15.08.2014 09:00 Festivalthema «Psyche»

Ein Sommer voller Klassik: LUCERNE FESTIVAL im Sommer vom 15. August bis 14. September 2014

Hannigan Barbara beim Lucerne Festival

Kompositionen von der Renaissance bis zur Gegenwart, Werke von denkbar verschiedenem Charakter, beleuchten das Motto aus vielfältigen Perspektiven. Hannigan Barbara © Elmer de Haas

Annelien Van Wauwe beim Lucerne Festival

Annelien Van Wauwe © Christian Ruvolo

Lucerne Festival Academey beim Lucerne Festival

Lucerne Festival Academey © Stefan Deub

Lucerne Festival Orchestra beim Lucerne Festival

Lucerne Festival Orchestra © Priska Ketterer

Young Perform beim Lucerne Festival

Young Perform © Fischli

Von: GFDK - Nina Steinhart

Das Thema des Sommer-Festivals lautet «Psyche»: Es geht um die verborgenen Botschaften, die Komponisten in ihren Werken vermitteln, und um die Wirkung der Musik auf die Seele und die Gefühle der Hörer. Kompositionen von der Renaissance bis zur Gegenwart, Werke von denkbar verschiedenem Charakter, beleuchten das Motto aus vielfältigen Perspektiven. Darüber hinaus fundieren Vorträge und Diskussionsrunden das schillernde Themengebiet.

Das LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA ist Claudio Abbados Vermächtnis an die Musikwelt, das seine Ideale über seinen Tod hinaus weiterführt. So versammelt sich auch diesen Sommer das «Orchester der Freunde» im Sinne seines Gründers am Vierwaldstättersee. Der lettische Dirigent Andris Nelsons wird die vier Konzerte im August 2014 leiten und die Festspiele mit einem Programm eröffnen, das Claudio Abbado noch selbst konzipiert hat. Zusammen mit Sara Mingardo und dem Chor des Bayerischen Rundfunks präsentieren sie im Eröffnungskonzert am 15. August und am 16. August die Rhapsodie für Alt, Männerchor und Orchester sowie die Serenade A-Dur und die Zweite Sinfonie. Am 22. und 24. August erklingen dann Chopins Erstes Klavierkonzert mit Maurizio Pollini sowie die Dritte Sinfonie von Brahms. Wie auch in den vergangenen Jahren schliessen sich in diesem Festival- Sommer hochkarätige Solisten des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA zu Kammerensembles zusammen: Das Brass Ensemble des LUCERNE FESTVAL ORCHESTRA um Reinhold Friedrich gestaltet ein Konzert am 20. August und bietet bereits am 19. August in den LUCERNE FESTIVAL 40min einen Vorgeschmack darauf.

Die Orchester, Dirigenten und Solisten im Überblick

Neben dem LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA sind erneut die weltweit renommiertesten Orchester und Solisten zu Gast. Zu erleben sind das Royal Concertgebouw Orchestra Amsterdam unter seinem Chefdirigenten Mariss Jansons, die Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle und die Wiener Philharmoniker mit drei Konzertprogrammen, dieses Jahr unter der Leitung von Gustavo Dudamel. Die Berliner Philharmoniker präsentieren Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion am 3. September in einer «Ritualisierung» des Regisseurs Peter Sellars. Am 13. September interpretieren die Wiener Philharmoniker gemeinsam mit dem Gewinner des Credit Suisse Young Artist Award 2014, Sergey Khachatryan, Beethovens Violinkonzert D-Dur. Im Abschlusskonzert des Festivals am 14. September bieten sie ein farbenprächtiges russisches Programm mit Musik von Nikolai Rimsky-Korsakow und Modest Mussorgsky. Das Royal Concertgebouw Amsterdam führt am 4. September mit dem Pianisten Jean-Yves Thibaudet Ravels Klavierkonzert G-Dur und am 5. September Brahms’ Violinkonzert mit Leonidas Kavakos auf.

Das West-Eastern Divan Orchestra und Daniel Barenboim kommen am 17. und 18. August nach Luzern, unter anderem mit dem zweiten Akt aus Richard Wagners Tristan und Isolde; Peter Seiffert und Waltraut Meier gestalten die Titelpartien. Darüber hinaus ist am 7. und 8. September das Gewandhausorchester Leipzig unter Alan Gilbert, am 30. und 31. August das City of Birmingham Symphony Orchestra mit Andris Nelsons zu Gast.

Festival in der Schweiz

Am 26. und 28. August führt das Chamber Orchestra of Europe unter Bernard Haitink den beim Oster- Festival begonnenen Schumann-Zyklus fort. Ebenfalls erwartet werden am 19. August das Mahler Chamber Orchestra mit Daniel Harding am Pult. Am 25. August gestaltet das Mahler Chamber Orchestra und «artiste étoile» Midori unter der Leitung von Daniele Gatti ein Konzert mit Werken von Felix Mendelssohn Bartholdy. Am 10. September sind das Cleveland Orchestra mit Franz Welser-Möst zu erleben.

Das Mariinsky Orchestra unter Valery Gergiev präsentiert am 31. August den jungen Pianisten Daniil Trifonov, der 2012 sein Debut bei LUCERNE FESTIVAL spielte und nun Chopins Zweites Klavierkonzert zu Gehör bringt. Das Orchestre de l’Opéra de Paris konzertiert am 29. August erstmals in Luzern mit seinem Chefdirigenten, dem Schweizer Philippe Jordan; aus Luzern tritt das Luzerner Sinfonieorchester unter James Gaffigan am 27. August auf, unter Howard Arman ist es am 3., 5. und 7. September im Luzerner Theater dann als Opernorchester zu erleben. Etliche Weltklasse-Solisten ergänzen das Programm: die Sänger Cecilia Bartoli, Anja Harteros, Valer Sabadus und Klaus Florian Vogt, die Geigerinnen Isabelle Faust und Anne-Sophie Mutter, die Pianisten Rudolf Buchbinder, Lang Lang, Murray Perahia und viele weitere. Ausserdem sind der Lettische Rundfunkchor, die Basler Madrigalisten, das ensemble dialogue, das ensemble recherche, das Ensemble intercontemporain und das Leipziger Streichquartett sowie weitere Kammermusikformationen Teil des sommerlichen Programms.

«composers-in-residence» Unsuk Chin und Johannes Maria Staud,
«artistes étoiles» Barbara Hannigan und Midori

LUCERNE FESTIVAL hat für diesen Sommer die Koreanerin Unsuk Chin und den Österreicher Johannes Maria Staud als «composers-in-residence» eingeladen. Die Ligeti-Schülerin Unsuk Chin, die durch ihre Auseinandersetzung mit aussereuropäischen Musiktraditionen und elektronischer Klangerzeugung ein besonderes Gespür für Klangfarben entwickelt hat, stellt in Luzern ihre Klavieretüden und das Doppelkonzert für Klavier, Schlagzeug und Ensemble vor. Zudem komponierte sie im Rahmen der Roche Commissions das Werk Silence des Sirènes für Sopran und Orchester, bei dessen Uraufführung am 23. August «artiste étoile» Barbara Hannigan den Sopranpart übernimmt. Die kanadische Sopranistin hat sich auf zeitgenössische Musik spezialisiert. Sie vereint Virtuosität mit gestalterischer Intelligenz und einer ausgeprägten Bühnenpräsenz, was sie auf einer Europatournee mit dem LUCERNE FESTIVAL ACADEMY Orchestra und Pierre Boulez im Herbst 2011 sowie im Sommer 2013 bei einem Konzert mit Mitgliedern von Rattles Berliner Philharmonikern bereits bewiesen hat. Im Sommer singt sie nun in Mahlers Vierter Sinfonie und präsentiert sich mit dem Mahler Chamber Orchestra als Sängerin und Dirigentin in Personalunion.

Ebenfalls «artiste étoile» ist die Geigerin Midori. Seit über 30 Jahren steht sie auf der Bühne und hat sich zu einer Virtuosin von grösster künstlerischer Reife entwickelt. Die japanisch-amerikanische Geigerin, die mit einer eigenen Stiftung Kindern aus armen Familien Musikunterricht ermöglicht, ist in einem Künstlergespräch mit Michael Haefliger am 26. August zu erleben. Musikalisch stellt sie in Luzern am 22. und 23. August sämtliche Solosonaten und -partiten von Johann Sebastian Bach vor, interpretiert am 25. August das Violionkonzert von Felix Mendelssohn und widmet sich am 27. August bei der Uraufführung des neuen Violinkonzerts von «composer-in-residence» Johannes Maria Staud auch der zeitgenössischen Musik. Der Österreicher Staud ist darüber hinaus mit zwei musikdramatischen Werken vertreten, die in Zusammenarbeit mit dem Lyriker Durs Grünbein entstanden sind: das Monodram Der Riss durch den Tag mit Robert Hunger-Bühler als Sprecher sowie seine neue Oper Die Antilope, die am Luzerner Theater ihre Weltpremiere feiert. Neben diesen Werken hebt das Sommer-Festival in diesem Jahr sieben weitere Werke aus der Taufe, es gibt also 10 Uraufführungen insgesamt.

LUCERNE FESTIVAL ACADEMY

Die LUCERNE FESTIVAL ACADEMY dient seit über einem Jahrzehnt der Förderung und Ausbildung junger Musiker, Komponisten und Dirigenten im Hinblick auf die Musik des 20. und 21. Jahrhunderts. Gründer und künstlerischer Leiter Pierre Boulez hat für den Sommer 2014 drei prominente Köpfe eingeladen, die innerhalb der Akademie im Sommer 2014 unterrichten und dirigieren werden: die beiden Komponisten und Dirigenten Heinz Holliger und Matthias Pintscher sowie Sir Simon Rattle.

Festival in Luzern

Für die Aufführung von Berios Coro am 23. August mit Rattle wird eigens eine zweiwöchige Chor- Akademie ins Leben gerufen, die das Ausbildungsangebot erweitert. Heinz Holliger, der 2014 seinen 75. Geburtstag feiert, studiert mit der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY seinen großangelegten Scardanelli-Zyklus nach Dichtungen von Friedrich Hölderlin ein. Ausserdem gibt er einen Meisterkurs im Dirigieren. Matthias Pintscher widmet sich Werken von Berio und Lachenmann, der Gesamtaufführung von Stauds Zimt. Ein Diptychon für Bruno Schulz und dirigiert Mahlers Vierte Sinfonie. Im Anschluss an die Luzerner Arbeitsphase geht er mit einem Ensemble der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY auf Gastspielreise mit Konzerten in Köln (8. September) und Gelsenkirchen (9. September). Für ausgewählte Teilnehmer der Chor-Akademie gibt «artiste étoile» Barbara Hannigan einen Meisterkurs Gesang. Das Ensemble der LUCERNE FESTIVAL Alumni bringt Auftragswerke zum Thema Music at Risk von vier jungen Komponisten zu Gehör.

LUCERNE FESTIVAL 40min und LUCERNE FESTIVAL Lounge
Das Gratis-Konzertformat LUCERNE FESTIVAL 40min wird im Sommer 2014 nach dem grossen Erfolg im Vorjahr fortgeführt. Die 40-minütigen moderierten Konzerte mit ausgewählten Festivalkünstlern richten sich an alle Interessierten, ob Stammgäste oder spontane Erstbesucher. Zehnmal, jeweils um 18.20 Uhr im Luzerner Saal des KKL, geben sie Einblicke in die Arbeit von Komponisten wie Matthias Pintscher oder «composer-in-residence» Johannes Maria Staud, von Ensembles des LUCERNE FESTIVAL ORCHESTRA und der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY, in die Probenarbeit des Mahler Chamber Orchestra oder in die Hintergründe musikalischer Interpretation. Im Rahmen der LUCERNE FESTIVAL Lounge im Luzerner Bourbaki treten freitags ab 22.00 Uhr in je zwei Sets Künstler wie Barbara Hannigan, Midori oder das Alliage Quintett auf.

«Debuts», «Young», «In den Strassen», «zu Gast bei der Buvette» und weitere Veranstaltungen

In sieben «Debut»-Konzerten zur Mittagszeit werden junge Solisten vorgestellt: der Cellist Narek Hakhazaryan, die Klarinettistin Annelien Van Wauwe, die Geigerin Alina Ibragimova, die Trompeterin Tine Thing Helseth, die Pianistin Mei Yi Foo, der Bariton Manuel Walser und das Amaryllis Quartett. Im Rahmen des neuen Projekts LUCERNE FESTIVAL Young Performance erarbeiten sieben junge ehemalige Teilnehmer der LUCERNE FESTIVAL ACADEMY mit dem Regisseur Dan Tanson und der Choreographin Laura van Hal ein szenisches Konzert. Nach dem Festival geht das Ensemble auf Tournee durch die Schweiz. Für Kinder bis Jugendliche bietet die Reihe «Young» Familien- und Sitzkissenkonzerten, Workshops und eine Late Night. «In den Strassen» präsentiert vom 26. bis 31. August Ensembles aus aller Welt auf den Plätzen Luzerns. LUCERNE FESTIVAL ist dreimal «zu Gast bei der Buvette», der Freiluft-Bar auf dem Luzerner Inseli, donnerstags, jeweils von 18.00 bis 19.00 Uhr. «Soundzz.z.zzz...z», der Wettbewerb an der Schnittfläche zwischen Musik und bildender Kunst in Zusammenarbeit mit dem Kunstmuseum Luzern, ist für den Sommer ebenfalls wieder ausgeschrieben. Bei dem diesjährigen NZZ-Podium diskutieren Schriftstellerin und Psychiaterin Melitta Breznik, der Autor und Büchner-Preisträger Martin Mosebach und der Komponist Heinz Holliger, moderiert von NZZ-Feuilletonchef Martin Meyer, über das Phänomen der «Psyche».

Jeweils sonntags findet die Vortragsreihe «Seelenlandschaften aus musikalischer und theologischer Sicht» im Auditorium des KKL sowie am 24. August in der Matthäuskirche ein Themengottesdienst und am 31. August ein Festgottesdienst in der Jesuitenkirche statt.

CD-Reihe LUCERNE FESTIVAL Historic Performances, Buch zur Geschichte des Festivals

Am 14. März erschien die vierte Aufnahme in der Reihe LUCERNE FESTIVAL Historic Performances, die 2013 mit gemeinsam mit audite lanciert wurde. Im Andenken an Claudio Abbado, der am 20. Januar 2014 verstorben ist, erschien eine CD mit drei bislang unveröffentlichten Live-Mitschnitten aus dem Archiv des SRF Schweizer Radio und Fernsehen: Sie enthält Franz Schuberts Unvollendete mit den Wiener Philharmonikern (1978) und Beethovens Zweite Sinfonie D-Dur sowie das Siegfried- Idyll von Richard Wagner mit dem Chamber Orchestra of Europe (1988). Zwei weitere Veröffentlichungen der CD-Reihe sind im Verlauf des Jahres geplant. Das Buch «LUCERNE FESTIVAL – von Toscanini zu Abbado» von Erich Singer erscheint inklusive Begleit-DVD mit Dokumentarfilmen im April beim Verlag Pro Libro Luzern.

Kartenverkauf LUCERNE FESTIVAL im Sommer
Online-Kartenverkauf auf der Homepage sowie Kartenverkauf an den Luzerner Vorverkaufsstellen Musik Hug und KKL Luzern;
schriftliche Bestellungen: per Post oder Fax: +41 (0)41 226 44 85;
Telefonischer Kartenverkauf: +41 (0) 41 226 44 80, Mo-Fr 10.00–17.00 Uhr; Schalterverkauf im KKL Luzern ab Freitag, 15. August 2013, täglich von 10.00–18.00 Uhr

 


Kontakt Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Nina Steinhart, Leitung
n.steinhart@lucernefestival.ch

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