30.04.2013 08:28 6. bis 16. Juni 2013 - Themenschwerpunkt „Macht und Musik”

Händel-Festspiele 2013: Glanzvolles vielfältiges Programm bietet das internationale Musikfest in Halle

Der hallesche Marktplatz ist Teil der Händel-Festspiele

Konzerte, Opern, elektronische Klänge, Tanz, Familienveranstaltungen und mehr. Bild 1: Blick auf den halleschen Marktplatz © Thomas Ziegler

Händel-Haus in der Großen Nikolaistraße in Halle

Bild 2: Händel-Haus in der Großen Nikolaistraße in Halle © Horst Fechner

Von: GFDK - Händel Festspiele - 2 Bilder

Die Händel-Festspiele 2013 finden vom 6. bis 16. Juni 2013 in Halle und in der Region um Halle (Bad Lauchstädt, Merseburg und Ostrau) statt. Internationale Stars, beispielsweise die Sängerinnen Magdalena Kožena und Christine Schäfer sowie der Countertenor Franco Fagioli, die im Rahmen von Festkonzerten auftreten werden, verleihen den Händel-Festspielen einen besonderen Glanz.

Darüber hinaus gastieren international renommierte Ensembles wie die Accademia Bizantina, Venice Baroque und La Risonanza aus Italien, Il Fondamento aus Belgien, Forma Antiqua aus Spanien, Capriccio Stravagante aus Frankreich und Armonio Atenea aus Griechenland.

Am 5. Februar 2013 wurde zu abendlicher Stunde in der Vertretung des Landes Niedersachsen beim Bund in Berlin sowohl das Programm der Händel-Festspiele in Halle als auch das Programm der Händel- Festspiele in Göttingen präsentiert. „Nachdem wir im letzten Jahr initiativ der Gastgeber waren, luden in diesem Jahr die Göttinger Händel-Festspiele nach Berlin ein. Dies ist somit eine erfolgreiche Weiterführung unserer, auch presseseitigen, Zusammenarbeit“, erklärt Clemens Birnbaum, Direktor der Stiftung Händel-Haus und Intendant der Händel-Festspiele. Den musikalischen Höhepunkt der Präsentation in Berlin bildeten Künstler um den Dirigenten und Cembalisten Laurence Cummings, der seit letztem Jahr künstlerischer Leiter der Göttinger Händel-Festspiele ist.

Konzerte in Deutschland

Im Gespräch zwischen Tobias Wolff (Geschäftsführender Intendant der Händel-Festspiele Göttingen) und Clemens Birnbaum (Intendant der Händel- Festspiele Halle) wurden insbesondere die Fülle von szenischen und konzertanten Opernaufführungen Händels sowie die hochkarätig besetzten Oratorienaufführungen bei den Händel-Festspielen in Halle vorgestellt. Die Neuproduktion der selten gespielten, ersten Oper Händels („Almira“), die als Erstaufführung nach der Hallischen Händelausgabe in Zusammenarbeit mit der Oper Halle gezeigt wird, stand dabei im Zentrum. Für die damalige Hamburger Oper komponiert, ist es das einzige Musiktheaterwerk Händels, in dem er deutsche und italienische Texte vertonte. Der Sänger und Intendant der Oper Halle Axel Köhler führt Regie, die musikalische Leitung hat Andreas Spering.

Festival in Halle

Karten für die Händel-Festspiele 2013 in Halle sind seit dem 2. November 2012 an allen bekannten Ticket-Vorverkaufsstellen, telefonisch unter der Hotline +49 (0) 345 / 565 27 06 (Montag bis Freitag: 7 bis 20 Uhr) oder im Internet unter www.haendelhaus.de erhältlich. Das vollständige Programm und weitere Auskünfte sind ebenfalls auf der Homepage zu finden.

Nach dem derzeitigen Stand weisen die Händel-Festspiele Halle eine Auslastung von über 60 Prozent auf. Einige Veranstaltungen sind bereits ausgebucht (z. B. die internationale Produktion „Alessandro” im Goethe- Theater Bad Lauchstädt, das Konzert „Cantate Italiane” im Löwengebäude sowie das „Wandelkonzert” im Botanischen Garten).

Als Service für bereits ausgebuchte Veranstaltungen werden Eintrittskarten- Wartelisten von der Rossdeutscher & Bartel GbR geführt: Informations- und Kartenservice der Rossdeutscher & Bartel GbR

Tel. +49 (0)341 / 14 99 07 58 oder www.barock-konzerte.de/warteliste

Themenschwerpunkt, Händel-Forschung und Koproduktionen

Geht man mit dem Motto der kommenden Händel-Festspiele wortspielerisch um, könnte man auch sagen „HÄNDEL MACHT MUSIK”, denn das Programm 2013 widmet sich in besonderem Masse dem Themenfeld „Macht und Musik”. Dabei soll an den 300. Jahrestag des Utrechter Friedens erinnert werden, für den Händel im Auftrag des englischen Königshauses ein aufwändiges Te Deum und Jubilate komponierte – ein Beleg dafür, wie Händel sich als Komponist auch in den Dienst der politischen Macht stellte.

In diesem Kontext sei auch auf das Forschungsprojekt der Stiftung Händel- Haus „Grundlagenforschung zur Rezeptionsgeschichte Händels in den Diktaturen Deutschlands” verwiesen, das im Jahr 2013 abgeschlossen werden soll. Anhand von Originalquellen wurde untersucht, inwiefern die Person Händel und deren Musik von den politisch Mächtigen des letzten Jahrhunderts benutzt oder missbraucht wurde. Begleitend zum Forschungsprojekt wird vom 23. Februar 2013 bis zum 26. Januar 2014 eine Jahresausstellung mit dem Titel „Händel als Staatskomponist?” im Händel-Haus gezeigt. Auch die Internationale Wissenschaftliche Konferenz vom 10. bis 12. Juni 2013 nimmt die Thematik des Forschungsprojektes zum Anlass und widmet sich der „Macht und Ohnmacht der Musik. Händel, der Staatskomponist”. Veranstaltet wird die Tagung, die 27 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Grossbritannien, den Niederlanden, Österreich und den USA zusammenführen wird, von der Stiftung Händel-Haus, der Georg-Friedrich-Händel-Gesellschaft e. V. sowie der Abteilung Musikwissenschaft am Institut für Musik der Martin- Luther-Universität Halle-Wittenberg. Die Teilnahme an der Konferenz ist kostenfrei.

Im Rahmen des Themenschwerpunktes „Macht und Musik” erklingen neben Werken Händels, die einem politischen oder staatstragenden Kontext zuzuordnen und damit musikalischer Ausdruck der „Mächtigen” sind – („Utrechter Te Deum” und „Utrechter Jubilate” im Konzert „300 Jahre Frieden von Utrecht“, „Judas Maccabaeus” u. a. m.) auch Kompositionen, in denen die Macht der Musik selbst thematisiert wird, (z. B. im Rahmen des antiken Orpheus-Mythos, „Cäcilienode”, in den Konzerten „The Power of Music“ und „Lob und Macht der Musik“ sowie in „Alexander’s Feast or the Power of Musick”).

Eine weitere substantielle inhaltliche Ergänzung findet die thematische Reihe durch die Auswahl einiger während der Händel-Festspiele erklingenden Opern Händels: Mit „Giulio Cesare in Egitto” und „Alessandro” werden zwei historische Personen in den Vordergrund der von Händel vertonten Opernlibretti gestellt, die zu den mächtigsten Herrschern der Menschheit zählen. Dass darüber hinaus die historische Person Alexanders des Grossen in zwei verschiedenen Händel-Vertonungen thematisiert wird (die Oper „Alessandro” sowie die Ode „Alexander’s Feast or the Power of Musick”), zeigt interessante Querverbindungen auf. Eine ähnliche Durchdringung bieten drei Veranstaltungen, in denen Händels Musik mit derjenigen zweier Kollegen aus der Hamburger Zeit verknüpft wird.

So kann man neben der szenischen Neuproduktion der Händel‘schen Oper „Almira, Königin von Kastilien” in Konzerten die Musik des heute nahezu unbekannten Johann Christian Schieferdecker sowie von Reinhard Keiser entdecken. Beide sind in Teuchern im heutigen Sachsen-Anhalt geboren und wirkten wie auch Händel als Musiker und Komponisten an der Hamburger Oper am Gänsemarkt.

Durch internationale und nationale Koproduktionen werden die  Händel- Festspiele auch wieder Ausserorts präsent sein: Die szenische Opernproduktion von  Händels „Alessandro” mit einer international beachteten Gesangsbesetzung (darunter die ECHO Klassik-Preisträgerin Vivica Genaux sowie die Countertenöre Xavier Sabata und der, erst im Oktober 2012, gleich mit zwei ECHO Preisen ausgezeichnete Max Emanuel Cencic) in der Regie der renommierten US-amerikanischen Choreographin Lucinda Childs wird ausser im Goethe-Theater Bad Lauchstädt u. a. im Theater an der Wien und im Megaron Athen gezeigt. Darüber hinaus ist eine CD-Produktion beim renommierten Label DECCA erschienen, die Ende 2012 mit dem Choc de Classica und dem Diapason d’Or zwei renommierte Auszeichnungen erhielt.

Die konzertante Opernaufführung von  Händels „Giulio Cesare in Egitto” findet in Koproduktion mit drei italienischen Theatern statt. Für  Händels Oratorium „Judas Maccabaeus” wurde als Kooperationspartner NDR Das Alte Werk in Hamburg gewonnen. Auch die szenische Aufführung von „Acis and Galatea” im Goethe-Theater Bad Lauchstädt ist eine Koproduktion mit dem Ekhof- Festival in Gotha. Somit strahlen die  Händel-Festspiele Halle weit über die Aufführungsorte in Sachsen-Anhalt hinaus. „Dies spiegelt sich auch in geplanten Mitschnitten von Veranstaltungen der  Händel-Festspiele wider, die deutschlandweit gesendet werden: DeutschlandRadio Kultur wird voraussichtlich die Oper „Almira, Königin von Kastilien” sowie das Konzert „300 Jahre Frieden von Utrecht” mitschneiden. Der MDR hat ebenso ein positives Signal gegeben. Geplant sind Live-Sendungen bzw. Aufzeichnungen u. a. vom ,Eröffnungskonzert‘ und vom ,Festkonzert mit Magdalena Kožena‘”, so Clemens Birnbaum.

Elektronische Klänge, Tanz, Familienveranstaltungen und mehr

Beginnend mit den  Händel-Festspielen 2010 wurden neue Programmformate für ein jüngeres Publikum präsentiert, die von der regionalen und überregionalen Presse sowie vom Publikum sehr interessiert aufgenommen wurden. Hierzu zählen im kommenden Festspielprogramm die Baroque Lounges I und II, in der Barockmusiker oder Barockmusik mit modernen Musikformen zusammengeführt oder kombiniert werden. Auch die Aufführung „Il Pianto d’Orfeo” richtet sich in der szenischen Präsentation, u. a. unter Verwendung von Projektionen und Tanz, an ein jüngeres und aufgeschlossenes Publikum. Eine Brücke zur islamischen Musikkultur wird vom gerade erst mit einem ECHO Klassik ausgezeichneten Pera Ensemble Istanbul mit dem Programm „Femme fatale: Absolute Liebe, absolute Macht” geschlagen. Und im Konzert „Saudade – Il Lamento d’Orfeo” wird die Melancholie barocker Gambenmusik der „Saudade” des portugiesischen Fado gegenübergestellt.

Mit dem „Fest für die ganze Familie” widmet sich erneut ein kompletter Samstagnachmittag den Grossen und Kleinen unter uns. Es wird gemalt, gebastelt, gerätselt, gebacken und vieles mehr. Den Höhepunkt bildet das Kinderkonzert „König Drosselbart” um König Löwe und Prinzessin Ziege. Das Kinderkonzert wird darüber hinaus an zwei weiteren Tagen während der Händel-Festspiele „vor Ort” für Schulklassen dargeboten (Anmeldung erforderlich). Mit dem Schulprojekt „Orpheus und seine Instrumente oder Alte Musik macht Spass!” finden Kinder ab Klassenstufe 5 die Möglichkeit, sich mit der Musik und den Instrumenten aus der Zeit von Claudio Monteverdi auseinanderzusetzen. Begleitet wird das Projekt von der Lautten Compagney Berlin. Die beiden Open-Air-Veranstaltungen „Bridges to Classics” und das Abschlusskonzert locken erneut Jung und Alt in die Galgenbergschlucht.

Tipp: Beim Abschlusskonzert sind Familientickets erhältlich. Hier zahlen Kinder bis 14 Jahre in Begleitung eines voll zahlenden Erwachsenen nur zehn Euro.

Tickets und Publikationen

Karten für die Händel-Festspiele 2013 sind wie folgt erhältlich: - Hotline +49 (0)345 / 565 27 06 (Montag bis Freitag: 7 bis 20 Uhr) - www.haendelhaus.de - Ticket-Vorverkaufsstellen Das vollständige Programm und weitere Auskünfte sind ebenfalls auf der Homepage www.haendelhaus.de zu finden. Wartelistenservice: Informations- und Kartenservice der Rossdeutscher & Bartel GbR – Tel. +49 (0)341 / 14 99 07 58 oder www.barock-konzerte.de/warteliste

Das Gästebüro der Händel-Festspiele 2013 im Händel-Haus ist vom 3. bis zum 16. Juni täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Hier erhalten Besucher Informationen zu Veranstaltungen, Programmhefte zu den einzelnen Aufführungen sowie noch verfügbare Tickets. Darüber hinaus können Gäste das Magazin der Festspiele erwerben. Dieses gibt einen Überblick über das gesamte Festival mit interessanten Artikeln zu den Künstlern, Hintergrundinformationen zu Aufführungen und vielem mehr. Die Abendkassen öffnen jeweils eine Stunde vor Veranstaltungsbeginn an den jeweiligen Spielstätten.

 

Händel Festspiele
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