22.06.2016 07:51 Kammermusik und Konzertprogramm

Beim Musikfestival der 26. Internationalen Fredener Musiktage steht "Bella Italia" auf dem Programm

Internationale Fredener Musiktage

Kammermusik und Konzertprogramme von höchster Qualität haben in diesem Sommer die Internationalen Fredener Musiktage unter dem Motto „Bella Italia“ auf dem Programm. (c) Zeichnungen von Bettina Günst

Von: GFDK Redaktion

Wir befinden uns im Jahr 2016. Das ganze südniedersächsische Leinebergland ist vom Sommerloch besetzt… Das ganze Leinebergland? Nein! Ein von unbeugsamen Niedersachsen bewohntes Dorf hört nicht auf, kulturellen Widerstand zu leisten.

Kammermusik und Konzertprogramme von höchster Qualität haben in diesem Sommer die Internationalen Fredener Musiktage unter dem Motto „Bella Italia“ auf dem Programm.

Das Festival bietet im 26. Jahr unter der Leitung der beiden Musiker Utz Köster und Adrian Adlam in Freden und dem niedersächsischen Leinebergland feinste Konzerterlebnisse. In der strukturschwachen Region wird alljährlich in größtenteils ehrenamtlicher Arbeit ein Festival auf die Beine gestellt, das den Vergleich in Sachen Aufführungsqualität und Programm­zusammenstellung mit großstädtischen Kulturangeboten nicht zu scheuen braucht.

Motto Italien

Das italienische Thema zieht sich konsequent durch die Programmgestaltung und zum großen Teil auch durch die Auswahl der Künstler. Als diesjähriger Festivalkomponist wird der Italiener Daniele Ghisi vorgestellt; neben der Uraufführung seines Auftragswerks für Freden am 20. Juli führt das Quartetto di Cremona am 23.7. auch sein Streichquartett auf.

Utz Köster, Intendant:

„Bella Italia und die Fredener Musiktage gehören zusammen wie Milchschaum und Cappuccino. Ohne Italiens Musikkultur wäre z.B. die Entwicklung der Streichinstrumente oder die Oper als musikalisches Genre nicht denkbar. Dabei freue ich mich besonders auf den Besuch exzellenter italienischer Künstler wie die Streicher des Quartetto di Cremona am 23.7., die die Fredener Konzertbesucher schon seit vielen Jahren begeistern und zu Freundschaften zwischen dem Publikum und den jungen, von Lebens- und Musizierfreude erfüllten Musikern geführt haben. Auch auf den eigens für Freden zusammengestellten Opernabend mit jungen zum Teil niedersächsischen Sängern wie Samuel Hasselhorn und Lavinia Dames am 19.7. bin ich sehr gespannt.“

Musikfestival

Im Kinder- und Familienkonzert am 17.7. moderiert und erklärt Juri Tetzlaff, Millionen Kindern bekannt vom allabendlichen „Baumhaus“ im KiKa, mit seinem neuen Musikvermittlungskonzept Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Hier, wie auch im Eröffnungskonzert am Vorabend, 16.7., übernimmt Adrian Adlam den Part der Solo-Violine, begleitet vom Barockensemble Combattimento Amsterdam.

Adrian Adlam, künstlerischer Leiter:

„Bei unserem festlichen Auftaktkonzert spielen wir neben den Vier Jahreszeiten von Vivaldi auch die Ouvertüre zur Oper Orlando generoso von Agostino Steffani. Sie trägt den Zusatz Drama per il Theatro d'Hannover, da sie 1691 in Hannover uraufgeführt wurde. Gäbe es einen geeigneteren Auftakt für ein niedersächsisches Musikfestival mit italienischem Thema?!“

Am Sonntagnachmittag, 17. Juli, schlägt die camerata freden die Brücke von Alter Musik hin zu Zeitgenössischem mit herausragenden Musikern wie etwa Kathrin Rabus, Violine, Konzertmeisterin der NDR Radiophilharmonie, Sabine Raynaud, Flöte (Paris), Dagmar Ondracek, Viola (Luxemburg), sowie Wen-Sinn Yang, Violoncello, und Pianist Michael Schäfer, beide Professoren an der Münchner Musikhochschule.

Unter der Woche kommt das Publikum allabendlich in den Genuss einer äußerst abwechslungsreichen Mischung an besonderen Formaten und Besetzungen.

Den Beginn macht am Montag, 18.7., ein Kinoabend mit dem Speilfilm „Cinema Paradiso“ mit der Filmmusik des unübertroffenen Ennio Morricone. Es folgt der Opernabend mit jungen Gesangstalenten, die Arien, Duette und Terzette aus Opern von Mozart, Donizetti, Rossini, Verdi und Puccini singen (19.7.).

Am nächsten Tag steht die Uraufführung des jungen Komponisten Daniele Ghisi im Zentrum. Über sein neues Werk für Violine, Bassklarinette und Elektronik spricht er im Komponistenportrait vorab mit dem künstlerischen Leiter Adrian Adlam.

Tags drauf schwelgen wir: „Il Suono dell’Amore“ – der Klang der Liebe mit Werken für Viola d’amore und Cembalo. Die Italiener Valerio Losito und Federico del Sordo spielen in der Kirche Wetteborn (21.7.). Diese beiden Konzerte werden von Deutschlandradio Kultur aufgezeichnet und am 26.7. beim „Freden-Abend“ deutschlandweit übertragen.

An einem weiteren besonderen Ort tritt das Luxembourg Brass Quintet auf: im Alfelder Weltkulturerbe, dem Fagus-Werk. In der Fabrikhalle spielt das international besetzte Quintett ein Programm italienischer Komponisten, unterstützt durch Schlagzeuger und Moderator Benjamin Schäfer.

Den Festival-Abschluss gestaltet die camerata freden: Wieder mit einem sorgfältig zusammengestellten Kammermusik-Programm, etwa dem Klavierquintett von Ottorino Respighi oder dem Konzert für Trompete und Streicher c-moll von Alessandro Marcello.

Internationale Fredener Musiktage

Unverzichtbar im Programm der Fredener Musiktage sind außerdem spartenübergreifende Angebote wie ein Nachtkonzert mit dem italienischen Jazz-Pianisten Enrico Pieranunzi, bereits dreimal ausgezeichnet mit dem „Django d’Or“ als bester europäischer Jazzmusiker (23.7.), und die Ausstellung bildender Kunst in der Haupt-Spielstätte, der Zehntscheune auf Fredens „Festivalhügel“. In diesem Jahr stellt Fabio Calvetti aus Florenz seine Arbeiten unter dem Titel „Passione italiana“ aus; Marion Vogt hält zur Vernissage am Eröffnungstag, 16. Juli, eine Werkeinführung, der Künstler wird anwesend sein. Calvettis Ausstellung kann vor und nach den Konzerten in der Zehntscheune, während der Konzertpausen und auf Anfrage im Festivalbüro auch außerhalb der Konzerte besichtigt werden.

 

Info:

Festivalbüro, Am Schillerplatz 6 in Freden, Tel. 05184- 950179

Öffnungszeiten Festivalbüro: Mo, Di, Do 16- 18 Uhr, Fr 10- 12 und 16- 18 Uhr, Sa 9- 12 Uhr.