sebastian Bach
Magnificat D-Dur BWV 243
für 2 Soprane, Alt, Tenor, Bass, gemischten Chor und Orchester
 
Carl Philipp Emanuel Bach
Heilig, heilig ist Gott
 
Carl Philipp Emanuel Bach
Magnificat D-Dur Wq 215
 
Elizabeth Watts Sopran
Wiebke Lehmkuhl Alt
Lothar Odinius Tenor
Markus Eiche Bass
 
Hans-Christoph Rademann Dirigent



Pressereferentin:
Victoria Gieseking
presse@remove-this.rias-kammerchor.de
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RIAS Kammerchor
Charlottenstraße 56
10117 Berlin

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