10.06.2013 08:53 unverwechselbares Flair

Die Sopranistin Sonia Ciani eröffnet mit La Traviata das 17. Opernfestival auf Gut Immling am 15. Juni 2013 am schönen Chiemsee

Die Sopranistin Sonia Ciani als Violetta eröffnet das Opernfestival unter der Regie von Waltraud Lehner und der musikalische Leitung von Cornelia von Kerssenbrock

Die Sopranistin Sonia Ciani als Violetta eröffnet das Opernfestival unter der Regie von Waltraud Lehner und der musikalische Leitung von Cornelia von Kerssenbrock, Quelle: Gut Immling

Waltraud Lehner, auf Gut Immling

Waltraud Lehner, Quelle: Gut Immling

Cornelia von Kerssenbrock auf Gut Immling

Cornelia von Kerssenbrock, Foto Martin Binder

Gut Immling, hier findet das Opernfest statt

Gut Immling, Foto Nicole Richter

Die Keller Steff Band

Die Keller Steff Band, Foto Sonja Herpich

Andrej Bielow

Andrej Bielow, Foto Marco Borggreve

Joseph Hipp Puppentheater

Joseph Hipp Puppentheater, Quelle: Gut Immling

Von: GFDK - Gut Immling - 7 Bilder

Ludwig Baumann und Cornelia von Kerssenbrock auf Gut Immling bringen Inszenierungen auf die Bühne, die eine ganz eigene Handschrift tragen. Keine austauschbaren Tournee-Veranstaltungen, sondern ausschließlich Eigenproduktionen. Hier singen Stars ebenso wie viel versprechende Nachwuchssänger, die der Intendant und die musikalische Leiterin in aller Welt entdecken. Die Münchner Symphoniker und ein eigenes Festivalorchester spielen; von der Kritik und dem Publikum stets hochgelobt wird auch der Festivalchor Gut Immling, der von Laien aus der Region getragen wird.

Doch Cornelia von Kerssenbrock und Ludwig Baumann engagieren sich weit über ihr beliebtes Festival hinaus. Sie organisieren und präsentieren Kinder-Kultur-Wochen, Kinderopern, romantische Weihnachtsveranstaltungen oder den weltweit anerkannten Lions Gesangswettbewerb des Opernfestivals Gut Immling und sie fördern Nachwuchstalente durch die Akademie Gut Immling.

So schaffen die beiden Künstler auf Gut Immling etwas, wovon viele träumen: Sie wecken tiefe Gefühle in Jung und Alt, schenken ihnen mitreißende Momente, verzaubern sie in wenigen Stunden.

 

Wer ist La Traviata? Wer ist diese Violetta Valéry? Wer ist die Titelfigur

aus Giuseppe Verdis 1853 in Venedig uraufgeführter, berühmter gleichnamiger Oper? Ursprünglich hatte der Komponist den Titel Amore e morte – Liebe und Tod – geplant, aber nachdem nahezu alle Opern von Liebenund Tod handeln, entschied er sich für den Titel La Traviata: Die vom Weg Abgekommene.

Die Regisseurin Waltraud Lehner, die im letzten Jahr mit ihrer humorvollen Inszenierung von Mozarts Oper Die Hochzeit des Figaro in Immling für Furore sorgte, wird das Meisterwerk von G. Verdi für das 17. Opernfestival Gut Immling inszenieren. Sie macht sich dabei auf die Suche nach dem Augenblick, in dem „La Traviata“ von ihrem Weg abkommt oder von dem rechten Weg abgebracht wird: „Ist sie zu Beginn der Oper bereits davon abgewichen, wenn sie sich in der Pariser Menschenwüste allein und verlassen fühlt und ihre Situation beschreibt: 'povera donna, sola! abbandonata! in questo popolo deserto, che appellano Parigi'. Verlässt Violetta die gesellschaftlich vorgegebenen Bahnen im zweiten Akt, wenn sie vermeintlich das Ansehen der Familie Germont gefährdet, indem sie unverheiratet ihre Liebe zu Alfredo in der Idylle des Landhauses lebt? Oder kommt Violetta vom Weg ab, wenn sie ihre Liebe zugunsten der Familienehre der Germonts verrät? Dieser Liebesverrat an eine fadenscheinige Moral wird gemeinhin als heldenhaftes weibliches Opfer bewertet. Aber markiert nicht genau dieses Aufgeben ihrer großen und letzten Liebe den Augenblick, in dem „La Traviata“ von ihrem Weg abkommt?“

 

Waltraud Lehner studierte Neuere Deutsche Literaturwissenschaft, Sprach- und Musikwissenschaft in ihrer Heimatstadt München, in Berlin und London. Nach ihrem Abschluss war sie als Spielleiterin am Theater Heidelberg engagiert, wo sie mit Madame Butterfly und Un ballo in maschera ihre ersten eigenen Inszenierungen vorstellte, denen in den folgenden Jahren an die dreißig Inszenierungen an Theatern in Heidelberg, Koblenz, Lübeck, Trier und Berlin sowie den Staatsopern Hannover und Stuttgart folgten. 2001 war sie Preisträgerin des Europäischen Opernregiepreises für ein Regiekonzept von Fidelio, wurde 2006 für ihre Uraufführung von Juliane Kleines westzeitstory mit dem Preis für Chamber Opera von Music Theatre Now ausgezeichnet und war mehrfach für die Inszenierung des Jahres in der Opernwelt nominiert.

Als Regisseurin und Produktionsleiterin der Staatsopern Hannover und Stuttgart inszenierte Waltraud Lehner Die Lustige Witwe, Idomeneo und Eugen Onegin, war als Szenische Leitung für das von ihr mit gegründete Opernstudio der Staatsoper Stuttgart verantwortlich und hatte seit 2007 einen Lehrauftrag an der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart. Ab dem Wintersemester 2013 wird sie eine Professur für Szenische Leitung an der Hochschule für Musik und Theater in München antreten. Für die Hauptrolle der „Violetta“ wurde die Römerin Sonia Ciani engagiert. Ob als „Erste Dame“ in der Zauberflöte am Teatro Carlo Felice di Genova, als „Frasquita“ in Carmen während des Sommerfestivals Lirica in Piazza in Massa Marittima, in Pescara und in San Vito al Tagliamento oder als „Königin der Nacht“ in einer italienischen Produktion, die außer im Teatro degli Arcimboldi in Mailand noch in Como und am Teatro Grande di Brescia aufgeführt wurde – die junge Sopranistin konnte sich über hervorragende Kritiken freuen.

Cornelia von Kerssenbrock, die bei dieser Inszenierung die Münchner Symphoniker dirigiert, kann nachvollziehen, warum sich die Oper von Verdi beim Publikum so großer Beliebtheit erfreut. Die Dirigentin: „Verdi ist es bei La Traviata einfach unglaublich gut gelungen, die Dramaturgie und die Musik aufeinander abzustimmen. Das ist alles so schön rund, in sich geschlossen. Ich versuche mit den Musikern und Sänger gemeinsam die tiefen Emotionen in der Musik zu wecken, so dass das Publikum hoffentlich wie ich bei den besonders intensiven Stellen eine Gänsehaut bekommt!“

Regie: Waltraud Lehner

Musikalische Leitung: Cornelia von Kerssenbrock

Orchester: Münchner Symphoniker

Chor:Festivalchor Gut Immling

Bühne:Elisabeth Pedross

Kostüm:Yvonne Forster

Violetta:Sonia Ciani

Alfredo Germont:Mario Zhang

Giorgio Germont:Adrian Marcan

Baron Douphal:Gulom Nazirov

Dr. Grenvil:Adrian Dragos Draniceanu

Marquis:Florin Marele

Flora:Julia Stein

Gaston:Alik Abrahimov

Annina:Katharina Wittmann

 

Die Solisten:

Sonia Ciani als Violetta:

Die Sopranistin begann ihre musikalischen Studien als Pianistin, machte später das Gesangsdiplom und schloss gleichzeitig ein Studium moderner Sprachwissenschaften ab. 2008 debütierte sie als „Frasquita“ am Teatro Nazionale di Roma und konnte sich mit Auftritten bei diversen Gesangswettbewerben und überwiegend italienischen Produktionen einen Namen machen.

Mario Zhang als Alfredo Germont:

Der kanadische Tenor war auf Gut Immling bereits als „Don Carlos“ und „Rodolfo“ in La Boheme sowie 2011 als „Radames“ in Aida und 2012 als „Manrico“ in Der Troubadour zu hören. Regelmäßig führen ihn Auftritte als Solist an alle großen Häuser Europas, u.a. Semper Oper Dresden, Nationaloper Bratislava, Wiener Volksoper, Deutsche Oper Berlin, Staatsoper Prag.

Adrian Marcan als Giorgio Germont:

Der Bariton ist Solist an der Oper in Brasov, Rumänien. 2011 tourte er mit einem Programm aus Opern und Operetten durch Japan und war als Solist bei Carl Orffs Carmina Burana in Immling zu hören. 2012 begeisterte er als verführerischer „Graf Almaviva“ in Mozarts Die Hochzeit des Figaro in Immling.

Gulom Nazirov als Baron Douphal:

Der Bariton ist Solist des „Alisher Navoi State Academic Bolshoi Theater“, Usebkistan. 2010 gewann er den 2. Preis beim internationalen Wettbewerb "Romansiada", 2012 den 3. Preis des „International Contest of Bibigyul Tolegenova“.

Termine der acht Vorstellungen:

Samstag, 15. Juni, 19 Uhr; Freitag, 21. Juni, 19.30 Uhr; Freitag, 28. Juni, 19.30 Uhr;

Sonntag, 7. Juli, 18 Uhr; Sonntag, 21. Juli, 18 Uhr; Sonntag, 28. Juli, 19 Uhr; Samstag, 3.

August, 19 Uhr; Samstag, 10. August, 19 Uhr

 

Das Opernfestival Gut Immling ist anders als all die anderen Festivals. Die ehemalige Reithalle ist zwar längst zu einem klimatisierten Opernhaus ausgebaut worden, das Ensemble international. Doch allein der Veranstaltungsort mit einem wunderbaren Blick auf die schöne Region und an lauen Sommerabenden einem Sonnenuntergang, der seines gleichen sucht, sorgt für ein unverwechselbares Flair.

Der Gutshof in Immling dient zudem nicht nur als Aufführungsort für große Opern, sondern auch als Gnadenhof für Tiere vom Hängebauchschwein über den Zebrafinken bis hin zum Alpaka.

Jedes Jahr findet zwischen Juni und August das Opernfestival Gut Immling statt.

 

Lokale Pressebetreuung: Julia Binder binder@gut-immling.de

Weiterführende Links:
http://www.gut-immling.de