21.07.2012 06:56 Dort, wo das östliche Mühlviertel in die Donau fällt

ALTE MUSIK MIT KONTRAPUNKT AUS DER MODERNE - Donau-Festwochen im Strudengau vom 27. Juli bis 15. August 2012

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Geistliche Bühnendramatik: Betulia liberata von W. A. Mozart mit dem
L’Orfeo Barockorchester unter Michi Gaigg auf Schloss Geinburg.
Nicht weltliche Oper, sondern geistliche Bühnendramatik rücken die donauFESTWOCHEN 2012 erstmals bei ihrer Musiktheaterproduktion in den Mittelpunkt: Betulia liberata, ein Geniestreich des 15-jährigen W. A. Mozart, gelangt an fünf Spieltagen auf Schloss Greinburg zur Aufführung (4./5./10./11./12. August 2012).


Eine der stärksten Frauengestalten des Alten Testaments, die Witwe Judith, ist Angelpunkt dieser Metastasio-Vertonung. „Menschliches Wanken zwischen Hoffnung und Verzagen, Glauben und Unglauben, Mut und Verzweiflung werden mit verblüffender Sprachgewandtheit, komposito-rischer Fertigkeit und Reife eindringlichst dargestellt“, fasst Intendantin Michi Gaigg ihre Begeisterung über das Werk kurz zusammen. Jüngst bei den Telemann-Festtagen Magdeburg mit einer Neubelebung der Telemann-Oper Miriways am Theater Magdeburg erfolgreich, präsentiert das L’Orfeo Barockorchester unter Michi Gaigg bei den donauFESTWOCHEN mit Betulia liberata ein musikalisch spannungsgeladenes, geistliches Bühnenwerk aus Mozarts Jugendjahren (erneut CD-Einspielung im Rahmen der Festwochen). Für die szenische Umsetzung des „Judith und Holofernes“-Stoffs konnte mit Regisseurin Manuela Kloibmüller – kürzlich feierte ihre Inszenierung von Georg Kreislers Stück Du sollst nicht lieben am Landestheater Linz im Theater in der Eisenhand Premiere – und Isabella Reder (Bühnenbild) das kongeniale Team der beiden letztjährigen Festwochenproduktionen gewonnen werden.


In der Konzertreihe in acht Strudengaugemeinden setzt Michi Gaigg bei der zehnten Festwochenausgabe, die sie als Intendantin verantwortet, erneut auf das Zusammentreffen von Alter Musik mit künstlerischen Ausdrucksformen der Gegenwart und gibt 2012 vorwiegend österreichischen InterpretInnen ein Podium. Im Bereich der Alten Musik sind international renom-mierte Ensembles wie vivante, Ars Antiqua Austria oder die Salzburger Hofmusik zu Gast. Mit Countertenor Kai Wessel stellt ein führender Vertreter seines Fachs, begleitet auf der Laute von Ulrich Wedemeier, wenig bekannte geistliche Hymnus- und Klagelieder des 17. Jahrhunderts in der Stiftskirche Baumgartenberg vor.


Die Brücke zum Hier und Heute schlagen der Wiener Kammerchor in einer a-cappella-Begegnung von J. S. Bach mit einem bedeutenden Vokalkomponisten unserer Tage, dem Schweden Sven-David Sandström, das Trio Birds of Vienna von Helmut Jasbar und seinem aktuellen Projekt „Schubert in der Dämmerung“ sowie mit großer jugendlicher Begeisterungsfähigkeit die Junge Philharmonie Salzburg. Dem 100. Todestag von August Strindberg, für kurze Zeit versuchte der Schriftsteller, hier im Strudengau seine Heimat zu finden, ist eine experimentelle musikalisch-literarische Matinee mit Uraufführungen gewidmet. Nocheinmal betreten die donauFESTWOCHEN in diesem Jahr Neuland: Das Programm findet mit zeitgenössischem Tanz in Kombination mit Stummfilm und Live-Musik genremäßig eine Erweiterung. Ebenso ist nicht allein der Kunstmusik das Feld überlassen, musikalische Schätze der Vergangenheit zu heben, stellt doch der Dreigesang Zwoadreivier Kostbarkeiten der Volksmusik vor, die lange in Archiven schlummerten. Mit dem Stadtkino Grein, dem Glaspavillon im Stift Waldhausen und dem Donaukai Grein werden drei Kulturschauplätze von den donauFESTWOCHEN neu bespielt.


Eröffnet wird das Festival für Alte Musik mit Kontrapunkt aus der Moderne 2012 erneut von einer nicht zu überhörenden Stimme der österreichischen Gegenwartsliteratur: Julya Rabinowich hält die Festrede.

 

Pressekontakt
Mag. Iris Blumauer
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