25.05.2013 08:34 Motto "GLÜCKSFALL - serendipity"

Festival Klassik: Das 28. Davos Festival präsentiert vom 3.-17. August young artists in concert

Davos Festival 2013 vom 3. bis 17. August 2013

Der Geist und die Aussagekraft der jungen Künstler, verbunden mit der Pracht der Davoser Bergwelt, locken Jahr für Jahr Musikliebhaber aus der ganzen Schweiz und aus aller Welt nach Davos. Bild 1: Davos Festival 2013 Quelle: Davos Festival

Sosnowski, Bonomini und Plotkin sind ausgezeichnete Musiker klassischer Musik

Bild 2: Sosnowski, Bonomini und Plotkin Quelle: Davos Festival

Kutti MC ist ein Schweizer Rapper

Bild 3: Kutti MC Quelle: Davos Festival

Nomadenkonzert I mit Agniezska Kulowska, Christophe Croise, Pablo Hernandez Barragan und Patrick Stadler

Bild 4: Nomadenkonzert Quelle: Davos Festival

Unter dem Namen StringWreck traten das Del Sol String Quartet und die Moulton Garrett Dancers am Tanztheater auf

Bild 5: String Wreck Quelle: Davos Festival

Beethovenauftritt beim Festival Davos

Bild 6: Beethovenauftritt beim Festival Quelle: Davos Festival

Von: GFDK - Davos Festival - 6 Bilder

Das Davos Festival ist über die Landesgrenze hinaus anerkannt als Plattform für hoch begabte junge Musikerinnen und Musiker der klassischen Musik aus aller Welt. Die Einladung nach Davos ist Auszeichnung und Referenz zugleich. Zur Aufführung gelangen Werke der klassischen und modernen Musik, insbesondere Kammermusik. Konzerte und Rahmenveranstaltungen erzeugen Emotionen und schaffen Erlebniswelten für alle Beteiligten. Mit dem Festival entsteht für die Region Davos Klosters und für den Kanton Graubünden ein nachhaltiger Mehrwert.

Festival in Deutschland

Geschichte

Auf Initiative von Michael Haefliger, dem heutigen Intendanten des Lucerne Festivals, wurde im Jahre 1986 das Davos Festival als Plattform für junge, hochbegabte Musiker aus aller Welt gegründet. Die jungen Stars kommen seither aus allen Erdteilen und verwandeln Davos jeweils während zweier Wochen im August in ein Mekka der Kammermusik. Innert weniger Jahre wuchs das Davos Festival – young artists in concert zu einem Anlass mit über zwanzig Veranstaltungen, der grosse Beachtung in der Musikerwelt sowie der nationalen und internationalen Presse findet. Der Geist und die Aussagekraft der jungen Künstler, verbunden mit der Pracht der Davoser Bergwelt, locken Jahr für Jahr Musikliebhaber aus der ganzen Schweiz und aus aller Welt nach Davos. Die international bekannte Dirigentin Graziella Contratto prägt als Intendantin das Klassikfestival mit durchdachten, spannenden und abwechslungsreichen Programmen. Herausragende Talente werden nach Davos eingeladen, um gemeinsam Kammermusik einzustudieren und aufzuführen. Vergangenes Jahr durfte das Davos Festival sein 25-jähriges Jubiläum feiern.

Festival in Davos

28. Davos Festival 2013

Thema: GLÜCKSFALL – serendipity*

Einem einzigen Glücksrausch gleich soll die letzte Ausgabe des Davos Festival unter der künstlerischen Leitung von Graziella Contratto im kommenden August vorüberwehen. GLÜCKSFALL bedeutet das unvermutet Zufallende, das Märchenhafte, Idyllische, Unerhörte. Auf den Spuren jener Three Princes of Serendip, nach einem persischen Märchen aus dem 13. Jahrhundert, erklingen unzählige exotische Reisesouvenirs von Komponisten und Komponistinnen aus über 600 Jahren. Uralte Pilgergesänge, Werke der Glückskinder Mozart und Mendelssohn, Transkriptionen mit plötzlichem Mehrwert, orientalisch-verwirrende Düfte, Wagner im Salon, ein Wunschkonzert und das Preisträgerkonzert in Zusammenarbeit mit dem Concours Ernst Haefliger sind ein paar Andeutungen für die Reiseroute zwischen dem 3. und dem 17. August 2013.

Als eine Gemeinschaft voller Hanse im Glück tauschen wir, gestützt vom Glarner composer in residence Balz Trümpy, uns selbst für etwas Grösseres, Schöneres ein: das Ankommen im starken Ort Davos.

(„serendipity“: zufällige Beobachtung oder Entdeckung von etwas ursprünglich nicht Gesuchtem. Beispiele: Amerika, Nylonstrümpfe, Sekundenkleber, Teebeutel, LSD, die kosmische Hintergrundstrahlung und der Serendipaceratops, ein Vogelbeckensaurier.)

Serendipity wurde 2004 von der British Translation Company zu einem der zehn am schwierigsten zu übersetzenden Wörter gewählt. Das Wort entstammt einer ursprünglich indischen, später in Italien und England übersetzten Legende der Drei Prinzen von Serendip, dem Alten Namen des Landes, das wir heute Sri Lanka nennen.

Nun, was passiert den drei Prinzen denn? In der Geschichte ihrer Entdeckungs- und Kulturreise  aus dem 16. Jahrhundert ziehen die drei Lernwilligen Rückschlüsse aufgrund einer scharfsinnigen Beobachtungsgabe und es gelingt ihnen zum Beispiel, ein Kamel perfekt zu beschreiben, obwohl sie noch nie eines gesehen haben. Die Erkenntnis folgt dem Glück auf den Fuss, sozusagen. Später benutzte Horace Walepole den Begriff der Serendipity im 18. Jahrhundert, um das Prinzip des zufälligen, absichtslosen Entdeckens zu umschreiben.

Das Festival-Motto trägt eine kleine Stütze zur Seite, es heisst: Glücksfall-Serendipity. Und meint: Unverhofftes Freilegen von faszinierenden, spannenden Zusammenhängen, Kombinationen, Klängen, Erfahrungen – und schon sind wir wieder bei der Tradition des young- artists Festival angekommen.

Was erwartet die Besucher nun musikalisch im letzten Programm unter der künstlerischen Leitung von Graziella Contratto zwischen dem 3. bis 17. August?

Einmal mehr tauchen wir in die kompositorischen Wellengänge der Komponisten ein: was hat die Impressionisten bewogen, fernöstliche Poesie oder Klangmuster aufzunehmen? Entdeckten sie etwa ein neues Ich dank der Begegnung mit Dingen, die sich ausserhalb von Paris abspielten? Was haben Transkritpionen – etwa vom 100jährigen Sacre du printemps mit seinem Jahrhundertskandal, ebenfalls in Paris, an Mehrwert zu bieten? Und was für Eulenspiegeleien haben die Komponisten der Groupe de Six zu ebenso witzigen wie wahnwitzigen Experimenten verführt? Kann man sich bei Wunderkindern à la Mozart und Mendelssohn leibhaftig vorstellen, wie ihnen die Themen glücksfallhaft zufielen, anschliessend aber eine meisterhafte Verarbeitung folgte? Welche unvermuteten unterbewussten Entdeckungen halten improvisatorische Elemente in der Musik für uns bereit?

Wie haben sich im Mittelalter kulturelle Entdeckungsreisen musikalisch niedergeschlagen? Vielleicht gibt es eine Hörspielnacht –das wird jetzt gerade noch abgeklärt, auf alle Fälle werden wir die beiden Preisträger des Prix Credit Suisse jeune soliste 2013 hören, Laura Schmid und Pablo Barragàn Hernandez, dann die speziell für Lied ausgezeichnete junge Sopranistin Julia Westendorp, die am Concours Ernst Haefliger im August brillierte, wir werden den jungen Pianisten Benyamin Nuss in einem ebenso klassischen wie un-klassischen Rezital hören, den jungen schweizerisch-französischen Cellisten Chirstophe Croisé, die polnische Geigerin Agnieszka Kulowska, zum zweiten Mal das Klavierduo Françoise-Green, das a capella-Mittelalterensemble Providencia, das Barockensemble Daimonion und viele andere young artists, die sich selbst ja auch immer ein wenig entdecken sollen in der Zauberlandschaft Davos.

Selbstverständlich wird es 2013 einen WagnerAbend geben und ein Konzert, das dem composer in residence, dem Schweizer Komponisten Balz Trümpy, gewidmet sein soll. Seine Werke atmen immer einen Hauch antiken Charmes, er ist Mystiker und urbaner moderner Geist in einem, obwohl er aus Glarus stammt.

Der Liebling Schubert wird selbstverständlich nicht fehlen, und auch die Nomadenwanderung und das Liegekonzert sind wieder Bestandteile des Programms.

 

 

Weiterführende Links:
www.davosfestival.ch