20.02.2015 09:00 Konzertreihe "Internationale Orchester" in Hamburg

Konzert: Die charismatische Yuja Wang gastiert mit der Tonhalle-Orchester Zürich und Lionel Bringuier in Hamburg

Yuja Wang gibt Konzert in Zuerich

Die 27-jährige Pianistin Yuja Wang wird weltweit als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation angesehen. © Felix Broede

Von: GFDK - Elena Wätjen

Am 4. März gibt das traditionsreiche Tonhalle-Orchester Zürich in der Laeiszhalle ein Konzert im Rahmen der Reihe »Internationale Orchester«. Mit Werken von Ravel und Strawinsky führt der junge französische Dirigent Lionel Bringuier das älteste Symphonieorchester der Schweiz durch eindrucksvolle Klangwelten des beginnenden 20. Jahrhunderts. Als Solistin in Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 ist die charismatische Yuja Wang geladen.

Die Fertigstellung seines dritten Klavierkonzerts gelang Sergej Rachmaninow in letzter Sekunde, so dass ihm kaum noch Zeit blieb, um das Werk einzuüben. Die Uraufführung fand am 28. November 1909 in der Carnegie Hall statt, und so nutzte er die Atlantiküberfahrt von Russland nach New York, um den Solopart auf einer stummen Klaviatur zu üben. Aufgrund der zu hohen technischen Schwierigkeiten rührte Josef Hoffmann, dem dieses Konzert mit dem Beinamen »Konzert für Elefanten« gewidmet ist, sein Lebtag nicht an. Im Kontrast zu der Komplexität des Gesamtwerkes steht der schlichte, volksliedartige Beginn, über den Rachmaninow selbst sagte: »Ich wollte die Melodie auf dem Klavier singen, wie ein Sänger es täte.

Konzerte in Deutschland

Das ist alles!« Die international gefeierte Pianistin Yuja Wang, die zuletzt im April 2014 in der Kammermusik-Reihe der Elbphilharmonie Konzerte zu Gast war, begeistert ihr Publikum stets mit ihrem ausdrucksstarken und virtuosen Spiel und frischen Interpretationen – somit ist sie sowohl den technischen Schwierigkeiten als auch den empfindsamen Melodien dieses Werkes gewachsen. In der Saison 2014/2015 ist sie mit dem Tonhalle-Orchester Zürich als Artist in Residence auf Europa-Tournee.

In der zweiten Konzerthälfte präsentiert sich das Tonhalle-Orchester Zürich unter der Leitung von Chefdirigent Lionel Bringuier mit zwei Werken, die den schwungvollen tänzerischen Charakter teilen. Den »Feuervogel« komponierte Strawinsky eigentlich als Ballett, dessen Uraufführung 1910 in Paris stattfand. Ebenso war Ravels »La Valse« ursprünglich von Sergei Djagilew, Gründer des legendären Ballets Russes, in Auftrag gegeben worden. Doch als es 1920 vor Strawinsky, Poulenc und Djagilew präsentiert wurde, lehnte der Auftraggeber es ab – es sei kein Ballett, sondern lediglich das Porträt eines Balletts. So wurde es 1920 als reines Orchesterwerk uraufgeführt.

Konzerte in Hamburg

In Kooperation mit ProArte

Mi 04.03. / 19.30 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal Internationale Orchester: Tonhalle-Orchester Zürich

Yuja Wang, Klavier

Lionel Bringuier, Dirigent

Sergej Rachmaninow: Konzert für Klavier und Orchester Nr. 3 d-Moll op. 30

Igor Strawinsky: L'oiseau de feu »Der Feuervogel« / Symphonische Suite (Fassung von 1919)

Maurice Ravel: La Valse / Poème choréographique pour Orchestre

€ 130.90 / 108.90 / 86.90 / 53.90 / 22

Weitere Konzerte der Reihe »Internationale Orchester«:

Mi 25.03. / 19.30 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Jean-Yves Thibaudet, Klavier

Tugan Sokhiev, Dirigent

Dmitri Schostakowitsch: Ballettsuite Nr. 1

Aram Khatschaturian: Klavierkonzert Des-Dur

Felix Mendelssohn Bartholdy: Symphonie Nr. 4 A-Dur op. 90 »Italienische« € 97.90 / 92.40 / 81.40 / 42.90 / 22

Do 04.06. / 19.30 Uhr / Laeiszhalle Hamburg / Großer Saal City of Birmingham Symphony Orchestra

Klaus Florian Vogt, Tenor

Andris Nelsons, Dirigent

Richard Wagner: Karfreitagszauber (Parsifal)

Richard Wagner: »Amfortas, die Wunde!« (Parsifal)

Richard Wagner: »Nur eine Waffe taugt« (Parsifal)

Richard Wagner: Vorspiel zum 3. Aufzug von Lohengrin

Richard Wagner: »Höchstes Vertrauen hast du mir schon zu danken« (Lohengrin) Richard Wagner: In fernem Land (Gralserzählung des Lohengrin aus »Lohengrin«) Antonín Dvořák: Symphonie Nr. 7 d-Moll op. 70

€ 163.90 / 141.90 / 108.90 / 75.90 / 22

Tonhalle Orchester Zürich

Das Tonhalle-Orchester Zürich, 1868 gegründet, ist das älteste Symphonieorchester der Schweiz und spielt in der Tonhalle Zürich, einem Konzertsaal, der als einer der besten der Welt gilt. In diesem Klangkörper spielen gut 100 Musikerinnen und Musiker aus 20 Nationen. Sie sind pro Saison in rund 50 Programmen und in über 100 Konzerten zu erleben. Das Orchester trat in den letzten zwei Jahrzehnten in über 70 Städten in 14 Ländern auf – mit namhaften Solisten wie Joshua Bell, Rudolf Buchbinder, Alfred Brendel, Julia Fischer, Hélène Grimaud, Gidon Kremer, Radu Lupu, Yo-Yo Ma, Viktoria Mullova, Maria João Pires und Sabine Meyer.

Es liegen insgesamt 40 CD-Einspielungen vor, darunter alle Symphonien von Beethoven, Mahler, Brahms und Schubert, die mit Preisen wie dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem Prix Choc, dem Midem Classical Award und dem ECHO Klassik ausgezeichnet worden sind. Mit verschiedenen Angeboten für die junge Erwachsenengeneration kümmert sich das Orchester auch intensiv um die Konzertbesucher der Zukunft. In den letzten Jahren haben die Musiker eng mit Gastdirigenten wie Herbert Blomstedt, Christoph von Dohnányi, Charles Dutoit und Bernard Haitink sowie mit Ton Koopman und Giovanni Antonini zusammengearbeitet. Bis zum Ende der Saison 2013/2014 hat David Zinman, der nun den Ehrendirigenten-Titel trägt, das Tonhalle-Orchester Zürich als Chefdirigent fast 20 Jahre entscheidend geprägt. Seit der Saison 2014/2015 ist der Franzose Lionel Bringuier Chefdirigent des traditionsreichen Orchesters.

Yuja Wang

Die 27-jährige Pianistin Yuja Wang wird weltweit als eine der bedeutendsten Künstlerinnen ihrer Generation angesehen. Ihr Klavierstudium begann sie in jungen Jahren am Central Conservatory of Music in Peking bei Ling Yuan und Zhou Guangren. Von 1999 bis 2001 nahm sie am Morningside Music Sommerprogramm am Mount Royal College in Calgary teil, einem Austauschprogramm zwischen Kanada und China, und begann dort ihr Studium bei Hung-Kuan Chen und Tema Blackstone. Später zog sie in die USA, um bei Gary Graffman am Curtis Institute of Music in Philadelphia zu studieren, wo sie 2008 ihr Studium abschloss. 2006 erhielt sie den Gilmore Young Artist Award und 2010 das begehrte Avery Fisher Career Stipendium.

Als Exklusivkünstlerin der Deutschen Grammophon erhielt sie für ihr Debüt-Album den Titel »Classic FM 2009 Young Artist of the Year« des Gramophone Magazins. Für ihr zweites Album »Transformation« erhielt sie 2011 den ECHO Klassik als »Young Artist of the Year«. Gemeinsam mit Claudio Abbado und dem Mahler Chamber Orchestra spielte sie Rachmaninows Rhapsody on a Theme of Paganini und sein zweites Klavierkonzert ein und wurde mit dieser Aufnahme für einen Grammy in der Kategorie »Best Classical Instrumental Solo« nominiert. Für eine Live-Aufnahme von Prokofjews Klavierkonzert Nr. 2 und Rachmaninows Klavierkonzert Nr. 3 arbeitete sie außerdem mit Gustavo Dudamel und dem Simón Bolívar Symphony Orchestra zusammen.

Gerade hat sie mit Leonidas Kavakos für Decca Records alle Brahms-Sonaten für Violine und Klavier aufgenommen. Seit ihrem Debüt mit dem National Arts Center Orchestra unter Pinchas Zukerman 2005, ist sie mit zahlreichen namhaften Orchestern in den USA aufgetreten, unter anderem in Boston, Chicago, Cleveland, Los Angeles, New York, Philadelphia, San Francisco und Washington. Außerdem ist sie mit der Berliner Staatskapelle, dem China Philharmonic, der Filarmonica della Scala, dem Israel Philharmonic, dem London Philharmonic, dem Orchestre de Paris, dem Orquesta Nacional de España, dem NHK Symphony Tokyo, dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, dem Orchestra Mozart und dem Orchestra dell’Accademia Nazionale di Santa Cecilia aufgetreten.

Darüber hinaus hat sie Konzerte mit dem New York Philharmonic unter Lorin Maazel, der Academy of St Martin in the Fields unter Sir Neville Marriner und dem Lucerne Festival Orchestra unter Claudio Abbado gegeben. Auch mit Dirigenten wie Daniel Barenboim, Charles Dutoit, Daniele Gatti, Valery Gergiev, Mikko Franck, Manfred Honeck, Zubin Mehta, Kurt Masur, Antonio Pappano, Esa-Pekka Salonen, Yuri Temirkanov und Michael Tilson Thomas saß Yuja Wang schon auf der Bühne. Sie gibt regelmäßig Soloabende in Asien, Europa und Nordamerika und ist auch kammermusikalisch in zahlreichen Festivals und Konzerthäusern hervorgetreten. In der Saison 2014/2015 ist sie als Artist in Residence mit dem Tonhalle-Orchester Zürich auf Europa-Tournee; im Frühjahr 2015 gibt sie ihr Konzertdebüt mit den Berliner Philharmonikern.

Lionel Bringuier

Lionel Bringuier, geboren 1986, studierte zunächst Cello am Pariser Konservatorium bei Philippe Muller und begann mit dem Dirigierstudium bei Zsolt Nagy im Jahr 2000. Zusätzlich nahm er an Dirigier-Meisterkursen mit Peter Eötvös und Janos Fürst teil. 2004 erhielt der sein Cello-Diplom und sein Dirigier-Diplom mit der Auszeichnung »Mention Très Bien à l’unanimité« und gewann kurz darauf den 49. Besançon Young Conductors Wettbewerb in 2005.

Außerdem wurde er mit der Goldmedaille der Académie Prince Rainier III de Monaco, der Goldmedaille des Bürgermeisters von Nizza und dem ersten Preis eines Wettbewerbs des Janáček Philharmonic Orchestra in Ostrava ausgezeichnet. Bringuier erhielt Unterstützung der Schweizer Stiftung Langart und der Cziffra Stiftung. Zu seinen Aufnahmen zählt eine DVD mit dem BBC Symphony Orchestra und einer Einspielung von Roussels Symphonie Nr. 3 (2013). Im selben Jahr wurde seine Aufnahme von Saint-Saëns’ La Muse et le Poète, dem Violinkonzert Nr. 3 und dem Cellokonzert Nr. 1 mit dem Orchestre Philharmonique de Radio France und den Capuçon-Brüdern veröffentlicht. Während der Saison 2014/2015 arbeitet Bringuier mit zahlreichen Orchestern wie den Bamberger Symphonikern, dem Sydney Symphony Orchestra und dem Cleveland Orchestra, dem Los Angeles Philharmonic Orchestra, dem Orchestre Philharmonique de Radio France sowie dem Orquesta Sinfonica de Castilla y Leon, wo er von 2009 bis 2012 den Posten des Chefdirigenten innehatte, zusammen. Außerdem gibt er Debüts mit dem Israel Philharmonic und dem Philharmonia Orchestra London. Bringuier ist regelmäßig zu Gast bei Orchestern wie den Münchner Philharmonikern, dem Swedish Radio Symphony Orchestra, dem New York Philharmonic, dem Simón Bolívar Symphony Orchestra of Venezuela, dem Leipziger Gewandhausorchester und dem Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam. Als Botschafter der Musik des 21. Jahrhunderts hat Bringuier zahlreiche Uraufführungen dirigiert, darunter Werke von Kaija Saariaho, Marc-André Dalbavie, Esa- Pekka Salonen, Bruno Mantovani, Steven Stucky, Magnus Lindberg, Philippe Fénelon, Eric Tanguy, Rebecca Saunders, John Corigliano, Pedro Amaral , Louis Andriessen, Giya Kancheli, Philippe Hersant, Gérard Pesson, Karol Beffa und Erkki-Sven Tüür. Seit Beginn der Saison 2014/2015 ist er Chefdirigent des Tonhalle-Orchester Zürich.

Laeiszhalle Elbphilharmonie Hamburg

Die künftige Elbphilharmonie und die renommierte Laeiszhalle werden aus einer Hand geführt. Generalintendant ist seit 2007 Christoph Lieben-Seutter. Seit der Konzertsaison 2009/10 verantwortet er darüber hinaus ein eigenes Programm mit durchschnittlich 100 Konzerten, die neben den Veranstaltungen der privaten Konzertveranstalter in der Laeiszhalle und anderen ungewöhnlichen Orten in Hamburg stattfinden.

Die Elbphilharmonie Konzerte bieten ein facettenreiches, modernes und weltoffenes Programm, welches das Publikum inhaltlich zum künftigen Konzerthaus Elbphilharmonie und die Musikstadt Hamburg in die Zukunft führt. Informationen, Karten und Abonnements erhalten Sie unter www.elbphilharmonie.de, im Elbphilharmonie Kulturcafé am Mönckebergbrunnen, Barkhof 3, 20095 Hamburg, sowie in der Konzertkasse Laeiszhalle. Tickethotline: 040 357 666 66, tickets@elbphilharmonie.de.

 

 

Nataly Bombeck und Elena Wätjen

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

presse@elbphilharmonie.de

Weiterführende Links:
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