13.08.2013 08:18 Installation von September bis Oktober 2013

Klanginstallation WINDHARFEN - Jan Heinke erschafft im Societaetstheater eine Oase des flüchtigen Augenblicks

Jan Heinke ist Musiker, Instrumentenbauer, Komponist und Obertonsaenger

Der Musiker, Instrumentenbauer, Komponist und Obertonsänger Jan Heinke fängt mit seinen selbstgebauten, skulpturalen Instrumenten den Klang der Natur ein. Quelle: Veranstalter

Von: GFDK - Societaetstheater Dresden

Wenn Äolus, der griechische Gott der Winde über die Saiten der Windharfe streicht, entfalten sich phantastische Klänge. Akkorde, die Obertöne von märchenhaftem Reiz hören lassen. Je stärker der Wind, umso höher die Töne, umso klagender und fremdartiger wird der Gesang ...

Schon seit dem Altertum ist die Faszination der Einwirkung des Windes auf Saiteninstrumente bekannt. König David hängte seine Harfe des nachts über sein Bett, um ihren Prophezeiungen zu folgen und ein altes Gedicht der Hindu erzählt von der Vina, deren Saiten im Winde magisch ertönen. Erzbischhof Dunstan von Canterbury (10. Jhd.) soll der Zauberei angeklagt worden sein, als er eine Äolsharfe öffentlich aufstellte und diese unheimliche Gefahr ließ das Instrument im Mittelalter in Vergessenheit geraten.

Erst im 17. und 18. Jahrhundert lebte die Nutzung der Windharfe in Deutschland und England, den einzigen Ländern, in denen das Instrument wirklich heimisch geworden ist, wieder auf. Zumeist in die Bäume von Gärten und Parks gehängt, diente sie der Verblüffung und Erbauung von Romantikern und Naturfreunden. Mit den ersten Vorläufern der bildnerischen und literarischen Romantik widerfuhr ihr eine erste Blütezeit. Sie inspirierte Dichter zu leidenschaftlichen Texten, die uns überliefert sind. Mit der Industrialisierung verschwand das Instrument aus dem öffentlichen Raum und erwartet heute in verkehrsberuhigten Räumen eine Wiederbelebung.

Der Musiker, Instrumentenbauer, Komponist und Obertonsänger Jan Heinke hat sich mit seinen selbstgebauten, skulpturalen Instrumenten, die den Klang der Natur in ihrer verwirrenden Vielfalt einfangen, seit Jahren einen Namen gemacht. Seine Musik führt den Zeitgenossen in unbekannte Gefilde, in denen er auf unbekannte, romantische Phänomene treffen kann. Speziell für den barocken Theatergarten wird er eine Windharfe bauen und damit eine Oase des flüchtigen Augenblicks schaffen, in der die Uhren langsamer ticken, die ebenso gegenwärtig wie vergänglich ist.

Installation: September - Ende Oktober 2013

Die Klanginstallation wird zum Tag des offenen Denkmals eröffnet und bis Ende Oktober zu besuchen sein.

WINDHARFEN

Klangperformance im Theatergarten

SO 08.09. 18:00 Uhr

Mitwirkende

Musik: Jan Heinke (Stahlcello, Windharfe und diverse Instrumente)

 

SOCIETAETSTHEATER gGmbH
An der Dreikönigskirche 1a
01097 Dresden

Weiterführende Links:
http://www.societaetstheater.de