18.02.2013 09:31 Zu Ehren von Benjamin Brittens 100. Geburtstag

Konzert Klassik: Hymn to St. Cecilia mit a cappella Musik von Benjamin Britten, Johannes Brahms & Ildebrando Pizzetti in Bochum und Mülheim an der Ruhr am 08.+09. März

Konzert Klassik: Hymn to St. Cecilia mit a cappella Musik von Benjamin Britten, Johannes Brahms & Ildebrando Pizzetti in Bochum und Mülheim an der Ruhr am 08.+09. März

Veranstaltungsplakat © ChorWerk Ruhr

Von: GFDK - ChorWerk Ruhr

08.02.2013 - ChorWerk Ruhr präsentiert an zwei Abenden im März 2013 in Bochum und Mülheim an der Ruhr a cappella Musik von Benjamin Britten, Johannes Brahms und Ildebrando Pizzetti. Unter der musikalischen Leitung von Florian Helgath erklingen dabei zu Benjamin Brittens 100. Geburtstag drei Werke des englischen Komponisten: „Hymn to St. Cecilia“, „Deus in adjutorium meum“ und „A Hymn to the Virgin“ sowie von Johannes Brahms die beiden großen Motetten „Warum ist das Licht gegeben dem Mühseligen“  und „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“. Zum Abschluss des Konzertes erklingt die „Messa di Requiem“ des Italieners Ildebrando Pizzetti.

ChorWerk Ruhr entwickelt in Kooperation mit der Gesamtschule Saarn aus Mülheim an der Ruhr ein begleitendes Education Programm (Unterrichtsreihe zur a cappella Musik des 19. und 20. Jahrhunderts). Die Schülerinnen und Schüler eines Musikkurses besuchen dabei die Proben und das Konzert in der Petrikirche. Florian Helgath wird zusammen mit einem ChorWerk Ruhr Solistenquartett eine Unterrichtseinheit in der Gesamtschule Saarn gestalten.

Das Konzert in Bochum wird gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Bochum und das NRW Kultursekretariat Wuppertal.

Das Education Programm und das Konzert in Mülheim an der Ruhr werden gefördert durch den Kulturbetrieb der Stadt Mülheim an der Ruhr und
das NRW Kultursekretariat Wuppertal.

 
Termine:

Freitag, 8. März 2013, 20 Uhr, Christuskirche Bochum

Konzerteinführung  um 19 Uhr

Karten:

www.christuskirche-bochum.de oder per Mail: info@remove-this.christuskirche-bochum.de

und Abendkasse ab 18.30 Uhr in der Christuskirche
An der Christuskirche 1/Westring 26, 44787 Bochum
18,00 € | ermäßigt 9,00 €

Samstag, 9. März 2013, 20 Uhr, Petrikirche Mülheim an der Ruhr

Konzerteinführung  um 19 Uhr

Karten:

Vorverkauf Touristinfo im MedienHaus, Synagogenplatz 3, 45468 Mülheim

und Abendkasse ab 18.30 Uhr in der Petrikirche, Pastor-Barnstein-Platz 1, 45468 Mülheim an der Ruhr

18 €, Ermäßigt: 9 €


Programm:

CWR 66 – Hymn to St. Cecilia

Benjamin Britten (1913-1976)            Hymn to St. Cecilia op.27 (1940)

                                                            Deus in adjutorium meum (1944-45)
 
                                                            A Hymn to the Virgin (1930, rev. 1934)

Johannes Brahms (1833-1897)          Warum ist das Licht gegeben (1878)

                                                            Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz (1864)

Pause

Ildebrando Pizzetti (1880-1968)         Messa di Requiem (1922)’

 

ChorWerk Ruhr (28er Besetzung)

Florian Helgath, Musikalische Leitung

 

Seit dem 5. Jahrhundert wird die adlige römische Märtyrerin Cäcilia als Heilige verehrt, seit dem Hochmittelalter gilt sie als Schutzpatronin der Musik.

Alle christlichen Denominationen gedenken der Heiligen Cäcilia am 22. November; in England ist dieser Festtag seit langem auch ein musikalisches Ereignis:

Schon Purcell und Georg Händel komponierten für diesem Anlass prachtvolle „Cäcilienoden“, und auch Benjamin Britten (1913-1976), der zudem am 22. November geboren wurde, beteiligte sich an dieser Tradition: Seine „Hymn to St. Cecilia“ nach einem eigens verfassten Text von W. A.  Auden entstand im Kriegsjahr 1942 auf einer Schiffsreise von Amerika nach England. Der Pazifist Britten war 1939 in die Staaten geflohen, aber die Liebe zu seiner englischen Heimat quälte ihn, und er kehrte reumütig in seine Heimat zurück. Audens maßgeschneiderter Text beleuchtet mit der Cäcilien-Thematik auch Brittens innere Konfliktsituation.

Noch während seines Studiums in London schuf Benjamin Britten, dessen 100. Geburtstag wir in diesem Jahr begehen, seine „Hymn to the Virgin“. Mit seiner doppelchörigen Struktur – ein großer und ein kleiner Chor dialogisieren im permanenten Wechselgesang miteinander –  knüpft dieses wundervolle a-cappella-Werk ebenso unmittelbar an alte kirchenmusikalische Traditionen an wie auch mit seiner vergleichsweise schlichten, aber ungemein ausdrucksstarken Harmonik.

Auch der Italiener Ildebrando Pizzetti (1880-1968), einer der einflussreichsten italienischen Kompositionslehrer im 20. Jahrhundert, nahm in seiner 1922 entstanden „Messa di Requiem“ für fünf- bis zwölfstimmigen Chor a cappella deutlich Bezug auf die alte Kirchenmusik: Viele Motive des prächtigen polyphonen Vokalsatzes klingen unmittelbar an das gregorianische Gesangsideal an, und im „Dies irae“ zitiert Pizzetti direkt aus der Sequenz der lateinischen Totenmesse. Im „Sanctus“ hingegen lässt die blockhaft-akkordische Setzweise mit ihrem effektvollen Wechselspiel von hellen Hoch- und dunklem Tiefchorkolorit das alte Ideal der venezianischen Mehrchörigkeit assoziieren.

In dieses Kaleidoskop der geistlichen Chormusikkunst des 20. Jahrhunderts passt Johannes Brahms mit seinen beiden großen Motetten „Warum ist das Licht gegeben den Mühseligen „ und „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz“, in denen sich dieser große Meister des Übergangs von der Romantik zur Moderne mit überragendem kompositorischen Können als höchst inspirierter Bewahrer der jahrhundertealten europäischen Chorkultur präsentiert.
 

ChorWerk Ruhr

Das 1999 gegründete ChorWerk Ruhr ist ein professionelles und flexibel agierendes Vokalensemble. Sein Repertoire reicht von der abendländischen Ein- und Mehrstimmigkeit bis zu großen oratorischen Werken. Der mehrfach ausgezeichnete Dirigent Florian Helgath ist seit November 2011 in der Nachfolge von Frieder Bernius und Rupert Huber Künstlerischer Leiter von ChorWerk Ruhr. Er sieht einen Schwerpunkt seiner Arbeit darin, neue Chormusik in Bezug auf traditionelle Musikformen zu beleuchten und somit für den Zuhörer vor dem Hintergrund der reichen Musikgeschichte neu wirken zu lassen. Mit dem erstklassigen Ensemble aus jungen und flexiblen Stimmen setzt er Chormusik auf höchstem Niveau um.

ChorWerk Ruhr hat sich als eines der hochwertigen künstlerischen Markenzeichen der Region Ruhr und als Spitzenchor des Landes NRW etabliert. Seit der Gründung fanden mehr als 160 Konzerte von Alter bis Neuer Musik statt in Zusammenarbeit mit namhaften Dirigenten wie  Sylvain Cambreling, Reinhard Goebel, Robin Gritton, Peter Neumann, Bruno Weil und Hans Zender.

In Zusammenarbeit mit renommierten Orchestern wie der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen, Concerto Köln, Ensemble Resonanz, der musikFabrik NRW, dem Schönberg Ensemble Amsterdam, der Cappella Coloniensis, dem Ensemble Modern, der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg begeistert  ChorWerk Ruhr immer wieder sein Publikum und erntet herausragende Kritiken. Häufige Aufnahmen durch WDR und DLF und die Teilnahme an nationalen sowie internationalen Musikfestivals spiegeln die Beliebtheit des exzellenten Ensembles wider. Alljährlich kooperiert ChorWerk Ruhr in besonderer Form mit der Ruhrtriennale.

ChorWerk Ruhr ist ein Projekt der Kultur Ruhr GmbH, gefördert durch das Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen, kofinanziert aus Mitteln des Fonds für Regionale Entwicklung der Europäischen Union.

Florian Helgath – Künstlerischer Leiter

Internationale Erfolge erzielte er als Finalist und Preisträger bei Wettbewerben wie dem Eric Ericson Award 2006 in Schweden sowie der Competition For Young Choral Conductors 2007 in Budapest. Florian Helgath ist Leiter des Dänischen Rundfunkchor und des Via Nova Chor München, mit dem er zahlreiche Uraufführungen dirigiert hat und mit nationalen und internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Darüber hinaus ist er regelmäßig zu Gast beim Chor des Bayerischen Rundfunks und arbeitete beim RIAS Kammerchor, SWR Vokalensemble, Berliner Rundfunkchor und beim Niederländischen Rundfunkchor. Auch mit Orchestern wie dem Danish Chamber Orchestra, den Münchner Symphonikern oder dem Georgischen Kammerorchester Ingolstadt hat er bereits zusammengearbeitet.

Florian Helgath sammelte seine ersten musikalischen Erfahrungen in seiner Heimatstadt bei den Regensburger Domspatzen. An der Hochschule für Musik und Theater in München studierte er das Fach Chordirigieren bei Prof. Michael Gläser. Im Frühjahr 2008 konnte er dieses Studium mit dem Meisterklassendiplom abschließen. Seine musikalische Ausbildung vervollständigte er bei internationalen Meisterkursen mit namhaften Dirigenten wie Stefan Parkman, Stephen Cleobury, Helmut Rilling, Dan-Olof Stenlund, Simon Halsey und Jos van Veldhoven. 2007 war er aktiver Teilnehmer beim 2. Chordirigierforum des Bayerischen Rundfunks und der Eric Ericson Masterclass in Haarlem/Niederlande.

 

 

Hendrik von Boxberg
h.vonboxberg@ruhrtriennale.de
Ruhrtriennale 2012 - 2014

Weiterführende Links:
http://www.chorwerkruhr.de/de/