20.03.2015 08:45 27.03. bis 06.04.2015

Das Festspielhaus Baden-Baden und die Berliner Philharmoniker laden zu den dritten Osterfestspielen ein

Sir Simon Rattle und Berliner Philharmoniker

„Wir möchten Baden-Baden einfach mit Musik ausfüllen“, sagt Sir Simon Rattle. © Beeth

Joyce Didonato gibt Konzert in Baden-Baden

Joyce Didonato © Josef Fischnaller

Von: GFDK - Annika Behounek

Die Berliner Philharmoniker und Sir Simon Rattle nehmen elf Tage lang eine Stadt musikalisch in Besitz. Besucher aus über 40 Nationen werden im Schwarzwald erwartet. Vier Opern im Festspielprogramm. Ein Musikfest der Berliner Philharmoniker am Karfreitag.

Vier Opern und 20 Konzerte: die Baden-Badener Osterfestspiele 2015 mit den Berliner Philharmonikern versprechen ein herausragendes Musikereignis dieses Jahres zu werden. „Der Rosenkavalier“, „La Damnataion de Faust“ (konzertant), „Die Prinzessin von Trapezunt“ und „Der kleine Rosenkavalier“ stehen auf dem Opernprogramm der Festspiele. Brigitte Fassbaender, selbst eine der herausragenden Sängerinnen des 20. Jahrhunderts, inszeniert die Oper von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal in einem Bühnebild von Erich Wonder. „Damit geht für mich ein Traum in Erfüllung“, sagt die erfahrene Regisseurin, die einst einen „Rosenkavalier“ von Ruth Berghaus in einem Bühnenbild von Erich Wonder bewunderte und sich an diesen Moment als „meine Befreiung von traditionellen Werkvorstellungen beim ‚Rosenkavalier‘ erinnert.“

Gleich viermal ist der „Rosenkavalier“ bei den Osterfestspielen im Festspielhaus Baden-Baden unter der musikalischen Leitung von Sir Simon Rattle zu erleben (27.3., 30.3., 2.4. und Ostermontag, 6.4. 2015). Zu den prominenten Solistinnen und Solisten der Neuproduktion zählen Anja Harteros (Marschallin), Peter Rose (Ochs von Lerchenau), Magdalena Kozená (Octavian) und Anna Prohaska (Sophie).

Konzerte in Deutschland

Mit seinen 2500 Plätzen ist das Festspielhaus Baden-Baden zum dritten Mal die österliche Heimat der Berliner Philharmoniker, die ausschließlich hier eine Oper im Orchestergraben begleiten. Das Orchester ist an weiteren drei Opern während der Osterfestspiele beteiligt und seine Mitglieder geben in unterschiedlichen Besetzungen fast 20 weitere Konzerte an verschiedenen Orten der Stadt. Auch in diesen Konzerten spielt – abgeleitet vom „Rosenkavalier“ – das musikalische Wien programmatisch die Hauptrolle.

Für Kinder entsteht parallel erstmals in der Geschichte des „Rosenkavalier“ eine eigene Fassung des Klassikers von Richard Strauss und Hugo von Hofmannsthal in Kooperation des Festspielhauses Baden-Baden, den Berliner Philharmonikern und der „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung. Auf Grundlage eines extra für Baden-Baden neu geschriebenen und produzierten musikalischen Arrangements wird die Geschichte für Kinder ab fünf Jahren neu erzählt und von Mitgliedern der Berliner Philharmoniker musikalisch begleitet. Die 60-minütige Spielfassung ist der ideale und unkomplizierte Einstieg in die magische Welt dieser Oper.

Opern von Berlioz und Offenbach

Neben der großen Oper und der Kinderoper wird es auch 2014 wieder eine szenische Neuproduktion in Zusammenarbeit mit der „Akademie Musiktheater heute“ der Deutsche Bank Stiftung, den Berliner Philharmonikern und dem Theater Baden-Baden geben: die Operette „Die Prinzessin von Trapezunt“ von Jacques Offenbach. Die „Prinzessin“ feierte ihre Weltpremiere einst an gleicher Stelle im Theater Baden-Baden und als solche ist die Neuinszenierung eine längst überfällige Rückkehr in die Heimat. Es singen wie in der Kinderoper jungen Sängerinnen und Sängern baden-württembergischer Musikhochschulen.

Konzerte in Baden-Baden

Die vierte Oper der Festspiele, „La Damnation de Faust“, wird konzertant aufgeführt. Die amerikanische Mezzosopranistin Joyce DiDonato übernimmt den Part der Marguerite, Charles Castronovo ist der Faust. Auch der Komponist dieser Oper, Hector Berlioz, hatte eine enge Beziehung zu Baden-Baden. In der „Sommerhauptstadt Europas“ leitete er viele Jahre lang ein Sommer-Festival und erwarb sich großen Ruhm, der ihm in Paris versagt blieb. In seinem Antrittskonzert an der Oos führte er 1859 die ersten beiden Teile von „La Damnation de Faust“ persönlich auf.

Während der Osterfestspiele 2015 finden außerdem eine Reihe von Konzerten mit herausragenden Künstlern statt: Neben Sir Simon Rattle zählen Bernard Haitink und Riccardo Chailly zu den Dirigenten der Festspiele, Solisten sind unter anderem die Geigerin Isabelle Faust, die Pianistin Martha Argerich sowie Sopranistin Anna Prohaska. Am Karfreitag, 3. April 2015, um 18 Uhr spielen verschiedene Ensembles der Berliner Philharmoniker ein dem Tage angemessenes Programm. Nach barocker Blechbläsermusik erklingt Pergolesis „Stabat Mater“, Franz Schuberts „Gesang der Geister über den Wassern“ sowie die „Metamorphosen für 23 Solostreicher“ von Richard Strauss.

Meisterkonzerte der Berliner Philharmoniker erobern die Stadt

Gliedmaßen des Festivals, beweglich und zierlich, sind die „Meisterkonzerte“ an verschiedenen Orten der Stadt in historisch bedeutende Spielstätten – täglich um 11 und 14 Uhr. So schwärmen die Berliner Philharmoniker unter anderem in die Stiftskirche, in die Museen Frieder Burda und LA 8 sowie in den „Florentiner Saal“ des Spielcasinos, der einstigen Geburtsstätte des Konzertlebens Baden-Badens, wo schon Paganini, Johannes Brahms, Franz Liszt oder Johann Strauß das Publikum persönlich begeisterten.

Wer dem Klang des „Rosenkavaliers“ folgt, kann in elf Festivaltagen eine Menge Neues in einer ehrwürdigen Musikstadt von Welt entdecken. „Wir möchten Baden-Baden einfach mit Musik ausfüllen“, sagt Sir Simon Rattle und fügt hinzu: „Das hier wird Teil unserer Heimat und unserer Geschichte“, sagt der Chefdirigent, der gespannt auf die „Rosenkavalier“-Premiere des Orchesters ist. Denn noch niemals spielten die Berliner Philharmoniker diese Oper – selbst unter Herbert von Karajan nicht.

 

Annika Behounek
Pressereferentin
Festspielhaus und Festspiele Baden-Baden gGmbH
Presse@festspielhaus.de

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