11.01.2013 08:45 Alban Berg, Richard Strauss, Richard Wagner

Konzert Klassik: 4. Sinfoniekonzert mit Gastdirigent Marc Piollet am 14.01. im Staatstheater Kassel

Konzert Klassik: 4. Sinfoniekonzert mit Gastdirigent Marc Piollet am 14.01. im Staatstheater Kassel

Marc Piollet © Felix Broede

Von: GFDK - Juliane Clobes

Marc Piollet, bis 2003 Erster Kapellmeister und Stellvertretender GMD am Staatstheater Kassel und inzwischen gefragter Gastdirigent an den großen Häusern der Welt, kehrt für das 4. Sinfoniekonzert am Montag, 14. Januar, als Gast nach Kassel zurück.

Das Staatsorchester spielt unter seiner Leitung Werke von drei herausragenden Opernkomponisten des 19. und 20. Jahrhunderts: Drei Bruchstücke für Gesang und Orchester aus der Oper „Wozzeck“ von Alban Berg, „Vier letzte Lieder“ von Richard Strauss und  schließlich von Richard Wagner sinfonische Auszüge aus der „Götterdämmerung“.

Solistin ist die Sopranistin Lydia Easley, die bereits mehrfach mit Marc Piollet zusammengearbeitet hat; u.a. sang sie die Elsa im Wiesbadener „Lohengrin“ zur Eröffnung der Internationalen Maifestspiele 2012.

Alban Berg stellte von seiner Oper „Wozzeck“ noch vor der Uraufführung Auszüge zu einem Triptychon für Gesang und Orchester zusammen. Im Gegensatz zur Oper konzentrierte sich Berg hier auf die Figur der Marie und bündelte ihr Schicksal brennpunktartig.

Der Titel „Vier letzte Lieder“ stammt nicht von Richard Strauss selbst, und die Orchesterlieder waren ursprünglich auch nicht als Zyklus geplant. Gleichwohl ist den 1948 auf Gedichte von Hermann Hesse und Joseph von Eichendorff komponierten Liedern der dunkle Grundton gemeinsam in der Auseinandersetzung mit Abschied, Vergänglichkeit und Tod.

„Siegfrieds Tod“ ist das wahrscheinlich berühmteste sinfonische Zwischenspiel aus Richard Wagners „Götterdämmerung“, deren Musik auch ohne Bühnengeschehen ihre suggestive Wirkung entfaltet. Marc Piollet hat eine sinfonische Zusammenfassung erstellt, die das gesamte Werk sozusagen in nuce und rein orchestral enthält, begonnen bei den Nornen, die am Seil des Weltgeschehens spinnen, über Siegfrieds Abschied von Brünnhilde, seine Rheinfahrt und schließlich seine Ermordung bis hin zu Brünnhildes Sprung in den Scheiterhaufen und den Brand der Walhalla.

Karten sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de. Am Konzerttag sind Restkarten nur noch an der Abendkasse erhältlich.

Marc Piollet, 1962 in Paris geboren, studierte Dirigieren und Chorleitung an der Hochschule der Künste in Berlin. Meisterkurse bei John Eliot Gardiner, Michael Gielen und Kurt Masur prägten seinen Werdegang. 1995 war Marc Piollet alleiniger Preisträger beim Dirigentenforum des Deutschen Musikrates.
Nach Stationen als Erster Kapellmeister beim Philharmonischen Staatsorchester Halle und am Staatstheater Kassel war Marc Piollet 2003 bis 2005 Musikdirektor an der Volksoper Wien. Von 2004 bis 2012 war er Generalmusikdirektor am Hessischen Staatstheater Wiesbaden, wo er große Erfolge feierte, u.a. mit Wagners komplettem „Ring“.

Gastengagements führten ihn u.a. an die Hamburgische Staatsoper, die Vlaamse Opera in Antwerpen, die Oper Köln, an die Deutsche Oper Berlin, zur Ruhrtriennale, zu den Wiener Festwochen und nach Tokio. Sein Debüt an der Opéra National de Paris war so erfolgreich, dass er in den folgenden Spielzeiten für zwei weitere Produktionen eingeladen wurde, darunter „Les Contes d'Hoffmann“ mit Rolando Villazon in der Titelrolle.  Auch die Wiener Staatsoper lud ihn nach seinem gelungenen Debüt für weitere Vorstellungen ein.
In 2010/2011 führten ihn Neuinszenierungen nach Barcelona und Kopenhagen („La Bohème“ mit Anna Netrebko als Mimi). Eine DVD der „Carmen“ aus Barcelona (Regie: Calixto Bieito) mit den Solisten Béatrice Uria-Monzon (Carmen), Roberto Alagna (Don José), Marina Poplavskaya (Micaela) und Erwin Schrott (Escamillo) erschien im Herbst 2011 bei Unitel Classica/C major.

2011/2012 war er erstmals am Teatro Real in Madrid zu Gast und leitete die Produktion C(h)oeurs, eine Zusammenarbeit mit dem belgischen Choreographen Alain Platel mit Musik von Giuseppe Verdi und Richard Wagner. Mit C(h)oeurs ging er im Juni 2012 auf Tournee nach Belgien, Deutschland und Holland; weitere Gastspiele dieser aufsehenerregenden Produktion sind für 2013 in Planung. Im Juli 2012 debütierte er an der Bayerischen Staatsoper im Rahmen der Münchner Opernfestspiele mit „Les Contes d'Hoffmann“ erneut mit Rolando Villazon. Im Mai 2013 übernimmt er die Wiederaufnahme von „Der Fliegende Holländer“ an der Deutschen Oper am Rhein. Im Herbst 2013 wird er für eine Neuproduktion von „L'elisir d'amore“ wieder ans Teatro Real zurückkehren.

Konzertverpflichtungen führten Marc Piollet zu zahlreichen renommierten Orchestern, darunter die Münchner Philharmoniker, Konzerthausorchester Berlin, hr-Sinfonieorchester, MDR-Sinfonieorchester Leipzig, Dresdner Philharmonie, Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Mozarteum Orchester Salzburg, Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, Deutsche Radio Philharmonie Saarbrücken Kaiserslautern, Radiophilharmonie des NDR Hannover, Gewandhausorchester Leipzig, Tivoli Symphony Orchestra und Tokyo Symphony Orchestra. In seinem Heimatland Frankreich dirigierte er das Orchestre National de Lyon, Orchestre National de Lille, Orchestre National des Pays de la Loire, Orchestre National de Bordeaux, Philharmonie de Lorraine Metz sowie in Belgien das Royal Philharmonic Orchestra Antwerpen. Eine enge Zusammenarbeit verbindet ihn mit der Sopranistin Annette Dasch: 2008 erschien bei Sony eine CD mit Mozart-Arien gemeinsam mit der Akademie für Alte Musik Berlin; darüber hinaus gingen die Künstler zusammen mit dem Münchner Rundfunkorchester auf Deutschland-Tourneen, zuletzt im April 2011.
Der Auftritt mit dem Pianisten Lang Lang und dem Mozarteumorchester Salzburg im Februar 2012 im Festspielhaus Baden-Baden stellte einen besonderen Konzerthöhepunkt der vergangenen Spielzeit dar.

Seit vielen Jahren setzt sich Marc Piollet intensiv für den Orchesternachwuchs ein, so leitet er u. a. regelmäßig eine Arbeitsphase der von ihm gegründeten Jungen Sinfonie Berlin.

 

4. Sinfoniekonzert

Alban Berg: Drei Bruchstücke für Gesang und Orchester aus der Oper Wozzeck op. 7
Richard Strauss: Vier letzte Lieder
Richard Wagner: Götterdämmerung (Auszüge)

Mit Lydia Easley (Sopran), Dirigent: Marc Piollet

Montag, 14. Januar, 20.00 Uhr, Stadthalle (19.30 Uhr Einführung im Gesellschaftssaal)

 

 

 

Juliane Clobes
Pressereferentin
Friedrichsplatz 15
34117 Kassel
juliane.clobes@remove-this.staatstheater-kassel.de
www.staatstheater-kassel.de