16.12.2012 08:00 17. Dezember, 20 Uhr, Stadthalle Kassel

Konzert Klassik: 3. Sinfoniekonzert in Kassel - Gastdirigentin Anu Tali und Solist Sergei Nakariakov am Flügelhorn interpretieren Werke von Sibelius, Tschaikowsky, Tubin

Konzert Klassik: 3. Sinfoniekonzert in Kassel - Gastdirigentin Anu Tali und Solist Sergei Nakariakov am Flügelhorn interpretieren Werke von Sibelius, Tschaikowsky, Tubin

Bild 1: Anu Tali Quelle: Staatstheater Kassel

Bild 2: Sergei Nakariakov Quelle: Staatstheater Kassel

Von: GFDK - Juliane Clobes - 2 Bilder

Schon zwei Mal hat die estnische Dirigentin Anu Tali das Kasseler Konzertpublikum begeistert. Am Montag, 17. Dezember, leitet sie erneut als Gastdirigentin ein Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Kassel. Auf dem Programm steht neben der zweiten Sinfonie von Sibelius und den Rokoko-Variationen von Tschaikowsky (in einer Fassung für Flügelhorn) auch ein Werk aus Anu Talis Heimat: die Suite über estnische Tänze von Eduard Tubin.

 

„Meine Sinfonien sind Musik – erdacht und ausgearbeitet als Ausdruck der Musik, ohne irgendwelche literarische Vorlage“, hielt der finnische Komponist Jean Sibelius all jenen begeisterten Zeitgenossen entgegen, die vergeblich nach einem Programm in der 2. Sinfonie suchten. Hatte er sich früher schon durch eine eigene Tonsprache profiliert, aber in formaler Hinsicht zur Tradition tendiert, so setzte er sich mit seiner zweiten Sinfonie endgültig von seinen romantischen Vorbildern Bruckner, Tschaikowsky und Dvořák ab und experimentierte auf ganz eigene Weise mit der sinfonischen Form.

 

Was Sibelius für Finnland war, das war Eduard Tubin für Estland: der zentrale Sinfoniker. 1944, im Alter von 39 Jahren, floh Tubin vor der Roten Armee nach Schweden. Dort nahm man ihn zwar freundlich auf, sein herausragendes kompositorisches Schaffen fand jedoch nur wenig öffentliche Anerkennung – ein Umstand, den es bis heute zu korrigieren gilt.

 

Tschaikowsky hat keinen Komponisten so sehr verehrt und geliebt wie Mozart. Die Rokoko-Variationen sind eine Huldigung an das große Vorbild und eine Herausforderung für den Solisten, dem Äußerstes an Spielbrillanz und technischer Bravour abgefordert wird. Im Sinfoniekonzert des Staatsorchesters Kassel wird dieser schwierige Part – ursprünglich komponiert für Violoncello – in einem Arrangement für Flügelhorn gespielt. Solist ist Sergei Nakariakov.

 

„Der Paganini der Trompete“, „Ein außergewöhnliches Talent“, „Der junge Zauberer aus Russland“ – dies sind nur einige der Attribute, mit denen Sergei Nakariakov in der Musikwelt geschmückt wird. 1977 in Gorki geboren,  debütierte er bereits Anfang der 90er Jahre bei den Salzburger Festspielen und gastierte beim Schleswig-Holstein Musik Festival, wo ihm der Prix Davidoff verliehen wurde. Seitdem ist er in vielen Musikmetropolen und bei zahlreichen Festivals aufgetreten und unternimmt regelmäßig Tourneen durch Japan. 2002 wurde Sergei Nakariakov mit dem „Echo Klassik“-Preis als Instrumentalist des Jahres ausgezeichnet. Zu den Dirigenten, mit denen er zusammengearbeitet hat, gehören Vladimir Ashkenazy, Christoph Eschenbach, Sir Neville Marriner, Kent Nagano, Vladimir Spivakov, Xian Zhang und Jaap van Zweden. Seine Diskographie umfasst die berühmtesten Trompetenkonzerte und Solowerke sowie atemberaubende Bearbeitungen hochvirtuoser Instrumentalkonzerte, die er u.a. mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn sowie dem Philharmonia Orchestra of London unter der Leitung von Vladimir Ashkenazy eingespielt hat. Er spielt auf Instrumenten von Antoine Courtois, Paris.

Anu Tali begann ihre musikalische Ausbildung als Pianistin, absolvierte 1991 die Musikhochschule Tallinn und führte ihr Dirigierstudium an der Estnischen Musikakademie weiter. In St. Petersburg, Moskau und Helsinki vervollkommnete sie ihre Studien bei Ilya Musin, Leonid Kortschmar und Jorma Panula. 1997 gründete Anu Tali zusammen mit ihrer Zwillingsschwester Kadri das Nordic Symphony Orchestra. Die junge Dirigentin tritt regelmäßig mit Orchestern weltweit auf. Highlights der Saison 2012/13 sind mehrere Debüts, u.a. beim Ensemble Modern und dem Berliner Konzerthausorchester sowie an der Royal Danish Opera Copenhagen mit dem Ballett La Bayadere.

 

Konzertbeginn ist um 20 Uhr in der Kasseler Stadthalle; bereits um 19.15 Uhr gibt Orchesterdirektorin Insan Pijanka eine Einführung im Gesellschaftssaal. Karten sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de. Am Konzerttag selbst gibt es Restkarten nur an der Abendkasse.

Die Fördergesellschaft Staatstheater Kassel e. V. bietet für dieses Konzert wieder besonders preisreduzierte Jugendkarten für nur 3 Euro an ihrem Stand im Stadthallenfoyer an.


3.Sinfoniekonzert

Eduard Tubin: Suite über estnische Tänze ETW 15

Peter Iljitsch Tschaikowsky: Rokoko-Variationen A-Dur op. 33   

Jean Sibelius: Sinfonie Nr. 2 D-Dur op. 43

Solist: Sergei Nakariakov (Flügelhorn), Dirigentin: Anu Tali

 

Montag, 17.Dezember, 20 Uhr, Stadthalle (19.15 Uhr Einführung)



Juliane Clobes

Friedrichsplatz 15/ 34117 Kassel
juliane.clobes@staatstheater-kassel.de
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